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29.05.2026
16:46 Uhr

Wadephuls Wahlkampf in New York: Deutschland buhlt um einen Sitz im Weltsicherheitsrat – doch wie viel Gewicht hat Berlin noch?

Wadephuls Wahlkampf in New York: Deutschland buhlt um einen Sitz im Weltsicherheitsrat – doch wie viel Gewicht hat Berlin noch?

Es ist ein Schauspiel, das man durchaus mit einer gewissen Süffisanz betrachten darf: Außenminister Johann Wadephul (CDU) reist nach New York, um beim mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen die Werbetrommel zu rühren. Deutschland will einen der begehrten nicht ständigen Sitze im UN-Sicherheitsrat ergattern – für den Zeitraum 2027/2028. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Österreich und Portugal machen der einstigen Exportnation den Einzug streitig.

Optimismus trotz harter Konkurrenz

Wadephul gab sich vor laufenden Kameras betont zuversichtlich. Er habe, so erklärte er, beim Werben um die Kandidatur viel Zuspruch erfahren – Deutschland sei schließlich eine „starke und hörbare Stimme für Frieden und Sicherheit". Schöne Worte, gewiss. Doch wer die wirtschaftliche und außenpolitische Realität dieses Landes nüchtern betrachtet, der fragt sich: Wie laut ist diese Stimme tatsächlich noch?

„Wir biegen jetzt im Wahlkampf auf die Zielgerade ein. Deswegen werden wir nochmal alle Kräfte mobilisieren", verkündete Wadephul. „Wenn über globale Krisen gesprochen wird, will Deutschland sein Gewicht einbringen. Das ist der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt angemessen."

Man darf bei dieser Aussage durchaus innehalten. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt – noch. Doch eine Wirtschaft, die unter explodierenden Energiekosten ächzt, deren Industrie abwandert und die durch eine ideologiegetriebene Politik jahrelang in eine Sackgasse manövriert wurde, sollte vielleicht zunächst im eigenen Haus für Ordnung sorgen, bevor sie der Welt erklären will, wie Frieden gesichert wird.

Die nüchternen Fakten zum Sicherheitsrat

Dem Sicherheitsrat gehören 15 der insgesamt 193 UN-Mitgliedstaaten an. Fünf von ihnen – die Atom- und Siegermächte des Zweiten Weltkriegs, also die USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich – sind ständige Mitglieder und besitzen das entscheidende Vetorecht. Die übrigen zehn Sitze rotieren in einem Zwei-Jahres-Rhythmus. Deutschland bewirbt sich traditionell alle acht Jahre und war bereits sechsmal vertreten, zuletzt in den Jahren 2019 und 2020.

Friedenssicherung in Zeiten des amerikanischen Rückzugs

Pikant ist der Zeitpunkt. Während Wadephul sich in New York um diplomatisches Renommee bemüht, hat sich US-Präsident Donald Trump aus zahlreichen UN-Formaten zurückgezogen. Die Vereinten Nationen, dieses oft schwerfällige Konstrukt, stehen vor einem Bedeutungsverlust, den niemand ehrlich benennen will. Deutschland soll nun also in eine Lücke springen – mit welchen Mitteln eigentlich? Mit moralischen Appellen?

Auf der Agenda standen Treffen mit Vertretern kleiner pazifischer Inselstaaten sowie ein Gespräch mit dem Außenminister Costa Ricas. Am Montag wollte Wadephul an einer Sitzung der Generalversammlung zur Konfliktmediation teilnehmen.

Das Erbe der Vorgängerin

Ein bemerkenswertes Detail am Rande: Wadephuls Amtsvorgängerin Annalena Baerbock (Grüne) amtiert derzeit als Präsidentin der 80. UN-Generalversammlung – ein Mandat, das mit Beginn der nächsten Sitzungsperiode im September endet. Man möge selbst beurteilen, welches außenpolitische Erbe diese Ära hinterlassen hat. Werteorientierte Außenpolitik, so der vollmundige Anspruch, hat Deutschland in den vergangenen Jahren weniger Einfluss als vielmehr Spott eingebracht.

Was bleibt vom deutschen Gewicht?

Die zentrale Frage bleibt: Verfügt Deutschland überhaupt noch über jene Substanz, die einen Sitz im Sicherheitsrat rechtfertigen würde? Eine starke Stimme in der Welt setzt eine starke Nation voraus – wirtschaftlich, militärisch, gesellschaftlich. Wer im Inneren schwächelt, kann nach außen kaum überzeugen. Die Wahl am Mittwoch wird zeigen, wie die internationale Staatengemeinschaft Deutschland tatsächlich einschätzt – jenseits diplomatischer Höflichkeitsfloskeln.

In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, eskalierender Konflikte und einer fragwürdigen Weltordnung gewinnt eines an Bedeutung: die Rückbesinnung auf reale, krisenfeste Werte. Während Nationen um Symbolpolitik in Glaspalästen ringen, suchen kluge Bürger nach Stabilität, die unabhängig von politischen Stimmungen Bestand hat. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie auch dann ihren Wert bewahren, wenn diplomatische Versprechen längst verklungen sind – eine sinnvolle Beimischung für jedes krisensichere Portfolio.

Hinweis der Redaktion: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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