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28.06.2026
15:24 Uhr

Steuerreform-Poker in Berlin: Junge Union fordert großen Wurf statt Mini-Almosen

Steuerreform-Poker in Berlin: Junge Union fordert großen Wurf statt Mini-Almosen

Es gibt Momente, in denen selbst aus den eigenen Reihen der Regierungskoalition ein bemerkenswert deutlicher Ton anschlägt. Johannes Winkel, Chef der Jungen Union, hat der Bundesregierung in einem Interview mit dem "Stern" die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder es komme eine echte Steuerreform – oder man solle das ganze Vorhaben gleich beerdigen. Halbe Sachen, so der Tenor, brauche in diesem Land niemand mehr.

Schluss mit der Politik der Formelkompromisse

Winkels Forderung hat es in sich. Das Entlastungsvolumen müsse "deutlich über 20 Milliarden Euro" liegen, andernfalls lohne sich der politische Kraftakt schlicht nicht. Wer kennt es nicht: Eine große politische Schlacht wird ausgefochten, am Ende bleibt im Portemonnaie des Bürgers kaum mehr als ein müdes Lächeln übrig. Genau diese Schaufensterpolitik möchte der JU-Chef beenden.

Die Zeit der Formelkompromisse sei vorbei, so Winkel. Wer eine Reform verabschiede, die man im Geldbeutel kaum spüre, betreibe nichts als symbolische Beschäftigungstherapie.

Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, wie schwer ein solcher großer Wurf in einer Koalition aus Union und SPD durchzusetzen sein wird. Schließlich sitzen am Verhandlungstisch zwei Partner, deren Vorstellungen von Steuerpolitik selten weiter auseinanderlagen. Doch Winkel verweist trotzig auf die Rentenkommission, die gezeigt habe, was möglich sei, wenn die Beteiligten ihre parteipolitischen Schützengräben verließen.

Subventionen abbauen – für alle gleich

Besonders interessant ist Winkels Ansatz beim Thema Subventionen. Statt einzelne Branchen herauszupicken und ihnen die staatlichen Wohltaten zu streichen, plädiert er für einen gleichmäßigen Abbau auf breiter Front. "Wir bevorzugen am besten gar keine Branche und schaffen für alle die gleichen Ausgangsvoraussetzungen", wird der JU-Chef zitiert. Ein marktwirtschaftlicher Gedanke, der in Zeiten ausufernder staatlicher Lenkung beinahe revolutionär anmutet.

Bemerkenswert offen zeigt sich Winkel auch in der Selbstkritik. Die Union, so räumt er ein, habe im Wahlkampf "zu viele Zusagen gemacht, die schlicht und ergreifend nicht länger finanzierbar sind". Eine Ehrlichkeit, die man sich von manch gestandenem Spitzenpolitiker wünschen würde – statt der üblichen Versprechen, die nach der Wahl ohnehin im Papierkorb landen.

Großer Wurf nach der Sommerpause statt Mini-Kompromiss davor

Vor dem Treffen der Koalitionsspitzen formulierte Winkel seine Präferenz unmissverständlich: Lieber einen großen Wurf nach der Sommerpause als einen lauwarmen Formelkompromiss davor. Eine Haltung, die Respekt verdient – denn sie stellt die Sache über die Schlagzeile.

Bleibt die Frage, ob die Regierung Merz den Mut für eine derart durchgreifende Reform aufbringt. Die Vergangenheit lehrt Skepsis. Während sich Berlin in Schuldenrekorden ergeht – man denke an das 500-Milliarden-Sondervermögen – und die Inflation weiter an der Kaufkraft der Bürger nagt, wäre eine spürbare Entlastung der hart arbeitenden Mitte längst überfällig. Ob aus dem angekündigten großen Wurf am Ende mehr wird als ein weiteres politisches Lippenbekenntnis, wird sich zeigen.

Warum reale Werte in unsicheren Zeiten zählen

Eines lehrt die Erfahrung: Wo der Staat mit Schulden, Subventionen und Steuerversprechen jongliert, verliert das Papiergeld an Wert. Wer sein Vermögen unabhängig von politischen Wendungen und inflationären Tendenzen absichern möchte, findet in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber seit Jahrtausenden einen bewährten Anker. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jene Stabilität, die staatliche Versprechen oft vermissen lassen.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Ebenso erfolgt hiermit ausdrücklich keine Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und gegebenenfalls einen fachkundigen Steuer- oder Rechtsberater zu konsultieren. Für Anlageentscheidungen trägt jeder selbst die Verantwortung.

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