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Kettner Edelmetalle
29.06.2026
22:00 Uhr

Wadephul in Washington: Wenn der amerikanische Schutzschirm bröckelt – und Deutschland im Regen steht

Wadephul in Washington: Wenn der amerikanische Schutzschirm bröckelt – und Deutschland im Regen steht

Es ist ein Bild, das Bände spricht: Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist nach Washington, lässt sich von US-Außenminister Marco Rubio mit einem Handschlag im State Department empfangen – und im Gepäck trägt er nicht etwa eine Erfolgsgeschichte, sondern die bange Frage, wie verlässlich der transatlantische Partner überhaupt noch sein wird. Am Montag traf man sich, kurz vor dem NATO-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara, der bereits kommende Woche stattfinden soll. Und während in Berlin gerne von „Wertepartnerschaft“ und „transatlantischer Freundschaft“ geschwärmt wird, liegt die Realität deutlich unbequemer auf dem Verhandlungstisch.

5000 Soldaten weniger – und Berlin schaut zu

Die Vereinigten Staaten wollen ihre Truppenpräsenz in Europa reduzieren. Konkret sollen 5000 amerikanische Soldaten aus Deutschland abgezogen werden. Eine Zahl, die man in Berlin am liebsten kleinredet. Wadephul jedenfalls beeilte sich, die USA weiterhin als „wichtigsten Partner außerhalb Europas“ zu bezeichnen – ein bemerkenswerter Spagat, wenn der wichtigste Partner gerade dabei ist, seine schützende Hand ein gutes Stück zurückzuziehen.

Man fragt sich unweigerlich: Wie konnte es so weit kommen, dass die Bundesrepublik jahrzehntelang auf den amerikanischen Schutzschirm vertraute, während die eigene Bundeswehr kaputtgespart wurde? Jahre grüner und sozialdemokratischer Verteidigungspolitik haben eine Armee hinterlassen, die im Ernstfall kaum einsatzfähig wäre. Und nun, da Washington verständlicherweise mehr Eigenverantwortung der Europäer einfordert, herrscht in Berlin betretenes Schweigen.

Lastenteilung – ein unbequemes Wort für Versäumnisse

Wadephul kündigte an, mit Rubio über eine „neue Lastenteilung“ im Bündnis sprechen zu wollen. Ein hübsches Wort. Übersetzt bedeutet es schlicht: Deutschland muss endlich selbst zahlen, was es jahrzehntelang den Amerikanern überließ. US-Präsident Donald Trump dringt seit Langem darauf, dass die europäischen NATO-Staaten mehr Verantwortung für ihre eigene Verteidigung übernehmen. Eine Forderung, die – bei aller Polarisierung um Trumps Person – schlicht berechtigt ist.

Wer jahrzehntelang den Schutz anderer genießt, ohne selbst angemessen beizutragen, darf sich nicht wundern, wenn der Beschützer irgendwann die Geduld verliert.

Zusätzlich warf Trump den Europäern mangelnde Unterstützung im jüngsten Iran-Konflikt vor und drohte mehrfach damit, die NATO-Partner im Ernstfall nicht gegen Russland zu verteidigen. Harte Worte – doch sie sind das Ergebnis einer europäischen Politik, die sich lieber in moralischen Belehrungen erging, statt die eigene Wehrhaftigkeit ernst zu nehmen.

Ukraine, Iran und ein Gipfel voller Spannungen

Auf der Agenda standen ferner der russische Angriffskrieg in der Ukraine sowie die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Iran-Krieges. Beim Treffen in Ankara, das am kommenden Dienstag und Mittwoch stattfinden soll, dürfte das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Washington und seinen Verbündeten erneut auf eine harte Probe gestellt werden.

Für den deutschen Bürger bleibt eine ernüchternde Erkenntnis: Die geopolitische Großwetterlage wird rauer, die Bündnisse wackeliger, die Verlässlichkeiten brüchiger. In Zeiten wie diesen, in denen selbst militärische Schutzgarantien nicht mehr in Stein gemeißelt scheinen und die finanziellen Lasten durch milliardenschwere Sondervermögen weiter wachsen, gewinnt ein altes Prinzip neue Bedeutung: die Absicherung des eigenen Vermögens durch krisenfeste Werte. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Anker in unsicheren Zeiten bewährt – unabhängig davon, welche Bündnisse gerade Bestand haben und welche zerbrechen.

Es ist – und das ist nicht allein die Meinung unserer Redaktion, sondern die eines erheblichen Teils der deutschen Bevölkerung – höchste Zeit für eine Politik, die wieder die Interessen Deutschlands in den Mittelpunkt stellt. Eine Politik, die nicht auf fremde Schutzschirme hofft, sondern Wehrhaftigkeit, Souveränität und solide Staatsfinanzen ernst nimmt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die genannten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für Investitionsentscheidungen übernehmen wir keine Haftung.

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