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02.03.2026
21:25 Uhr

Verfassungsschutz richtet Meldestelle für bedrohte Iraner ein – Teherans langer Arm reicht bis Deutschland

Verfassungsschutz richtet Meldestelle für bedrohte Iraner ein – Teherans langer Arm reicht bis Deutschland

Die Eskalation im Nahen Osten wirft ihre Schatten bis tief in die Bundesrepublik. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat nun eine spezielle Meldestelle eingerichtet, die iranischen Staatsbürgern in Deutschland als Anlaufpunkt dienen soll – konkret jenen, die sich durch Geheimdienstaktivitäten des Mullah-Regimes bedroht fühlen. Was zunächst wie eine bürokratische Routinemaßnahme klingt, offenbart bei genauerem Hinsehen ein erschreckendes Bild: Fremde Geheimdienste operieren offenbar weitgehend ungehindert auf deutschem Boden.

Teherans Spione im Herzen Europas

Wer glaube, ins Visier iranischer Nachrichtendienste geraten zu sein oder entsprechende Aktivitäten beobachtet habe, könne sich künftig telefonisch oder per E-Mail an die Behörde wenden, so das BfV. Der Hintergrund ist brisant: Iranische Geheimdienste versuchten derzeit verstärkt, oppositionelle Landsleute in Deutschland zu identifizieren und auszuspähen. Die Bundesregierung bezeichnet diese Praktiken als „transnationale Repression" – ein euphemistischer Fachbegriff für das, was in Wahrheit nichts anderes ist als die systematische Überwachung, Einschüchterung und Bedrohung von Menschen auf fremdem Staatsgebiet.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein autoritäres Regime betreibt auf deutschem Boden Geheimdienstoperationen gegen seine eigenen Bürger, die hier Schutz gesucht haben. Und die Antwort der deutschen Behörden? Eine Meldestelle. Keine Ausweisung von Diplomaten, keine harten Sanktionen, keine unmissverständliche diplomatische Reaktion – nein, eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse.

Die Sicherheitslage spitzt sich zu

Die Einrichtung der Meldestelle steht in direktem Zusammenhang mit der dramatischen Eskalation des Konflikts zwischen Israel und dem Iran. Seit den israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen und der iranischen Vergeltung mit Raketen hat sich die geopolitische Lage fundamental verändert. Die Sicherheitsbehörden beschreiben die Situation hierzulande als „angespannt", betonen aber gleichzeitig, es bestehe „keine Panik". Besonders der Schutz jüdischer Einrichtungen und Orte mit US-Bezug stehe im Fokus der Wachsamkeit.

Die Mehrheit der in Deutschland lebenden Exil-Iraner steht der Führung in Teheran ablehnend gegenüber – viele von ihnen sind gerade deshalb geflohen, weil sie unter dem theokratischen Regime um Leib und Leben fürchten mussten. Dass diese Menschen nun auch in ihrer vermeintlich sicheren neuen Heimat den Arm des Regimes spüren, ist ein Armutszeugnis für den deutschen Rechtsstaat.

Wo bleibt die konsequente Haltung?

Es drängt sich die Frage auf, warum Deutschland erst jetzt – unter dem Druck einer militärischen Eskalation – reagiert. Die Aktivitäten iranischer Geheimdienste auf deutschem Boden sind schließlich kein neues Phänomen. Bereits seit Jahren warnen Sicherheitsexperten vor der systematischen Unterwanderung und Überwachung iranischer Oppositioneller in Europa. Doch wie so oft in der deutschen Sicherheitspolitik wurde das Problem jahrelang kleingeredet, ignoriert oder bestenfalls verwaltet.

Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz steht nun vor der Herausforderung, nicht nur symbolische Maßnahmen zu ergreifen, sondern tatsächlich für die innere Sicherheit dieses Landes zu sorgen. Eine Meldestelle ist ein erster Schritt – aber eben nur ein erster. Was Deutschland braucht, ist eine konsequente Haltung gegenüber Staaten, die ihre Geheimdienstoperationen bis in deutsche Wohnzimmer ausdehnen. Wer auf deutschem Boden spioniert, einschüchtert und bedroht, muss mit harten Konsequenzen rechnen. Alles andere wäre eine Einladung an jedes autoritäre Regime dieser Welt, Deutschland als Spielwiese für ihre Repressionsmaschinerie zu missbrauchen.

Die Bürger dieses Landes – ob gebürtige Deutsche oder Menschen, die hier Schutz gesucht haben – verdienen einen Staat, der seine Souveränität verteidigt. Nicht mit Formularen und Hotlines, sondern mit Entschlossenheit.

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