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Kettner Edelmetalle
28.08.2026
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Volle Scheunen, leere Kassen: Brandenburgs Bauern schlagen Alarm

Volle Scheunen, leere Kassen: Brandenburgs Bauern schlagen Alarm
Symbolbild: KI-generiert

Die Mähdrescher sind zurück in den Hallen, die Felder abgeerntet – und trotzdem herrscht Katerstimmung. Brandenburgs Landwirte haben in diesem Sommer rund 2,3 Millionen Tonnen Getreide eingefahren, leicht mehr als im Vorjahr und exakt im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Doch bei der Vorstellung der Erntebilanz am Donnerstag in Teltow-Ruhlsdorf sprach Landesbauernpräsident Henrik Wendorff Klartext.

„In diesem Jahr werden in den wenigsten Agrarbetrieben schwarze Zahlen geschrieben, insbesondere in denen, die sehr ackerbauintensiv sind.“

Durchschnittliche Ernten reichten in Brandenburg schlicht nicht mehr aus, um profitabel zu wirtschaften, so Wendorff. Ein Satz, der aufhorchen lässt.

Die „kleine Oase“ im Hitzesommer

Während Süd- und Westdeutschland unter Hitze und Trockenheit litten, kam die Mark vergleichsweise glimpflich davon. Wendorff sprach von einer „kleinen Oase“ – und davon, dass man am Ende „mit einem blauen Auge“ davongekommen sei.

Ab 35 Grad leide jede Pflanze, erklärte der Bauernpräsident. Die Wintergerste habe von ihrer kurzen Vegetationszeit profitiert, der Raps dagegen enttäuschte auf ganzer Linie: Neben der Hitze setzten Kohlschotenmücke und Rapserdfloh den Beständen zu.

Bundesweit sieht es düsterer aus. Der Deutsche Bauernverband rechnet für 2026 mit einer unterdurchschnittlichen Getreideernte von rund 41,9 Millionen Tonnen und fordert ein Sofortpaket.

Warum gute Arbeit trotzdem kein Geld bringt

Die Rechnung ist bitter simpel: Hohe Kosten treffen auf niedrige Erzeugerpreise. Für Tierhalter sei vor allem der Strom ein Kostentreiber, im Ackerbau der Diesel, sagte Wendorff. Nach 2021 hatten Rekordpreise für Getreide und Raps den Ackerbau noch zum Ertragsbringer gemacht – von diesem Niveau ist der Markt weit entfernt.

Jetzt werde die Liquidität zum Problem. Der Verband fordert deshalb, Fördermittel früher auszuzahlen und die Betriebe bei Energie- und Kraftstoffkosten zu entlasten. Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt (SPD) räumte ein, die Lage sei schwierig – auf viele Faktoren hätten die Betriebe „schlicht keinen Einfluss“.

Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das der Punkt: Auf Wetter und Weltmarkt hat Berlin keinen Einfluss – auf Energiesteuern, Bürokratie und Abgaben sehr wohl.

Spargel: Kleinste Fläche seit 2015

Noch lauter klagt der Gartenbau. Rund 18.500 Tonnen Spargel wurden geerntet, 2,5 Prozent weniger als 2025. Die erntefähige Fläche schrumpfte um fast 200 auf gut 3200 Hektar – der niedrigste Wert seit 2015.

Klaus Henschel vom Gartenbauverband Berlin-Brandenburg beziffert den Produktionsrückgang je nach Betrieb auf sieben bis zehn Prozent. Sein Blick geht bereits auf 2027, wenn der Mindestlohn nach den Beschlüssen der Bundesregierung von 13,90 Euro auf 14,60 Euro steigt.

„Wenn die Kosten sich nicht decken, werden wir regionale Erzeugung verlieren.“

Die Politik solle sich anschauen, wie Österreicher, Schweizer und Franzosen ihre heimische Produktion schützten, so Henschel.

Und ab 2028 wird auch das Wasser teurer

Nach heftigem Streit steht ein Kompromiss: Erst ab 2028 zahlen Landwirte mehr fürs Wasser – dann 1,38 Cent je Kubikmeter, künftig aber auf die volle Entnahmemenge statt wie bisher nur auf sieben Prozent. Die ersten 3000 Kubikmeter bleiben frei, der Preis soll alle fünf Jahre um zehn Prozent steigen. Wendorff erwartet im Schnitt rund das Anderthalbfache der bisherigen Kosten.

Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Anlage- noch eine Rechts- oder Steuerberatung dar. Jeder Leser ist für seine wirtschaftlichen Entscheidungen selbst verantwortlich.

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