
Trumps „Gold Card"-Visum: Millionäre kaufen sich den amerikanischen Traum
Was einst als Land der unbegrenzten Möglichkeiten galt, wird nun zum exklusiven Club für Superreiche. Präsident Donald Trump hat mit seinem „Gold Card"-Programm eine neue Ära der Einwanderungspolitik eingeläutet – und erntet dafür prompt eine Klage von Akademikern, die sich um ihre Chancen auf ein besseres Leben in den USA betrogen fühlen.
Eine Greencard auf Steroiden
Das Programm, das am 10. Dezember 2025 offiziell startete, ist in seiner Dreistigkeit kaum zu überbieten. Wer eine Million Dollar als „Geschenk" an die US-Regierung überweist und zusätzlich eine nicht erstattungsfähige Bearbeitungsgebühr von 15.000 Dollar entrichtet, erhält einen Schnellzugang zur begehrten permanenten Aufenthaltsgenehmigung. Trump selbst bezeichnete das Ganze als „Greencard auf Steroiden" – eine Formulierung, die den Kern der Sache trifft.
Für Unternehmen wird es noch kostspieliger: Sie können für ihre Mitarbeiter eine „Corporate Gold Card" beantragen, müssen dafür aber neben der Bearbeitungsgebühr satte zwei Millionen Dollar pro Angestelltem auf den Tisch legen. Ein lukratives Geschäft für die Staatskasse, wie die Zahlen belegen: Allein in der ersten Woche sollen mehr als 1,3 Milliarden Dollar in die Kassen geflossen sein.
Wissenschaftler ziehen vor Gericht
Die American Association of University Professors (AAUP) hat nun gemeinsam mit mehreren ausländischen Fachkräften Klage eingereicht. Ihr Vorwurf wiegt schwer: Das Programm bevorzuge reiche Antragsteller auf Kosten qualifizierter, leistungsbasierter Kandidaten wie Wissenschaftler, Ingenieure und Ärzte.
„Anstatt diese Visa für die Besten und Klügsten der Welt zu reservieren, verwandelt das Gold Card-Programm sie in einnahmengenerierende Waren, die an diejenigen verkauft werden, die eine Million Dollar oder mehr bezahlen können."
Der Knackpunkt liegt im Detail: Die Gold Card nutzt keine eigene Visa-Kategorie, sondern bedient sich der bestehenden EB-1- und EB-2-Kategorien für Personen mit „außergewöhnlichen Fähigkeiten". Diese Kategorien sind jedoch auf etwa 80.000 von insgesamt 140.000 jährlich verfügbaren Arbeitsvisa begrenzt. Jeder Millionär, der sich vordrängelt, verlängert automatisch die Wartezeit für alle anderen.
Verfahrensrechtliche Bedenken
Die Kläger argumentieren zudem, dass die Trump-Administration gegen geltendes Verfahrensrecht verstoßen habe, indem sie das übliche Anhörungs- und Kommentierungsverfahren vor der Einführung des Programms übersprungen habe. Unter den individuellen Klägern befinden sich ein kolumbianischer Elektroingenieur, eine taiwanesische Krebsbiologin und ein mexikanischer biomedizinischer Wissenschaftler – allesamt Menschen, die auf legalem Wege und durch ihre Qualifikationen den amerikanischen Traum verwirklichen wollten.
Platinum Card bereits in Planung
Doch damit nicht genug: Die Administration arbeitet bereits an einer „Platinum Card", die für fünf Millionen Dollar erhältlich sein soll. Diese würde es ausländischen Staatsangehörigen ermöglichen, bis zu 270 Tage im Jahr in den USA zu verbringen, ohne auf im Ausland verdientes Einkommen US-Steuern zahlen zu müssen. Ein Steuerparadies für die globale Elite, finanziert durch ein System, das einst auf Leistung und Verdienst basierte.
Trump verteidigt sein Programm als Möglichkeit, hochqualifizierte Absolventen amerikanischer Eliteuniversitäten im Land zu halten. Doch die Frage bleibt: Ist Reichtum wirklich ein Beweis für außergewöhnliche Fähigkeiten? Oder wird hier schlicht der amerikanische Traum an den Meistbietenden verkauft?

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