
Trotz Jobzufriedenheit: Deutsche Arbeitnehmer träumen vom Absprung

Ein bemerkenswertes Paradoxon zeichnet sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt ab: Während die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten angibt, mit ihrer aktuellen Stelle zufrieden zu sein, liebäugelt mehr als jeder Zweite mit einem Jobwechsel. Diese scheinbar widersprüchlichen Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Jobportals Indeed werfen ein bezeichnendes Licht auf die Befindlichkeiten der deutschen Arbeitnehmerschaft.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Laut der im Dezember 2025 durchgeführten Befragung unter 1.000 Arbeitnehmern können sich stolze 57,7 Prozent vorstellen, ihren aktuellen Arbeitsplatz zu verlassen. Das entspricht einem Anstieg von knapp drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Besonders bemerkenswert: Jeder Dritte dieser wechselwilligen Arbeitnehmer würde am liebsten noch vor der Jahresmitte einen neuen Arbeitgeber finden.
Gleichzeitig geben rund 70 Prozent der Befragten an, mit ihrem Job zufrieden zu sein. Wie passt das zusammen? Die Antwort liegt in den Motiven, die hinter dem Wechselwunsch stecken.
Geld regiert die Welt – auch beim Jobwechsel
An erster Stelle der Wechselmotive steht wenig überraschend die Bezahlung. Ganze 41 Prozent der Befragten erhoffen sich von einem neuen Arbeitgeber ein höheres Gehalt. Angesichts der massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten der vergangenen Jahre erscheint dieser Wunsch mehr als nachvollziehbar. Die Inflation hat tiefe Spuren in den Geldbeuteln der Deutschen hinterlassen, und viele sehen offenbar nur im Jobwechsel eine realistische Chance auf finanzielle Verbesserung.
Doch es geht nicht nur ums Geld. Mangelnde Wertschätzung treibt 32 Prozent der Wechselwilligen um, während 30 Prozent bessere interne Entwicklungschancen suchen. Auch schlechte Rahmenbedingungen wie fehlende Homeoffice-Möglichkeiten oder starre Arbeitszeiten sowie Unzufriedenheit mit der Führungskraft spielen für jeweils 26 Prozent eine entscheidende Rolle.
Sicherheit als Anker in unsicheren Zeiten
Interessant ist auch die Kehrseite der Medaille: Jene sieben Prozent, die zwar unzufrieden sind, aber dennoch nicht wechseln wollen, nennen als häufigsten Grund die Jobsicherheit. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit wiegt ein sicherer Arbeitsplatz schwerer als persönliche Zufriedenheit – ein Zeichen dafür, wie sehr die wirtschaftliche Lage die Menschen verunsichert.
Personalmangel und Zukunftsängste
Die Umfrage offenbart weitere beunruhigende Tendenzen: Satte 71 Prozent der Befragten berichten von Personalmangel in ihrem Unternehmen. Dennoch macht sich jeder fünfte Arbeitnehmer Sorgen, seinen Job in diesem Jahr zu verlieren. Mehr als die Hälfte dieser Besorgten führt ihre Ängste auf die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung zurück.
Indeed-Geschäftsführer Frank Hensgens bezeichnet die anhaltend hohe Wechselbereitschaft als bemerkenswert, zumal die Zahl der Stellenanzeigen im vergangenen Jahr zurückgegangen sei. Normalerweise führe ein abkühlender Arbeitsmarkt zu mehr Zurückhaltung bei Jobsuchenden.
„Dass die Wechselbereitschaft dennoch hoch bleibt und das Vorjahresniveau sogar leicht übertrifft, ist daher bemerkenswert."
Diese Entwicklung zeigt einmal mehr, dass die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland dringend verbessert werden müssen. Wenn selbst zufriedene Arbeitnehmer massenhaft über einen Wechsel nachdenken, stimmt etwas Grundlegendes nicht im System.
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