
Umfrage-Beben: Grüne pirschen sich an die Merz-Union heran!

Alarmstufe Rot im Konrad-Adenauer-Haus: In der neuen Forsa-Sonntagsfrage für RTL und n-tv, veröffentlicht am Dienstag, liegen die Grünen mit 17 Prozent nur noch zwei Punkte hinter CDU/CSU. Die Union bleibt bei mageren 19 Prozent. Vorn liegt mit großem Abstand die AfD mit 26 Prozent.
So knapp waren die Grünen in einer bundesweiten Umfrage schon lange nicht mehr an der Kanzlerpartei dran. Für Friedrich Merz ist das mehr als ein schlechter Tag. Es ist ein Zeugnis.
Die Zahlen im Überblick
Auch die anderen Werte zeigen eine politische Landschaft, die sich gründlich verschoben hat:
- AfD: 26 Prozent
- CDU/CSU: 19 Prozent (unverändert)
- Grüne: 17 Prozent (leicht verbessert)
- SPD: 14 Prozent (unverändert)
- Linke: 11 Prozent (minus 1)
- FDP: 4 Prozent (nicht im Bundestag)
- Sonstige, darunter das BSW: 9 Prozent
Der Vergleich mit der Bundestagswahl im Februar 2025 macht es noch deutlicher. Damals holte die Union laut amtlichem Endergebnis 28,5 Prozent. Seitdem hat sie fast zehn Punkte verloren. Mehr als eine Delle ist das nicht mehr. Das ist ein Absturz.
Schwarz-Rot? Gerade noch ein Drittel
Am meisten schmerzt das Urteil über die Regierung selbst. Union und SPD kämen zusammen auf nur noch 33 Prozent. Gerade einmal jeder dritte Wähler steht damit hinter dem Bündnis, das 2025 mit großen Versprechen gestartet war. Eines davon lautete, keine neuen Schulden zu machen. Gekommen sind Sondervermögen in Rekordhöhe.
Ein Bündnis aus Grünen, SPD und Linken käme auf 42 Prozent und hätte damit keine Mehrheit. Rein rechnerisch blieben nur zwei Varianten:
- eine blau-schwarze Koalition aus AfD und Union mit 45 Prozent
- eine Kenia-Koalition aus Union, SPD und Grünen
Die Union steckt also in der Klemme. Mit der AfD will sie wegen der eigenen Brandmauer nicht regieren. Die Alternative wäre ein Dreierbündnis mit genau den Grünen, deren Politik viele bürgerliche Wähler vor Kurzem noch abgewählt haben. Ist das noch Strategie oder schon Ratlosigkeit?
Der Abwärtstrend ist kein Ausreißer
Wer das als Einzelfall abtun möchte, macht es sich zu leicht. Anfang September lag die Union bei Forsa noch bei 21 Prozent. Im Insa-Meinungstrend für die „Bild“, der am Montag erschien, kam sie sogar nur auf 17,5 Prozent. Die Richtung ist in mehreren Umfragen dieselbe: Es geht abwärts.
Die Grünen unter Parteichefin Franziska Brantner profitieren offenbar davon. Sie haben die Oppositionsrolle angenommen und gewinnen wieder an Boden. Mit eigener Strahlkraft hat das aus Sicht vieler Beobachter wenig zu tun. Es zeigt eher, wie wenig die Union als Regierungspartei überzeugt.
Magdeburg als Brandbeschleuniger?
Offen ist, wie sich die Ereignisse in Sachsen-Anhalt auswirken. Dort wurde mit Tobias Rausch erstmals in Deutschland ein AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten gewählt. Medienberichten zufolge bekam der 35-Jährige schon im ersten Wahlgang 48 Stimmen.
Das sind mehr, als AfD und BSW zusammen Abgeordnete haben. Laut dem Bericht könnten die vier zusätzlichen Stimmen aus den Reihen der CDU stammen. Nachgewiesen ist das nicht, denn die Wahl war geheim. Politisch ist die Botschaft trotzdem deutlich: An der Basis bröckelt die Brandmauer, die die Parteispitze verteidigt.
Die AfD könnte daraus weiteren Rückenwind ziehen. Ob die Union profitiert, ist dagegen sehr fraglich. Eine Partei, die nach außen eine klare Linie zieht und intern Abweichler hat, wirkt auf viele Wähler weder verlässlich noch durchsetzungsstark. Für eine Kanzlerpartei ist das gefährlich, und die Zeit zum Umsteuern wird knapp.











