
Ukraine-Verhandlungen in Genf: Sechs Stunden Ringen um den Frieden – doch die Gräben bleiben tief
Während Europa weiter über Sondervermögen, Klimaziele und Gender-Sternchen debattiert, wird in Genf um nichts Geringeres als das Ende eines Krieges gerungen, der den gesamten Kontinent seit Jahren in Atem hält. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff verkündete nach dem ersten Tag direkter Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew „bedeutende Fortschritte". Doch wie viel Substanz steckt hinter dieser diplomatischen Floskel?
Trumps Vermittler geben den Takt vor
Es war ein Marathon. Sechs Stunden lang saßen sich Vertreter Russlands und der Ukraine in der Schweizer Diplomaten-Metropole gegenüber – vermittelt von Witkoff und Jared Kushner, den beiden Gesandten von US-Präsident Donald Trump. Die Atmosphäre sei „sehr angespannt" gewesen, hieß es aus Kreisen der russischen Delegation. Man darf getrost annehmen, dass dies eine diplomatische Untertreibung ist.
Witkoff zeigte sich anschließend auf der Plattform X demonstrativ optimistisch. Er sei „stolz", unter Trumps Führung daran zu arbeiten, „das Töten in diesem schrecklichen Konflikt zu beenden". Beide Seiten hätten sich darauf verständigt, ihre jeweiligen Staatschefs zu informieren und weiter auf eine Einigung hinzuarbeiten. Für den Folgetag waren bereits weitere Gespräche angesetzt.
Die Kernfrage bleibt ungelöst
Doch hinter der Fassade vorsichtigen Optimismus lauern die altbekannten, scheinbar unüberbrückbaren Differenzen. Moskau fordert als Voraussetzung für ein Ende der Kampfhandlungen den vollständigen Rückzug der Ukraine aus der Industrieregion Donbass. Kiew lehnt dies kategorisch ab. Der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow hatte bereits im Vorfeld klargestellt, dass es „umfassende" offene Fragen gebe und Russland nicht bloß eine Gefechtspause, sondern ein „dauerhaftes" Abkommen anstrebe.
Der ukrainische Unterhändler Rustem Umerow gab sich betont nüchtern. Er beteilige sich „konstruktiv" und „ohne übermäßige Erwartungen" an den Gesprächen. Auf der Agenda stünden Sicherheits- und humanitäre Fragen. Zwei vorherige Gesprächsrunden in Abu Dhabi waren ergebnislos geblieben – ein Umstand, der zur Vorsicht mahnt.
Europa sitzt mit am Tisch – aber wer bestimmt die Richtung?
Bemerkenswert ist, dass diesmal nicht nur Washington vermittelt. Auch Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien entsandten Sicherheitsberater nach Genf. Aus deutschen Regierungskreisen verlautete, dass Günter Sautter, der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, vor Ort gewesen sei. Ein Signal, das man durchaus als Versuch werten kann, europäische Interessen nicht vollständig der amerikanischen Verhandlungsführung zu überlassen.
Ob Merz hier tatsächlich eine eigenständige Linie verfolgt oder lediglich als stiller Beobachter am Katzentisch Platz nimmt, wird sich zeigen. Die Erfahrung der vergangenen Jahre lehrt jedenfalls, dass Europas Stimme in geopolitischen Fragen oft leiser klingt, als es die eigene Betroffenheit erfordern würde.
Trump drängt – Selenskyj klagt
Unterdessen machte Trump einmal mehr unmissverständlich klar, wer seiner Meinung nach den nächsten Schritt tun müsse. Kiew solle „besser schnell an den Verhandlungstisch kommen", so der US-Präsident. Eine Formulierung, die wenig Raum für Interpretation lässt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagte derweil auf der Münchner Sicherheitskonferenz, die USA würden stets nur die Ukraine zu Zugeständnissen drängen – nicht aber Russland.
Man muss kein Geopolitik-Experte sein, um zu erkennen, dass in dieser Asymmetrie ein fundamentales Problem liegt. Wer Frieden will, muss beide Seiten in die Pflicht nehmen. Trumps pragmatischer Ansatz, den Krieg möglichst schnell zu beenden, mag aus amerikanischer Perspektive nachvollziehbar sein. Für die Menschen in der Ukraine, die um ihre territoriale Integrität kämpfen, klingt das freilich anders.
Eines steht fest: Die Verhandlungen in Genf sind bestenfalls ein zaghafter Anfang. Der Weg zu einem dauerhaften Frieden bleibt steinig – und die Frage, ob Europa in diesem Spiel der Großmächte mehr sein wird als ein Statist, ist noch lange nicht beantwortet. Deutschland täte gut daran, endlich eine Position der Stärke einzunehmen, statt sich wie so oft hinter wohlklingenden Bekenntnissen zu verstecken, während andere die Fakten schaffen.
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