
Wenn Linke den Spiegel fürchten: Der absurde Kampf gegen „Lookismus"
Es gibt Momente, in denen man sich fragt, ob die Realität nicht längst jede Satire überholt hat. Ein neuer Trend aus der linken Clubszene liefert dafür den eindrucksvollen Beweis: In sogenannten alternativen Szeneclubs werden neuerdings die Spiegel von den Toilettenwänden entfernt. Der Grund? Man möchte den sogenannten „Lookismus" bekämpfen – also die vermeintliche Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Aussehens.
Eine Tunte ohne Spiegel: Der Auslöser der Debatte
Die Geschichte klingt wie ein schlechter Witz, ist aber bitterer Ernst. Eine Kolumnistin der linken Wochenzeitung „Jungle World" berichtet von einem Erlebnis, das selbst hartgesottene Beobachter des linken Milieus sprachlos zurücklässt. Als sogenannte „Soli-Tunte" war sie in einen alternativen Club eingeladen, um dort eine Veranstaltung zu moderieren. Als eine ihrer falschen Wimpern abging und sie diese vor einem Spiegel richten wollte, stand sie vor dem Nichts – buchstäblich. Der Spiegel fehlte.
Nicht etwa, weil er gestohlen oder beschädigt worden wäre. Nein, das Fehlen des Spiegels war eine bewusste ideologische Entscheidung. Man wolle damit „Lookismus" bekämpfen, wurde ihr erklärt. Die Ironie, dass ausgerechnet eine Drag-Künstlerin, deren gesamte Kunstform auf visueller Selbstdarstellung basiert, nun ohne Spiegel auskommen soll, scheint den Verantwortlichen entgangen zu sein.
Was ist „Lookismus" überhaupt?
Der Begriff „Lookismus" ist eine jener Wortneuschöpfungen, die das linke Milieu mit erstaunlicher Regelmäßigkeit hervorbringt. Abgeleitet vom englischen Wort „look" für Aussehen, bezeichnet er die angebliche Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes. Wer als „hässlich" gilt oder nicht den gesellschaftlichen Schönheitsnormen entspricht, werde demnach systematisch benachteiligt.
Selbst die Amadeu-Antonio-Stiftung hat sich des Themas angenommen. In einer Broschüre, die bezeichnenderweise vom Bundesfamilienministerium im Rahmen des Programms „Demokratie leben!" gefördert wurde, wird erklärt, dass Schönheit ein gesellschaftliches Konstrukt sei. Studien würden belegen, dass etwa die Körpergröße eines Mannes Einfluss auf sein Gehalt habe. „Lookismus" sei zudem eng mit Rassismus, Sexismus und weiteren Formen der Diskriminierung verknüpft.
Die Logik der Spiegellosigkeit
Doch hier wird es absurd: Wie genau soll das Entfernen von Spiegeln die Bewertung des Aussehens anderer Menschen verhindern? Ein Spiegel zeigt schließlich nur das eigene Abbild, nicht das der anderen Clubbesucher. Die Logik dieser Maßnahme erschließt sich selbst wohlwollenden Beobachtern nicht. Es wirkt vielmehr wie ein weiterer Beweis dafür, dass im linken Milieu der symbolische Aktionismus längst wichtiger geworden ist als tatsächliche Problemlösung.
Selbst Linke sind irritiert
Bemerkenswert ist, dass diese Maßnahme auch innerhalb der linken Szene auf Unverständnis stößt. Die betroffene Kolumnistin spricht von einem „schaurigen Zorn", den das Abhängen der Spiegel bei ihr ausgelöst habe. Sie wirft denjenigen, die aus „vorauseilender Korrektheit" Spiegel entfernen, politische Eitelkeit vor. Ein seltener Moment der Selbstreflexion in einem Milieu, das sich sonst durch bemerkenswerte Kritikresistenz auszeichnet.
Man könnte fast meinen, die Linken hätten endgültig den Verstand verloren. Doch vielleicht steckt dahinter auch eine tiefere Wahrheit: Wer sich selbst nicht mehr im Spiegel anschauen kann, der hängt ihn eben ab. Die Metapher könnte kaum treffender sein für eine Bewegung, die sich in immer absurderen ideologischen Verrenkungen verliert, während die echten Probleme unserer Gesellschaft ungelöst bleiben.
Wohlstandsverwahrlosung im Endstadium
Was wir hier beobachten, ist nichts anderes als Wohlstandsverwahrlosung in ihrer reinsten Form. Während Deutschland mit einer Wirtschaftskrise kämpft, die Kriminalität steigt und die gesellschaftliche Spaltung zunimmt, beschäftigen sich Teile der Gesellschaft mit der Frage, ob Spiegel auf Toiletten diskriminierend sein könnten. Es ist ein Luxusproblem, das sich nur Menschen leisten können, die von den echten Härten des Lebens weitgehend verschont geblieben sind.
Die traditionellen Werte unserer Gesellschaft – Leistung, Selbstverantwortung, gesunder Menschenverstand – werden zunehmend durch eine Ideologie ersetzt, die in allem und jedem eine Form der Unterdrückung zu erkennen glaubt. Dass dabei selbst die eigene Klientel irritiert zurückbleibt, scheint die Protagonisten dieser Bewegung nicht zu stören. Man fragt sich unwillkürlich, welche Alltagsgegenstände als nächstes dem Kampf gegen imaginäre Diskriminierungsformen zum Opfer fallen werden.
Eines steht fest: Monty Python hätte sich vor 45 Jahren nicht träumen lassen, dass die Realität ihre Sketche eines Tages in den Schatten stellen würde. Die Verblödung nimmt tatsächlich groteske Züge an – und ein Ende ist nicht in Sicht.
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