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Kettner Edelmetalle
30.09.2026
15:20 Uhr
KI-generiert

Stern im Sinkflug: Mercedes startet die nächste Abfindungswelle!

Stern im Sinkflug: Mercedes startet die nächste Abfindungswelle!
Symbolbild: KI-generiert

Mercedes-Benz dreht die Sparschraube erneut an. Wie der Stuttgarter Autobauer seinen Beschäftigten in Deutschland am Mittwoch per E-Mail mitteilte, soll im Dezember ein neues freiwilliges Abfindungsprogramm starten. Kaum ein halbes Jahr nach dem Ende der ersten Runde heißt es also wieder: Geld gegen Abschied.

Runde zwei im Personalpoker

Nach Angaben des Konzerns richtet sich das Angebot erneut an die sogenannten indirekten Bereiche, also an alle, die nicht am Band stehen: Verwaltung, Entwicklung, IT. Tarifbeschäftigte und teilweise auch Führungskräfte sollen individuelle Angebote bekommen.

Dabei gelte weiterhin das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Beide Seiten müssen also zustimmen, der Mitarbeiter und das Unternehmen. Klingt fair. In der Praxis kann das Unternehmen damit aber auch verhindern, dass ausgerechnet die Leute mit Abfindung gehen, die es eigentlich halten will.

Die erste Welle lief von April 2025 bis März 2026. Medienberichten zufolge haben rund 5500 Beschäftigte den Dax-Konzern auf diesem Weg verlassen. Angeboten worden war das Programm etwa 40.000 Angestellten. In Einzelfällen sollen bis zu 500.000 Euro geflossen sein. Laut Berichten nahmen allerdings weniger Mitarbeiter das Angebot an als geplant. Das würde erklären, warum der Konzern jetzt nachlegt.

Gewinn halbiert, China weggebrochen

Die Zahlen zeigen, wie ernst die Lage ist. Nach einem Minus von 28,4 Prozent im Jahr 2024 brach der Konzerngewinn 2025 noch einmal um fast die Hälfte ein, von 10,4 auf 5,3 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Konzerngewinn zwar erstmals seit Langem wieder, um 13,5 Prozent auf rund 1,09 Milliarden Euro. Das schwache China-Geschäft zog die Pkw-Sparte aber weiter nach unten.

Hinzu kommt die Konkurrenz aus Fernost. Chinesische Hersteller drängen mit günstigen Elektroautos auf den europäischen Markt. Und ausgerechnet dort, wo Mercedes jahrelang gut verdient hat, bricht die Nachfrage nach deutschen Luxuskarossen ein. Für die Stuttgarter ist das doppelt bitter.

"Next Level Performance" und "Produktivitätsoffensive"

Seit Anfang 2025 läuft weltweit das Sparprogramm "Next Level Performance". Bis 2027 sollen damit rund fünf Milliarden Euro eingespart werden, bei der Produktion, beim Materialeinkauf und beim Personal. Im Juni setzte der Vorstand noch eins drauf. Die sogenannte Produktivitätsoffensive soll vor allem die Kosten in Deutschland drücken.

Dazu gehört laut Medienberichten die Forderung nach einer 38-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Produktionsvorstand Michael Schiebe soll sogar mit der Schließung von zwei deutschen Werken gedroht haben, falls die Kosten nicht sinken. Die IG Metall reagierte mit Protesten.

Warum der Standort Deutschland verliert

Mercedes beschäftigt in Deutschland rund 108.000 Menschen. Betriebsbedingte Kündigungen sind durch eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2034 ausgeschlossen. Also setzt der Konzern auf goldene Handschläge und verlagert Produktion ins günstigere Ausland. Im ungarischen Kecskemét hat Mercedes Berichten zufolge gerade sein größtes Werk in Europa ausgebaut.

Das sollte man in Berlin sehr ernst nehmen. Hohe Energiepreise, viel Bürokratie und hohe Steuern und Abgaben machen die Produktion in Deutschland aus Sicht vieler Industrievertreter immer weniger rentabel. Die Große Koalition unter Friedrich Merz hatte eine Wirtschaftswende versprochen. Wenn aber selbst ein Konzern wie Mercedes Stellen in Deutschland abbaut und Werke im Ausland ausbaut, spricht das nicht dafür, dass diese Wende schon angekommen ist.

Was jetzt auf die Belegschaft zukommt

Für viele Angestellte in Sindelfingen, Untertürkheim und anderswo beginnt eine Zeit der Ungewissheit. Nehmen sie das Geld und gehen, oder bleiben sie und hoffen auf bessere Zeiten? Die Stimmung in der Belegschaft gilt Berichten zufolge ohnehin als angespannt.

Eines zeigt der Fall schon jetzt: Selbst ein Arbeitsplatz bei einem Weltkonzern wie Mercedes ist keine Garantie mehr. Wer etwas zurücklegen kann, sollte sich deshalb breiter aufstellen. Physisches Gold und Silber halten viele Sparer seit Langem für eine sinnvolle Ergänzung, weil sie nicht vom Schicksal eines einzelnen Unternehmens abhängen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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