Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
26.01.2026
13:42 Uhr

Teilzeit-Republik Deutschland: Wie der Staat Millionen Bürger in die Arbeitsfalle lockt

Teilzeit-Republik Deutschland: Wie der Staat Millionen Bürger in die Arbeitsfalle lockt

Es ist ein Treppenwitz der deutschen Wirtschaftspolitik: Während Politiker aller Couleur händeringend nach Lösungen für den Fachkräftemangel suchen, subventioniert der Staat gleichzeitig mit Milliarden Euro genau jene Arbeitsmodelle, die Menschen davon abhalten, mehr zu arbeiten. Die OECD hat nun erneut den Finger in die Wunde gelegt und fordert grundlegende Reformen des deutschen Steuer- und Transfersystems.

Deutschland: Europameister der Fehlanreize

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Mit einer Teilzeitquote von 21 Prozent liegt Deutschland weit über dem OECD-Durchschnitt von 15 Prozent. Besonders alarmierend ist dabei die geschlechtsspezifische Verteilung: Während nur neun Prozent der Männer in Teilzeit arbeiten, sind es bei den Frauen satte 35 Prozent. Robert Grundke, Deutschland-Experte der OECD, bringt das Problem auf den Punkt: Obwohl alle über die Reduzierung von Teilzeit reden würden, werde Teilzeitarbeit in Minijobs weiterhin mit Milliarden subventioniert.

Das Ehegattensplitting, einst als Schutz der traditionellen Familie gedacht, hat sich längst zu einem Bremsklotz für die Erwerbstätigkeit entwickelt. Die steuerliche Entlastung bei ungleicher Einkommensverteilung schafft negative Erwerbsanreize für Zweitverdiener – in der Regel Frauen. Wer mehr arbeiten möchte, wird vom Staat bestraft statt belohnt.

Die Minijob-Falle: Gut ausgebildet, schlecht bezahlt

Besonders perfide wirkt das System der Minijobs. Viele gut ausgebildete Frauen verharren in diesen geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, weil ein Übergang in reguläre Arbeit finanziell schlicht unattraktiv ist. Wer die Minijobgrenze überschreitet, muss plötzlich Sozialversicherungsbeiträge und Steuern zahlen – und hat am Ende des Monats nicht selten weniger Geld in der Tasche als zuvor. Ein absurdes System, das Leistung bestraft und Passivität belohnt.

„Viele gut ausgebildete Frauen arbeiten in Minijobs, weil sie bei einer Ausweitung der Arbeitsstunden über die Minijobgrenze hinweg sogar weniger Nettoeinkommen als vorher bekommen würden."

Die OECD fordert daher eine radikale Beschränkung der Minijobs auf Studenten und Schüler. Eine Maßnahme, die längst überfällig ist, aber in der deutschen Politik auf erheblichen Widerstand stoßen dürfte.

Kinderbetreuung: Das unterschätzte Hindernis

Neben den steuerlichen Fehlanreizen spielt auch die mangelhafte Kinderbetreuung eine zentrale Rolle. Fehlende oder prohibitiv teure Betreuungsplätze zwingen viele Mütter in die Teilzeit – nicht aus freien Stücken, sondern aus purer Notwendigkeit. Hier zeigt sich einmal mehr das Versagen der Politik, die zwar gerne von Vereinbarkeit von Familie und Beruf spricht, aber die notwendige Infrastruktur nicht bereitstellt.

Reformvorschläge der OECD: Ein Hoffnungsschimmer?

Die Industriestaaten-Organisation schlägt eine bessere Koordinierung der sozialen Transfers vor, einschließlich Kinderzuschlag und Wohngeld. Dies würde die Anreize zur Ausweitung des Arbeitsangebots für Geringverdiener und Familien mit Kindern erhöhen. Zudem empfiehlt die OECD eine Senkung der Steuer- und Abgabenbelastung für Arbeitseinkommen.

Die Finanzierung dieser Maßnahmen könnte laut Grundke über die Streichung von Steuervergünstigungen bei Kapitalertrags- und Erbschaftssteuer sowie eine Verbesserung des Steuervollzugs erfolgen. Ob die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz den Mut zu solch tiefgreifenden Reformen aufbringt, bleibt abzuwarten. Die Mittelstandsvereinigung der CDU hat immerhin bereits eine Debatte über die Einschränkung des gesetzlichen Rechts auf Teilzeitarbeit angestoßen.

Deutschland steht vor einer Grundsatzentscheidung: Entweder werden die verkrusteten Strukturen aufgebrochen, oder das Land wird weiter im selbstgeschaffenen Sumpf der Fehlanreize versinken. Die Zeit des Redens ist vorbei – jetzt müssen Taten folgen.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen