
Trumps Friedensrat: Macron verweigert sich – und kassiert 200-Prozent-Zolldrohung

Die transatlantischen Beziehungen stehen einmal mehr unter Hochspannung. US-Präsident Donald Trump hat Frankreich mit drakonischen Handelssanktionen gedroht, nachdem Paris seine Teilnahme am neu gegründeten „Friedensrat" kategorisch abgelehnt hat. Die Ankündigung, französische Weine und Champagner mit Zöllen von sage und schreibe 200 Prozent zu belegen, lässt aufhorchen – und offenbart einmal mehr die kompromisslose Verhandlungstaktik des amerikanischen Staatsoberhauptes.
Ein Friedensrat als Alternative zur UNO?
Was steckt hinter diesem neuen Gremium, das Trump persönlich leiten möchte? Der US-Präsident positioniert seinen „Friedensrat" als direkte Alternative zu den Vereinten Nationen – jener Organisation, die in seinen Augen offenbar zu träge, zu ineffektiv und zu sehr von Interessenkonflikten gelähmt ist. Die Einladungsliste liest sich dabei durchaus bemerkenswert: Neben zahlreichen westlichen Staaten soll auch Russlands Präsident Wladimir Putin einen Platz am Tisch erhalten haben.
Besonders pikant erscheint das Finanzierungsmodell dieses ambitionierten Projekts. Wer einen ständigen Sitz im Friedensrat beanspruchen möchte, muss tief in die Tasche greifen – über eine Milliarde Dollar sind als Eintrittspreis fällig. Wer diese Summe nicht aufbringen kann oder will, erhält lediglich eine befristete Mitgliedschaft von drei Jahren. Ein Geschäftsmodell, das Trumps Vergangenheit als Immobilienmogul alle Ehre macht.
Frankreichs Absage und ihre Begründung
Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot begründete die Absage seines Landes mit inhaltlichen Bedenken. Die Charta des Friedensrates gehe über den von den Vereinten Nationen unterstützten Friedensplan für den Gazastreifen hinaus. „Frankreich muss da nein sagen", erklärte Barrot vor den Abgeordneten der Nationalversammlung. Eine Position, die man durchaus als prinzipientreu bezeichnen könnte – oder als diplomatische Selbstüberschätzung, je nach Perspektive.
Trumps Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit der ihm eigenen Direktheit machte er klar, dass Macron zwar eingeladen sei, „aber er muss nicht teilnehmen". Die angedrohten Strafzölle auf französische Luxusgüter dürften in Paris dennoch für erhebliche Nervosität sorgen. Der Weinexport in die USA stellt schließlich einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Grande Nation dar.
Berlin in der Zwickmühle
Während Frankreich bereits Farbe bekannt hat, übt sich die deutsche Bundesregierung in gewohnter Zurückhaltung. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte lediglich, Berlin werde sich „in Absprache mit den Partnern" zu der Einladung äußern. Eine Formulierung, die alles und nichts bedeuten kann. Man darf gespannt sein, ob die neue Große Koalition unter Kanzler Friedrich Merz den Mut aufbringt, eine klare Position zu beziehen – oder ob man sich einmal mehr hinter europäischen Abstimmungsprozessen versteckt.
Die Zollkeule als Verhandlungsinstrument
Trumps Drohung mit 200-Prozent-Zöllen reiht sich nahtlos in seine bisherige Handelspolitik ein. Bereits seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 hat der US-Präsident massive Zollerhöhungen durchgesetzt: 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren, 25 Prozent auf Produkte aus Mexiko und Kanada. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer nicht spurt, bekommt die wirtschaftliche Macht der Vereinigten Staaten zu spüren.
Ob diese Strategie langfristig aufgeht, bleibt abzuwarten. Die europäischen Volkswirtschaften stehen bereits unter erheblichem Druck, und weitere Handelskonflikte könnten die ohnehin fragile wirtschaftliche Erholung gefährden. Für Anleger bedeutet diese Unsicherheit einmal mehr, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Absicherung gegen geopolitische Turbulenzen an Bedeutung gewinnen. In Zeiten, in denen Handelsbeziehungen per Twitter-Drohung neu verhandelt werden, bieten diese zeitlosen Wertanlagen eine Stabilität, die Papiergeld und volatile Märkte nicht garantieren können.
„Die USA stehen mit dem Rücken zur Wand: Der Dollar ist faktisch nur noch bedrucktes Papier."
Diese Einschätzung eines kritischen Beobachters mag überspitzt klingen, trifft aber einen wunden Punkt. Die amerikanische Staatsverschuldung hat astronomische Ausmaße erreicht, und die Zinszahlungen übersteigen mittlerweile sogar die Militärausgaben. Trumps aggressive Außenwirtschaftspolitik könnte auch als Versuch gewertet werden, von diesen strukturellen Problemen abzulenken.
Ein neues Kapitel der Weltordnung?
Unabhängig davon, wie man zu Trumps Methoden steht – sein Friedensrat markiert einen bemerkenswerten Versuch, die internationale Ordnung neu zu gestalten. Ob dieses Unterfangen von Erfolg gekrönt sein wird, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viele Staaten bereit sind, den geforderten Milliardenbetrag zu entrichten. Die Absage Frankreichs könnte dabei erst der Anfang einer breiteren europäischen Verweigerungshaltung sein – oder aber ein Einzelfall bleiben, wenn andere Länder dem wirtschaftlichen Druck nachgeben.
Für die deutschen Bürger bleibt zu hoffen, dass ihre Regierung in dieser Frage eine souveräne Entscheidung trifft, die den nationalen Interessen dient – und nicht bloß dem kleinsten gemeinsamen Nenner europäischer Kompromissfindung.












