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Kettner Edelmetalle
29.05.2026
16:47 Uhr

Während Washington Kuba die Treibstoffhähne zudreht, rückt Havanna immer enger an Moskau – ein neues geopolitisches Schachspiel beginnt

Während Washington Kuba die Treibstoffhähne zudreht, rückt Havanna immer enger an Moskau – ein neues geopolitisches Schachspiel beginnt

Es ist eine Bewegung, die in den Hauptstädten des Westens für hochgezogene Augenbrauen sorgen dürfte: Kuba und die Eurasische Wirtschaftskommission haben einen gemeinsamen Fahrplan für die Jahre 2026 bis 2030 vereinbart. Unterzeichnet wurde das Papier am Rande des Fünften Eurasischen Wirtschaftsforums im kasachischen Astana – jenem von Russland dominierten Staatenverbund, der sich anschickt, im Schatten westlicher Sanktionen ein eigenes wirtschaftliches Gegengewicht aufzubauen.

Ein Abkommen mit Symbolkraft

Die Unterschriften setzten Kommissionschef Bakytzhan Sagintayev und Kubas Vizepräsident Salvador Valdés Mesa. Der neue Rahmen, so heißt es aus der Kommission, knüpfe an die bisherige Zusammenarbeit an – ein vorheriger Fünfjahresplan sei 2025 ausgelaufen. Künftig sollen direkte Kontakte zwischen Unternehmen aus den Mitgliedsstaaten und Kuba gefördert sowie gemeinsame Projekte angeschoben werden. Die kubanische Parteizeitung Granma nannte Tourismus, Handel und Biotechnologie als die Felder, auf denen Havanna die Kooperation ausbauen wolle.

Man muss kein geopolitischer Stratege sein, um die Botschaft zu entschlüsseln: Während die einen Türen zuschlagen, öffnet ein anderer sie weit.

Russlands lange Hand auf der Karibikinsel

Die 2014 gegründete Eurasische Wirtschaftsunion umfasst Russland, Belarus, Kasachstan, Kirgistan und Armenien. Offiziell soll sie den freien Verkehr von Waren und Dienstleistungen fördern – tatsächlich beschreibt etwa Reuters den Block unmissverständlich als von Russland geführt. Und genau dieser russische Einfluss ist es, der Kuba derzeit über Wasser hält.

Moskau lieferte in den vergangenen Jahren Öl und Weizen, russische Touristen kehrten auf die Insel zurück, und 2024 eröffnete die staatliche Novikombank in Havanna die erste russische Bankvertretung überhaupt. Unter dem bilateralen „Plan 2030“ sollen russische Unternehmen mehr als eine Milliarde US-Dollar investieren – vorrangig in Stromerzeugung, Landwirtschaft und öffentliche Infrastruktur.

Frühere Vorhaben scheiterten allerdings wiederholt an den kubanischen Zahlungsschwierigkeiten – verzögert, gestrichen, vertagt. Die Realität sozialistischer Mangelwirtschaft holt selbst die ehrgeizigsten Investitionspläne ein.

Washington zieht die Daumenschrauben an

Seit Januar blockieren die USA Treibstofflieferungen für Kuba – mit verheerenden Folgen. Anhaltende Stromausfälle, eine ohnehin schwere Wirtschaftskrise, die sich nun weiter zuspitzt. Die letzte Öllieferung traf laut Reuters Ende März an Bord eines russischen Tankers ein: 100.000 Tonnen Öl, gebracht von der „Anatoly Kolodkin“. Ein weiterer angekündigter Tanker ist bislang ausgeblieben.

Präsident Trump sprach offen von einem möglichen Eingreifen, US-Außenminister Marco Rubio schloss militärische Optionen nicht aus. Die Lage spitzt sich also nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sicherheitspolitisch zu. Kuba bleibt seit Januar 2021 lediglich Beobachterstaat der Union – ein Status ohne Mitgliedschaft, aber mit festem Platz in den Arbeitsformaten des Bündnisses.

Was bleibt: Die Lehre für den Sparer

Was sich hier abzeichnet, ist nichts weniger als die Neuvermessung wirtschaftlicher Machtblöcke. Während der Westen mit Sanktionen agiert und der Osten mit Krediten lockt, geraten ganze Volkswirtschaften zwischen die Mühlsteine geopolitischer Interessen. Wer glaubt, solche Verwerfungen blieben ohne Folgen für die globalen Märkte und damit auch für das eigene Vermögen, der irrt gewaltig.

Gerade in Zeiten, in denen Währungen zu politischen Waffen werden und ganze Staaten von Lieferketten abgeschnitten werden können, zeigt sich der unbestechliche Wert physischer Edelmetalle. Gold und Silber kennen keine Sanktionen, keine blockierten Tanker und keine geplatzten Fünfjahrespläne. Sie sind seit Jahrtausenden das, was sie sind: ein Anker der Stabilität, wenn die Gewissheiten ringsum ins Wanken geraten. Eine Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Portfolio bleibt daher ein bewährter Baustein zur Vermögenssicherung.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung. Für etwaige Verluste übernehmen wir keinerlei Haftung.

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