
Südkorea macht mobiles Internet zum Grundrecht – Deutschland hinkt digital weiter hinterher
Während hierzulande die Mobilfunknetze löchrig wie Schweizer Käse sind und Funklöcher ganze Landstriche von der digitalen Welt abschneiden, prescht Südkorea mit einer bemerkenswerten Maßnahme vor: Die Regierung in Seoul garantiert ihren Bürgern künftig einen mobilen Basis-Internetzugang – selbst dann, wenn das gebuchte Datenvolumen längst aufgebraucht ist. Ein Schritt, der in Deutschland wohl noch Jahrzehnte auf sich warten lassen dürfte.
400 Kilobit pro Sekunde als digitales Existenzminimum
Das südkoreanische Wissenschaftsministerium hat mit den drei größten Mobilfunkanbietern des Landes – SK Telecom, KT und LG Uplus – eine Vereinbarung getroffen, die es in sich hat. Nach Verbrauch des Datenvolumens sollen Nutzer nicht mehr komplett vom Netz abgeschnitten werden, sondern weiterhin mit einer gedrosselten Geschwindigkeit von 400 Kilobit pro Sekunde surfen können. Das reiche für grundlegende Anwendungen wie Messenger-Dienste oder Kartennavigation, nicht jedoch für datenintensives Videostreaming.
Die Regelung soll bis Ende Juni umgesetzt werden. Rund 7,17 Millionen Menschen könnten davon profitieren – und jährlich umgerechnet etwa 218 Millionen US-Dollar einsparen. Zahlen, die sich sehen lassen.
Mobile Daten als Grundversorgung – eine Selbstverständlichkeit?
Das Ministerium begründet den Schritt mit der veränderten Bedeutung digitaler Kommunikation. Mobile Daten seien im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung zu einer grundlegenden Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe geworden. Man wolle allen Menschen zumindest einen minimalen Zugang zu Kommunikation und Informationen sichern. Eine Argumentation, die man in ihrer Schlichtheit geradezu bestechend nennen muss – und die man sich von deutschen Politikern nur wünschen könnte.
Denn während Seoul pragmatisch handelt und mobile Daten faktisch als Teil der öffentlichen Grundversorgung definiert, debattiert man in Berlin lieber über Gendersternchen in Behördenformularen oder das nächste Sondervermögen, das kommende Generationen mit Schulden belastet. Die Prioritäten könnten unterschiedlicher kaum sein.
Auch Senioren profitieren
Parallel plant die südkoreanische Regierung weitere Anpassungen für ältere Nutzer. Mobilfunkanbieter sollen verpflichtet werden, Tarife für Menschen ab 65 Jahren auszuweiten, insbesondere bei Sprach- und SMS-Leistungen. Rund 1,4 Millionen Senioren könnten davon profitieren. Ein Ansatz, der zeigt, dass man in Südkorea die ältere Generation nicht vergisst, sondern aktiv in die digitale Gesellschaft einbindet.
Deutschland: Funklöcher statt Fortschritt
Mit dieser Maßnahme greift Südkorea deutlich stärker in den Mobilfunkmarkt ein als die meisten anderen Industrieländer. In zahlreichen Staaten – Deutschland eingeschlossen – ist es nach wie vor üblich, dass nach Verbrauch des Datenvolumens entweder saftige Zusatzkosten anfallen oder die Verbindung auf ein praktisch unbrauchbares Minimum gedrosselt wird. Seoul setzt dagegen auf einen garantierten Mindestzugang.
Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein asiatischer Tigerstaat definiert mobiles Internet als Grundrecht, während in der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt ganze Regionen nicht einmal zuverlässig telefonieren können. Die Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur angekündigt, doch ob davon jemals genug in den digitalen Ausbau fließen wird, darf bezweifelt werden. Zu oft wurden solche Versprechen in der Vergangenheit gebrochen.
Das südkoreanische Modell sollte als Weckruf verstanden werden. Nicht als Blaupause für staatliche Überregulierung, sondern als Beweis dafür, dass eine Regierung, die ihre Bürger ernst nimmt, auch im digitalen Zeitalter pragmatische Lösungen finden kann. Ob dieser Weckruf in Berlin gehört wird? Die Erfahrung lehrt uns leider: eher nicht.

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