
Thyssenkrupp zieht die Notbremse: Elektrostahlproduktion steht still – 1.200 Jobs in Gefahr
Was sich wie ein schlechter Scherz anhört, ist bittere Realität für tausende Stahlarbeiter im Ruhrgebiet: Der Industriegigant Thyssenkrupp legt seine Elektrostahlproduktion auf Eis. Ab Mitte Dezember herrscht Totenstille in den Werken – und das ausgerechnet bei einem Werkstoff, ohne den weder Windräder noch Transformatoren funktionieren würden. Willkommen im Deutschland des Jahres 2025, wo selbst strategisch unverzichtbare Industrien kapitulieren müssen.
Ein Werkstoff von nationaler Bedeutung – und trotzdem nicht mehr rentabel
Die Standorte Gelsenkirchen und Isbergues bleiben bis zum Jahresende geschlossen. Dabei handelt es sich keineswegs um eine geplante Wartungspause oder eine strategische Neuausrichtung. Nein, hier geht es ums nackte Überleben. Elektrostahl lässt sich unter den gegenwärtigen Bedingungen schlichtweg nicht mehr kostendeckend produzieren. Das französische Werk in Isbergues wird nach dem Jahreswechsel bestenfalls mit halber Kapazität weiterlaufen – mindestens vier Monate lang.
Rund 1.200 Arbeitsplätze hängen am seidenen Faden. Menschen, die jahrzehntelang ihr Handwerk perfektioniert haben, müssen nun bangen, ob sie im neuen Jahr noch eine Beschäftigung haben werden. Der Konzern selbst spricht von einer „dramatischen Veränderung der Auftragsvolumina" und einer „erheblichen Unterauslastung der europäischen Produktionsanlagen". Deutlicher kann man das Desaster kaum beschreiben.
Billigimporte aus Asien überfluten den Markt
Die Ursachen für diesen industriellen Niedergang sind so offensichtlich wie erschreckend. Asiatische Billigimporte schwemmen den europäischen Markt mit Dumpingpreisen. Während deutsche Stahlkocher mit höchsten Qualitätsstandards und modernster Technologie arbeiten, können sie preislich schlicht nicht mithalten. Die Konkurrenz aus Fernost produziert unter Bedingungen, die hierzulande undenkbar wären – und verkauft ihre Ware dann zu Schleuderpreisen auf dem europäischen Markt.
Diese Marktverzerrung ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis politischen Versagens. Wo bleibt der viel beschworene Schutz der heimischen Industrie? Wo sind die Zölle, die faire Wettbewerbsbedingungen schaffen könnten? Die Antwort ist so ernüchternd wie vorhersehbar: Sie existieren nicht in ausreichendem Maße.
Stromkosten als Sargnagel der deutschen Industrie
Als wären die Billigimporte nicht schon verheerend genug, kommt ein weiterer Faktor hinzu, der die deutsche Industrie systematisch in die Knie zwingt: die exorbitanten Stromkosten. Europäische Produzenten zahlen ein Vielfaches dessen, was ihre internationalen Konkurrenten für Energie aufwenden müssen. Bei energieintensiven Prozessen wie der Elektrostahlherstellung wirkt sich dieser Nachteil besonders dramatisch aus.
Die Energiewende, einst als großes Zukunftsprojekt gefeiert, entpuppt sich für die Industrie zunehmend als Mühlstein um den Hals. Während Politiker in Berlin und Brüssel von grüner Transformation schwärmen, wandern Arbeitsplätze und Produktionskapazitäten in Länder ab, die ihre Industrie nicht mit ideologisch motivierten Strompreisen belasten. Die Ironie dabei: Ausgerechnet Elektrostahl, der für Windkraftanlagen und die Energieinfrastruktur unverzichtbar ist, wird durch die Energiepolitik aus Europa vertrieben.
Strategische Abhängigkeit droht
Elektrostahl ist kein gewöhnlicher Massenstahl. Das produzierte Elektroband bildet eine Schlüsselkomponente für Transformatoren, Umspannwerke und Windkraftanlagen. In ganz Europa existieren lediglich zwei Anbieter dieses hochspezialisierten Materials. Wenn einer davon die Produktion einstellt, entsteht eine gefährliche Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten – ausgerechnet bei einem sicherheitsrelevanten Werkstoff.
Stahlchefin Marie Jaroni macht keinen Hehl aus der Brisanz der Lage. Sie betont die Bedeutung des Produkts für die Energieinfrastruktur und fordert verlässliche Rahmenbedingungen. Ohne wirksamen Marktschutz, so die unmissverständliche Botschaft, droht eine dauerhafte Stilllegung. Der aktuelle Produktionsstopp ist mehr als eine temporäre Maßnahme – er ist ein Hilferuf an die Politik.
Ein Symptom für den industriellen Niedergang Deutschlands
Der Fall Thyssenkrupp steht exemplarisch für den schleichenden Verlust industrieller Kompetenz in Deutschland. Was einst das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bildete, wird systematisch demontiert. Hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie, fehlender Marktschutz und eine Politik, die ideologische Ziele über wirtschaftliche Vernunft stellt – diese toxische Mischung treibt immer mehr Unternehmen in die Enge.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar vollmundige Versprechen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts gemacht. Doch die Realität in den Werkshallen sieht anders aus. Während in Berlin über Sondervermögen und Klimaneutralität debattiert wird, kämpfen Stahlarbeiter in Gelsenkirchen um ihre Existenz. Die Frage, ob Deutschland noch ein Industrieland sein will oder sich endgültig zum Dienstleistungsstandort wandelt, wird nicht in Parlamentsdebatten entschieden – sondern in den Fabrikhallen, die einer nach dem anderen schließen.
Der Produktionsstopp bei Thyssenkrupp ist mehr als eine Unternehmensentscheidung. Er ist ein Warnsignal, das die Politik nicht länger ignorieren darf – wenn sie nicht eines Tages aufwachen will in einem Land, das seine industrielle Basis unwiederbringlich verloren hat.
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