
Teheran attackiert Merz: Irans Außenminister hofft offen auf Regierungswechsel in Berlin
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Iran haben einen neuen Tiefpunkt erreicht. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat Bundeskanzler Friedrich Merz in einer beispiellosen Attacke auf der Plattform X scharf angegriffen und dabei Formulierungen gewählt, die selbst in der oft rauen Welt der internationalen Diplomatie für Aufsehen sorgen dürften.
Beispiellose Verbalattacke aus Teheran
Araghtschi warf dem deutschen Regierungschef nicht nur „politische Naivität" vor, sondern sprach ihm auch einen „widerwärtigen Charakter" zu. Derartige persönliche Angriffe auf einen amtierenden Bundeskanzler sind in der Geschichte der deutsch-iranischen Beziehungen nahezu ohne Beispiel. Der iranische Chefdiplomat ging sogar noch weiter und äußerte unverhohlen die Hoffnung auf einen baldigen Regierungswechsel in Berlin.
„Wir hoffen, dass Deutschland wieder eine reifere und ehrenhafte politische Führung bekommt", schrieb Araghtschi. Deutschland sei vom „Motor des Fortschritts in Europa" zum „Motor des Rückschritts geworden". Eine bemerkenswerte Aussage aus einem Land, das selbst seit Jahrzehnten unter internationaler Kritik wegen Menschenrechtsverletzungen und der Unterdrückung der eigenen Bevölkerung steht.
Merz kontert gelassen: „Ausdruck von Nervosität"
Der Bundeskanzler reagierte während seines Besuchs in Katar besonnen auf die Attacke aus Teheran. „Das ist offensichtlich Ausdruck von großer Nervosität und Unsicherheit", kommentierte Merz die Äußerungen des iranischen Außenministers. Eine Einschätzung, die angesichts der aktuellen Lage im Iran durchaus nachvollziehbar erscheint.
Merz nutzte die Gelegenheit, um klare Forderungen an die iranische Führung zu richten. Der Iran müsse aufhören, eine „destabilisierende Macht in der Region" zu sein. Er rief Teheran dazu auf, in Gespräche einzutreten, die Aggression zu beenden und das Atomprogramm zu stoppen – so wie es international vereinbart sei.
Hintergrund: Atomgespräche und Snapback-Mechanismus
Die verbale Eskalation erfolgt nicht im luftleeren Raum. Für Freitag sind indirekte Gespräche zwischen dem Iran und den USA in Maskat, der Hauptstadt des Oman, geplant. Ein Vermittler müsste dabei jede Botschaft von einem Zimmer in das andere bringen – ein Prozedere, das US-Vizepräsident JD Vance als „bizarr" und „absurd" bezeichnete.
Besonders verärgert zeigt sich Teheran über die Auslösung des sogenannten Snapback-Mechanismus durch Deutschland, Frankreich und Großbritannien im September 2025. Dieser Mechanismus ermöglicht die Reaktivierung von UN-Sanktionen gegen den Iran und setzte das Wiener Atomabkommen von 2015 de facto außer Kraft. Eine Entscheidung, die der Iran als „verantwortungslos" bezeichnet.
Frustration in Teheran wächst
Journalisten in Teheran werten Araghtschis ungewöhnlich scharfe Äußerungen als Zeichen wachsender Frustration der politischen Führung. Die Gründe dafür sind vielfältig: Machtverluste im eigenen Land, zunehmende internationale Isolation und die Aussicht auf schmerzhafte Zugeständnisse an die USA.
Hinzu kommt eine diplomatische Demütigung: Araghtschi wurde nicht zur Münchner Sicherheitskonferenz eingeladen. Stattdessen erhielt Resa Pahlavi, der Sohn des früheren Schahs und De-Facto-Anführer der iranischen Protestbewegung, eine Einladung. Für die Teheraner Führung dürfte dies besonders schmerzhaft gewesen sein.
„Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen."
Diese Worte von Bundeskanzler Merz zu den jüngsten Massenprotesten im Iran dürften in Teheran für erhebliche Verstimmung gesorgt haben. Die iranische Führung sprach von einer „verantwortungslosen Einmischung in die inneren Angelegenheiten".
Ein Kanzler, der klare Kante zeigt
Die Reaktion aus Teheran zeigt eines deutlich: Die neue deutsche Außenpolitik unter Kanzler Merz wird international wahrgenommen – und sie gefällt nicht jedem. Dass ausgerechnet ein Regime, das die eigene Bevölkerung brutal unterdrückt, terroristische Gruppen finanziert und nach Atomwaffen strebt, Deutschland als „Motor des Rückschritts" bezeichnet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Die zentrale Frage der kommenden Wochen wird sein, ob die USA und der Iran bei den geplanten Gesprächen zu einer Einigung finden können. Aus Sicht israelischer Experten lauten die entscheidenden Fragen, ob die maximalen Zugeständnisse des Iran den minimalen Anforderungen von US-Präsident Trump entsprechen – und was Washington im Gegenzug anzubieten bereit ist.

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