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Kettner Edelmetalle
01.06.2026
08:36 Uhr

Trump im Krisenmodus: Während Bomben am Persischen Golf fallen, verspricht er den „großen Deal" mit dem Iran

Trump im Krisenmodus: Während Bomben am Persischen Golf fallen, verspricht er den „großen Deal" mit dem Iran

Es ist ein Schauspiel, das die Welt in Atem hält – und die Ölmärkte in Schockstarre versetzt. Während über der Straße von Hormuz wieder Raketen und Drohnen ihre tödlichen Bahnen ziehen, gibt sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ gelassen. Der Iran wolle „wirklich einen Deal", verkündete der 47. Präsident der Vereinigten Staaten am Montag über seine Plattform Truth Social. Und nicht irgendeinen – sondern einen, der gut für Amerika und seine Verbündeten sein werde. Man fragt sich unweigerlich: Welcher Deal genau? Und wann?

Zwischen Bombenhagel und Optimismus – ein gewagter Drahtseilakt

Die Realität am Wochenende sah jedenfalls weniger nach Diplomatie als nach Eskalation aus. Das US-Zentralkommando sprach von „Selbstverteidigungsschlägen" gegen iranische Radar- und Kommandoeinrichtungen auf der Insel Qeshm und in Goruk. Die iranischen Revolutionsgarden konterten mit Angriffen auf einen Luftwaffenstützpunkt, der angeblich bei den amerikanischen Attacken eine Rolle gespielt habe. Wer hier wen zuerst getroffen hat, verschwimmt im üblichen Nebel des Krieges.

Besonders brisant: Kuwait meldete am Montag, seine Luftabwehr habe Raketen und Drohnen abgefangen. Sollte es Explosionen geben, so die lapidare Mitteilung der kuwaitischen Armee, seien dies lediglich die Abwehrsysteme bei der Arbeit. Eine bemerkenswert nüchterne Botschaft an die eigene Bevölkerung, die offenbar lernen muss, mit dem Donnern am Himmel zu leben.

Trumps Abrechnung mit den „Dumokraten"

Anstatt jedoch über die militärische Lage zu sprechen, nutzte Trump die Gelegenheit für eine wütende Generalabrechnung mit seinen Kritikern. Sowohl die Demokraten, die er süffisant als „Dumokraten" verspottete, als auch die aus seiner Sicht „unpatriotischen Republikaner" bekamen ihr Fett weg.

„Verstehen sie denn nicht, dass es VIEL schwieriger für mich ist, meinen Job ordentlich zu machen und zu verhandeln, wenn politische Hampelmänner ständig negativ herumzwitschern – in nie dagewesenem Ausmaß – ich solle schneller machen, oder langsamer, oder in den Krieg ziehen, oder nicht in den Krieg ziehen", so Trump.

Sein Rat an die nervösen Beobachter: „Lehnt euch zurück und entspannt euch, am Ende wird alles gut – das tut es immer!" Eine erstaunlich sorglose Botschaft angesichts einer Wasserstraße, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Ölverkehrs fließen.

Berichte über geänderte Bedingungen – das Atomprogramm bleibt der Knackpunkt

Wie ein Bericht des Nachrichtenportals Axios nahelegt, soll Trump mehrere Änderungen an den jüngst zwischen amerikanischen und iranischen Unterhändlern ausgehandelten Bedingungen gefordert haben. Im Zentrum stehe – wie könnte es anders sein – das iranische Nuklearmaterial. Zwei ungenannte US-Beamte werden hierfür als Quelle genannt, eine unabhängige Bestätigung steht aus. Im Konjunktiv bleibt also vieles vage.

Die Märkte glauben an Wunder – Experten warnen

Während Trump Optimismus verströmt, sind nicht alle so überzeugt. Guntram Wolff, leitender Wissenschaftler des Brüsseler Think Tanks Bruegel, brachte es im Gespräch mit CNBC auf den Punkt: Die Marktteilnehmer seien „viel zu optimistisch" hinsichtlich eines diplomatischen Durchbruchs.

„Das Problem ist, dass uns seit Langem ein guter Deal versprochen wird, und nun sind mehr als 90 Tage vergangen", so Wolff. „Der Iran verfügt weiterhin über erhebliche Fähigkeiten, großen Schaden anzurichten, er kann die Straße von Hormuz weiterhin kontrollieren, und er besitzt nach wie vor angereichertes Nuklearmaterial. Die grundlegenden Tatsachen haben sich also nicht verändert."

Ölpreise auf der Achterbahn

Die Folgen für die Energiemärkte sind unübersehbar. Die internationale Referenzsorte Brent kletterte am Montagmorgen um fast drei Prozent auf 93,74 Dollar je Barrel, während die US-Sorte WTI um 3,3 Prozent auf 90,20 Dollar zulegte. Zuvor hatten beide Sorten in der Vorwoche kräftig nachgegeben – mit Einbußen von 11,1 beziehungsweise 9,6 Prozent die schlechteste Wochenbilanz seit Mitte April. Ein nervöses Auf und Ab, das die ganze Unsicherheit dieser geopolitischen Gemengelage widerspiegelt.

Was bedeutet das für den deutschen Bürger?

Während in Washington markige Worte fallen und am Persischen Golf die Geschosse fliegen, sollte der besonnene Sparer hierzulande genau hinsehen. Ein Konflikt an der wichtigsten Öl-Engstelle der Welt ist kein abstraktes Schauspiel ferner Mächte – er trifft uns direkt an der Zapfsäule, in der Heizkostenabrechnung und letztlich über die Inflation im eigenen Geldbeutel. Und ausgerechnet eine deutsche Regierung, die sich lieber mit ideologischen Luftschlössern als mit verlässlicher Energieversorgung beschäftigt, lässt ihre Bürger im Stich.

In Zeiten, in denen Kriege geopolitische Verwerfungen auslösen und Papierwährungen im Wert schwanken, zeigt sich einmal mehr die zeitlose Stärke physischer Edelmetalle. Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie in Krisen ihren Wert bewahren – unabhängig davon, ob in Washington gepokert oder am Golf geschossen wird. Als krisenfeste Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen sind sie ein bewährtes Fundament der Vermögenssicherung.

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Informationen und Einschätzungen entsprechen ausschließlich der Meinung unserer Redaktion sowie den uns vorliegenden Quellen. Sie dienen lediglich der allgemeinen Information und stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten, Rohstoffen oder sonstigen Anlageprodukten dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, vor einer Investitionsentscheidung eigenständig ausreichend zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst. Die Entwicklung der Märkte ist mit Risiken verbunden, frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

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