
Strom-Schock im Winter: Januar-Preis springt um über 60 Prozent!

Deutschland steuert auf einen teuren Winter zu. An der Leipziger Energiebörse EEX kostet Grundlaststrom zur Lieferung im Januar 2027 inzwischen mehr als 180 Euro je Megawattstunde. Das sind über 60 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Treiber: explodierende Gaspreise, der Iran-Krieg und halb leere Gasspeicher.
Gas bestimmt den Preis, auch wenn Wind weht
Wie kann Gas den Strompreis so stark treiben, obwohl Gaskraftwerke nur einen Teil des deutschen Stroms erzeugen? Die Antwort liefert das sogenannte Merit-Order-Prinzip. Das teuerste Kraftwerk, das gerade noch gebraucht wird, legt den Preis für alle fest. In knappen Stunden ist das fast immer ein Gaskraftwerk.
Teures Gas verteuert damit auch Strom aus Wind, Sonne und Kohle. Verschärft wird die Lage durch den Iran-Krieg: Medienberichten zufolge schneidet die Sperrung der Straße von Hormus Europa von Flüssiggas-Lieferungen aus Katar ab. Laut Bloomberg senden die Strommärkte damit das stärkste Warnsignal seit der Energiekrise von 2022.
Neue Terminals, neue Abhängigkeit
Europa hat seitdem durchaus dazugelernt. Es gibt neue LNG-Terminals, der Verbrauch ist gesunken, und es wurden neue Lieferanten gewonnen. Doch man hat die eine Abhängigkeit schlicht gegen eine andere getauscht. Im ersten Halbjahr 2026 stammten 81 Prozent der LNG-Importe im Europäischen Wirtschaftsraum aus den USA und Russland. Fällt dann ein weiterer großer Lieferant wie Katar aus, gerät ein ohnehin enger Markt schnell ins Wanken.
Und es kann noch schlimmer kommen. Der Rohstoffinvestor Ulf Ek hält es laut Bloomberg für möglich, dass die Preise bei ungünstigem Wetter um bis zu weitere 50 Prozent steigen. Gemeint ist die gefürchtete Kombination aus klirrender Kälte und Windflaute, die sogenannte Dunkelflaute. Hinzu kommen Probleme bei den Nachbarn: Hitze und Streiks haben die französische Atomstromproduktion zeitweise gedrosselt, und wegen niedriger Pegel liefert die Wasserkraft weniger.
Speicher-Alarm: Berlin reagiert spät
Besonders heikel ist die Lage bei den deutschen Gasspeichern. Mitte September waren sie nur zu rund 56 Prozent gefüllt, deutlich weniger als im Vorjahr. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ließ deshalb den bundeseigenen Importeur Sefe zusätzlich Gas einkaufen. Im europäischen Schnitt lag der Füllstand bei etwa 69 Prozent, während der Fünfjahresdurchschnitt bei rund 85 Prozent liegt.
Die Bundesregierung will zwar eine strategische Gasreserve von 24 Terawattstunden aufbauen. Befüllt werden soll sie aber erst ab Sommer 2027. Für den kommenden Winter bringt sie also nichts, dafür kostet sie nach Regierungsangaben Milliarden. Kritiker sehen darin ein Muster: Die Politik reagiert erst, wenn die Krise schon vor der Tür steht. Dass Deutschland im April 2023 seine letzten Kernkraftwerke abgeschaltet hat, macht die Suche nach gesicherter Leistung im Winter nicht leichter.
Was auf Verbraucher und Betriebe zukommt
Entwarnung gibt es nur zum Teil. Haushaltskunden zahlen nicht sofort 60 Prozent mehr, denn viele Versorger kaufen ihren Strom Monate oder Jahre im Voraus. Bleiben die Börsenpreise aber lange hoch, landen die höheren Einkaufskosten Schritt für Schritt in neuen Tarifen. Unternehmen spüren das früher, energieintensive Betriebe besonders. Für den Industriestandort Deutschland, der ohnehin mit den höchsten Strompreisen unter den großen Volkswirtschaften kämpft, ist das eine weitere Belastung.
Die erneuerbaren Energien helfen zwar. Laut einer von Bloomberg zitierten Analyse des Beratungshauses Baringa wären die Großhandelspreise in Europa im Sommer ohne den Solarausbau seit 2021 im Schnitt rund 30 Prozent höher gewesen. Im Winter liefern Solaranlagen aber wenig, und dann zählt gesicherte Leistung. Genau die fehlt.
Fazit: Die Energie-Inflation ist zurück
Steigende Energiepreise wirken wie eine versteckte Steuer. Sie erhöhen die Produktionskosten, verteuern Waren und fressen die Kaufkraft der Bürger auf. Wer sein Vermögen gegen solche Schocks absichern will, kann physisches Gold und Silber als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen, denn Edelmetalle haben sich in Inflationsphasen historisch als Wertspeicher bewährt.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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