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22.01.2026
16:49 Uhr

Trumps Grönland-Coup: Das Ende der liberalen Weltordnung, wie wir sie kannten

Trumps Grönland-Coup: Das Ende der liberalen Weltordnung, wie wir sie kannten

Was sich in den vergangenen Tagen auf der Weltbühne abgespielt hat, dürfte selbst hartgesottene Beobachter der internationalen Politik in Erstaunen versetzt haben. Während die europäischen Eliten noch in Davos ihre Champagnergläser schwenkten, hat US-Präsident Donald Trump mit einem einzigen Schachzug die geopolitischen Karten neu gemischt – und Europa dabei als das entlarvt, was es längst ist: ein zahnloser Tiger.

Europa kapituliert binnen Stunden

Die Grönland-Krise, die noch vor wenigen Wochen für hektische Betriebsamkeit in den europäischen Hauptstädten sorgte, endete so schnell, wie sie begonnen hatte. Trump verzichtete zwar auf militärische Gewalt – was ohnehin nur in den fiebrigen Fantasien einiger Kommentatoren je eine realistische Option gewesen war – doch sein Ultimatum an Europa und die NATO zeigte durchschlagende Wirkung. Innerhalb weniger Stunden stand ein Rahmenabkommen, die angedrohten US-Zölle gegen acht EU-Länder wurden aufgehoben.

Was hat Amerika dafür bekommen? Zeitlich unbegrenzten Zugang zu strategisch wichtigen Gebieten Grönlands rund um Militärbasen, Konzessionen für kritische Mineralien und die Zusage, dass die Insel den amerikanischen Raketenabwehrschirm "Golden Dome" beherbergen wird. Trump selbst brachte es auf den Punkt: "Forever" – für immer.

Die bittere Wahrheit für den alten Kontinent

Für die Märkte mag dies kurzfristig eine gute Nachricht sein. Doch die eigentliche Botschaft ist eine andere, und sie ist für Europa verheerend: Die liberale Weltordnung, auf die sich der Kontinent jahrzehntelang verlassen hat, liegt in Trümmern. Trump hat Europa demonstriert, dass er einmarschieren könnte – und dass andere dies in Zukunft ebenfalls tun könnten. Und Europa? Es kann schlicht nichts dagegen unternehmen.

So funktionierte die Welt immer – bis auf die letzten paar Jahrzehnte. Und so wird sie künftig wieder funktionieren.

Die Beispiele für Europas Ohnmacht häufen sich. Während der Kontinent nach Nordwesten blickt, zogen die USA diese Woche plötzlich ihre Unterstützung für die kurdische Region in Syrien zurück, um stattdessen den ehemaligen Dschihadisten an der Spitze des Landes zu unterstützen. Berichte über schreckliche Gewalt gegen Kurden machen bereits die Runde. Und Europa? Selbst wenn es diese Entwicklung missbilligen würde – was keineswegs klar ist – wäre es völlig machtlos, etwas dagegen zu unternehmen.

Das Kartenspiel der Großmächte

Besonders pikant wird es, wenn man die realpolitischen Optionen durchspielt. Sollte Europa jemals versuchen, sich China anzunähern – wie es einige hinter vorgehaltener Hand flüstern – könnte Amerika seinerseits zu Russland schwenken und es gegen die Ukraine und Europa aufrüsten. Wer glaubt, die China-Karte in der Tasche zu haben, sollte sich bewusst sein: Die USA haben noch deutlich mehr davon.

Die Stimmung zwischen den vermeintlichen Verbündeten ist entsprechend frostig. EZB-Präsidentin Christine Lagarde verließ demonstrativ ein Davos-Dinner, nachdem US-Handelsminister Lutnick anti-europäische Spitzen abgefeuert hatte. Das europäische Establishment liebt Amerika – wünscht sich aber insgeheim, Trump wäre verschwunden. Umgekehrt erklärt die Trump-Administration öffentlich ihre Zuneigung zu Europa, während sie privat dessen Establishment am liebsten loswerden würde.

Kanadas Premier spielt Trumps Spiel – mit schwächeren Karten

Kanadas Premierminister Carney, der Trump in Davos nicht traf, hielt eine vielbeachtete Rede: "Viele Länder ziehen dieselben Schlüsse – dass sie größere strategische Autonomie entwickeln müssen: bei Energie, Nahrung, kritischen Mineralien, im Finanzwesen und bei Lieferketten." Das klingt exakt wie Trump. Doch wenn Carney den tschechischen Dissidenten Václav Havel zitiert, um Trump zu kritisieren, und dann nach China reist, um Handelsabkommen abzuschließen, spielt er Trumps Spiel – nur mit weitaus schwächeren Karten.

Trumps Antwort aus Davos war unmissverständlich: "Kanada existiert wegen der Vereinigten Staaten. Denk daran, Mark, wenn du das nächste Mal deine Erklärungen abgibst."

Europas Handlungsunfähigkeit offenbart sich täglich

Spanien forderte jüngst die EU auf, eine gemeinsame Armee zu schaffen. Dasselbe Spanien, das sich standhaft weigert, fünf Prozent seines BIP für die Verteidigung innerhalb der NATO auszugeben. Reden ist billig. Die Vorbereitung auf einen Krieg oder auf strategische Autonomie ist hingegen unvorstellbar teuer – und die USA können jeden dieser Schritte blockieren. Oder Europas eigene Uneinigkeit erledigt das von selbst: Das Europäische Parlament stimmte gerade dafür, das neue EU-Mercosur-Abkommen einer gerichtlichen Überprüfung zu unterziehen, was es um ein Jahr verzögern wird. Trump-Deals werden dagegen per Handschlag oder Tweet besiegelt.

Was bedeutet das für Anleger?

Die Märkte mögen kurzfristig jubeln – "Zinssenkungen!" – doch die langfristigen Implikationen sind gravierend. Wer plant für Sie? Die USA? Europa? Oder gar China? Diese Frage wird sich jeder Investor stellen müssen. In Zeiten solcher Unsicherheit erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Anker im Portfolio. Sie sind unabhängig von politischen Launen und bieten Schutz vor den Verwerfungen, die eine zerbrechende Weltordnung mit sich bringt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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