
Steuergeld-Skandal in Texas: Universität verliert Millionen im Chaos

Was geschieht, wenn staatliche Institutionen über Jahre hinweg ohne jegliche Kontrolle wirtschaften dürfen? Die Texas Southern University liefert ein erschreckendes Beispiel dafür, wie Hunderte Millionen Dollar an Steuergeldern im Nirwana verschwinden können – während die Verantwortlichen offenbar seelenruhig zusehen.
Ein Audit offenbart das ganze Ausmaß des Versagens
Ein Ende Dezember veröffentlichter Prüfbericht des texanischen Rechnungshofes zeichnet ein verheerendes Bild der Zustände an der renommierten Hochschule. Die Universität, eine der größten öffentlichen Historically Black Colleges and Universities (HBCUs) des Landes, hat schlichtweg keine Ahnung, wo sich der Großteil ihres Inventars befindet. Sicherheitsmechanismen zur Verhinderung von Mehrausgaben wurden konsequent ignoriert, und dem texanischen Finanzamt wurden nachweislich falsche Informationen übermittelt.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von 60 zufällig ausgewählten Vermögensgegenständen konnten Universitätsmitarbeiter sage und schreibe 50 nicht auffinden. Das entspricht einer Verlustquote von über 83 Prozent. Noch absurder wird es bei der Frage nach den Verantwortlichen – die Hälfte aller Vermögenswerte hatte entweder keinen zugewiesenen Verwalter oder einen, der längst nicht mehr für die Universität arbeitet.
Einkäufe ohne Genehmigung, Verträge ohne Substanz
Das Beschaffungswesen der Hochschule präsentiert sich als regelrechtes Desaster. Eigentlich müssen Mitarbeiter vor jedem Kauf eine schriftliche Genehmigung einholen, um sicherzustellen, dass das Budget nicht überschritten wird. Die Prüfer untersuchten 60 zufällig ausgewählte Einkäufe – und fanden bei keinem einzigen eine entsprechende Freigabe. Nicht bei einem!
Bei Anschaffungen über 25.000 Dollar ist ein schriftlicher Vertrag vorgeschrieben. Doch 77 Prozent der überprüften Käufe hatten keinen Vertrag. Wenn überhaupt Verträge existierten, konnten diese oft nur nach "umfangreichen Recherchen" aufgespürt werden. Und selbst dann enthielten 97 Prozent davon fehlerhafte Informationen.
Doppelte Buchführung – aber nicht im positiven Sinne
Die gemeldeten Ausgaben der Universität waren laut Prüfbericht "erheblich aufgebläht", weil Mitarbeiter zahlreiche Einkäufe doppelt in der Buchhaltungssoftware erfassten. Die Jahresabschlüsse für 2023 und 2024 wurden erst Monate nach der staatlichen Frist fertiggestellt und enthielten "erhebliche Fehler" – darunter falsche Angaben zur Rückzahlung von Anleiheverbindlichkeiten.
Hunderte Millionen Dollar ohne Kontrolle
Besonders brisant: Die Texas Southern University erhielt im Haushaltsjahr 2025 stolze 111 Millionen Dollar an staatlichen Mitteln sowie 130 Millionen Dollar an Bundeszuschüssen und -verträgen. Eine Institution, die mit derartigen Summen jongliert, wurde seit 2006 nicht mehr geprüft. Fast zwei Jahrzehnte lang konnte das Chaos ungestört wuchern.
"Die Ergebnisse des heute veröffentlichten Berichts des staatlichen Rechnungsprüfers über die Texas Southern University sind mehr als beunruhigend."
Mit diesen Worten kommentierte der texanische Vizegouverneur Dan Patrick die Enthüllungen. Er kündigte an, dass bereits Maßnahmen ergriffen wurden, um alle Ausgaben außer den laufenden Betriebskosten zu stoppen. Zudem wies er das texanische Department of Public Safety an, mögliche strafrechtlich relevante Verfehlungen zu untersuchen.
Die übliche Ausrede: Personalmangel
Universitätspräsident J.W. Crawford III stimmte allen Feststellungen des Audits zu und machte – wenig überraschend – Personalengpässe in den Lagern und der IT-Abteilung für die Missstände verantwortlich. Tatsächlich zeigen Gehaltsdaten, dass die Personalausgaben der Universität zwischen 2019 und 2024 gesunken sind – eine Seltenheit für jede Hochschule oder öffentliche Einrichtung.
Zum Vergleich: Die nahegelegene University of Texas at Austin erhöhte ihre Personalausgaben im gleichen Zeitraum um mehr als 500 Millionen Dollar. Crawfords Vorgängerin, Lesia Crumpton-Young, verdiente in einem einzigen Jahr bis zu 434.000 Dollar.
Ein Lehrstück für Deutschland?
Dieser Fall aus Texas sollte auch hierzulande aufhorchen lassen. Denn die Mechanismen des Versagens sind universell: mangelnde Kontrolle, fehlende Prüfungen über Jahre hinweg und eine Kultur der Verantwortungslosigkeit im Umgang mit öffentlichen Geldern. Wenn Institutionen, die Hunderte Millionen an Steuergeldern erhalten, nicht einmal nachvollziehen können, wofür das Geld ausgegeben wird, dann ist das System fundamental gescheitert.
Die Frage, die sich jeder Steuerzahler stellen sollte: Wie viele solcher Fälle schlummern noch unentdeckt in den Tiefen der öffentlichen Verwaltung – diesseits und jenseits des Atlantiks?
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