
Wirtschaftsforscher fordert Ende der Ost-West-Angleichung: Ein überfälliger Tabubruch?

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung wagt ein renommierter Ökonom das Undenkbare auszusprechen: Die milliardenschweren Bemühungen, Ostdeutschland wirtschaftlich an den Westen heranzuführen, seien gescheitert und sollten endlich aufgegeben werden. Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, bricht damit ein Tabu, das die deutsche Politik seit Jahrzehnten wie ein heiliges Mantra vor sich herträgt.
Die bittere Wahrheit hinter den Subventionsmilliarden
Was Gropp dem "Spiegel" gegenüber äußerte, dürfte vielen Steuerzahlern aus der Seele sprechen. Die Diskussion über unterschiedliche Wirtschaftsleistungen zwischen Ost und West bediene eine "überholte Erzählung", so der Wirtschaftswissenschaftler. Besonders brisant ist seine Analyse der psychologischen Dimension: Viele Ostdeutsche sähen sich als Opfer von Ungerechtigkeiten, die ausgeglichen werden müssten. Diese Erwartungshaltung werde permanent geschürt und immer wieder enttäuscht.
Man könnte hinzufügen: Und genau diese Opfermentalität wurde von der Politik jahrzehntelang kultiviert, um Wählerstimmen zu sichern. Statt ehrlich zu kommunizieren, dass strukturelle Unterschiede zwischen Regionen völlig normal sind, wurde ein Anspruchsdenken gefördert, das letztlich niemandem nützt.
Das Intel-Desaster als Paradebeispiel politischer Fehlsteuerung
Gropp nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er auf die gescheiterten Großprojekte verweist. Die bis zu zehn Milliarden Euro, die für die Intel-Ansiedlung in Magdeburg vorgesehen waren, hätten seiner Einschätzung nach deutlich besser in ostdeutschen Universitäten und in der Förderung von Start-ups angelegt werden können. Stattdessen wurden Milliarden in prestigeträchtige Leuchtturmprojekte gepumpt, die am Ende wie Kartenhäuser zusammenfielen.
"Ich glaube, es ergibt keinen Sinn mehr, Ost und West angleichen zu wollen."
Diese Worte des IWH-Präsidenten markieren einen Wendepunkt in der deutschen Wirtschaftsdebatte. Endlich traut sich jemand, die Realität anzuerkennen, anstatt weiter Luftschlösser zu bauen.
Investitionen in Köpfe statt in Beton
Der Vorschlag des Ökonomen, massiv in Forschung und Hochschulen zu investieren, klingt zunächst vernünftig. Doch auch hier muss man kritisch nachfragen: Wie viele Absolventen dieser geförderten Universitäten werden anschließend in den Westen oder ins Ausland abwandern? Die Erfahrung zeigt, dass Bildungsinvestitionen allein keine Wirtschaftsregionen retten können, wenn die grundlegenden Rahmenbedingungen nicht stimmen.
Was Deutschland tatsächlich bräuchte, wäre eine ehrliche Bestandsaufnahme: Welche Regionen haben überhaupt wirtschaftliches Potenzial, und welche werden dauerhaft auf Transferzahlungen angewiesen sein? Diese unbequeme Wahrheit auszusprechen, erfordert politischen Mut – eine Eigenschaft, die in der deutschen Politik bekanntlich Mangelware ist.
Ein Umdenken ist überfällig
Die Forderung von Gropp mag für manche provokant klingen, doch sie entspricht dem gesunden Menschenverstand. Regionale Unterschiede gibt es in jedem Land der Welt. Der Versuch, diese künstlich einzuebnen, hat Deutschland bereits Hunderte Milliarden Euro gekostet – ohne nachhaltigen Erfolg. Vielleicht ist es an der Zeit, diese Ressourcen sinnvoller einzusetzen und die Eigenverantwortung der Menschen wieder zu stärken, anstatt sie in einer Subventionsmentalität gefangen zu halten.
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