
ZDF im Kreuzfeuer: Medienminister Liminski geißelt KI-Fälschungen im Heute Journal als „absolutes No-Go"
Was sich am vergangenen Sonntag im Heute Journal abspielte, dürfte selbst hartgesottene Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in ungläubiges Staunen versetzt haben. Ausgerechnet in einer Sendung, in der Moderatorin Dunja Hayali vor gefälschten Clips im Internet warnte, strahlte das ZDF gleich zwei falsche Videoclips aus – darunter ein offensichtlich KI-generiertes Video mit dem Wasserzeichen des OpenAI-Tools Sora. Man könnte meinen, die Ironie sei so dick aufgetragen, dass sie selbst einem Satiriker die Schamesröte ins Gesicht treiben würde.
Liminski spricht von „gravierendem Fehler"
Der nordrhein-westfälische Medienminister und ZDF-Fernsehrat Nathanael Liminski (CDU) fand deutliche Worte für den Vorfall. Gegenüber dem Stern bezeichnete er die Ausstrahlung der manipulierten Sequenzen als „krasse Fälschung" und „gravierenden Fehler". Das ZDF müsse sich entschuldigen und den Fehler korrigieren – was angesichts der Tragweite des Vorfalls geradezu wie eine Untertreibung klingt.
„Die Machart dieses Beitrags torpediert dieses Ziel: Anstatt Desinformation und Deepfakes zu entlarven, wird auf Bildmaterial aus sachfremden Zusammenhängen sowie auf KI-generierte Fakebilder zurückgegriffen. Dies ist ein Tabubruch und ein absolutes No-Go."
Liminski betonte zudem, der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe bei der Recherche einen besonderen Anspruch. Die geltenden Maßstäbe hätten eine solche Täuschung des Publikums bereits bei der Entstehung des Beitrags verhindern müssen. Schöne Worte, gewiss. Doch die entscheidende Frage bleibt: Welche konkreten Konsequenzen werden daraus gezogen?
Doppelte Täuschung in einer einzigen Sendung
Der Beitrag über die US-Abschiebebehörde ICE enthielt nicht nur ein KI-generiertes Fake-Video, sondern auch einen zweiten irreführenden Clip. Darin wurde ein Junge gezeigt, der angeblich vor seiner Schule von einem Beamten abgeführt worden sei. Die Realität sah freilich anders aus: Das Kind war bereits 2022 wegen einer Amokdrohung in Gewahrsam genommen worden – ein völlig anderer Kontext, der bewusst oder fahrlässig unterschlagen wurde.
Besonders brisant: Die manipulierten Sequenzen wurden offenbar gezielt für das Heute Journal in den Beitrag hineingeschnitten. In einer Ursprungsversion soll die Fake-Sequenz noch nicht enthalten gewesen sein. Das wirft die unbequeme Frage auf, ob es sich hier tatsächlich um einen „Fehler" handelte – oder um gezielte Manipulation, die lediglich aufgeflogen ist.
Löschung, Wiederveröffentlichung, erneute Löschung
Das Chaos nach der Entdeckung sprach Bände. Die gesamte Sendung wurde zunächst aus der ZDF-Mediathek und von YouTube entfernt. Dann stellte man eine bearbeitete Version wieder online – nur um sie anschließend erneut zu löschen. Ein Verhalten, das weniger an souveräne Krisenkommunikation erinnert als vielmehr an panisches Spurenverwischen.
Der eigentliche Skandal: Strukturelle Verflechtung von Politik und Rundfunk
Dass ausgerechnet ein amtierender Landesminister gleichzeitig im ZDF-Fernsehrat sitzt, wirft ein grelles Schlaglicht auf die viel beschworene „Staatsferne" des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wie staatsfern kann ein Sender sein, wenn Regierungsmitglieder in seinen Aufsichtsgremien sitzen? Diese Frage stellt sich mit jedem derartigen Vorfall drängender.
Liminskis Kritik mag berechtigt sein – doch sie bleibt zahnlos, solange keine strukturellen Konsequenzen folgen. Eine Rüge hier, eine Entschuldigung dort, und dann? Weiter wie bisher? Der Bürger, der monatlich seinen Rundfunkbeitrag von 18,36 Euro entrichtet, hat ein Recht darauf zu erfahren, wer für diese Fälschung verantwortlich ist und welche personellen Konsequenzen gezogen werden.
Vertrauen verspielt – und das nicht zum ersten Mal
Der Vorfall reiht sich nahtlos ein in eine lange Kette von Glaubwürdigkeitskrisen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Manipulierte Tonspuren, als „zufällige Passanten" getarnte Parteifunktionäre, einseitige Berichterstattung – die Liste der dokumentierten Verfehlungen ist lang. Und jedes Mal heißt es: bedauerlicher Einzelfall, wird aufgearbeitet, kommt nicht wieder vor. Bis zum nächsten Mal.
In einer Zeit, in der das Vertrauen der Bevölkerung in Medien und Institutionen ohnehin auf einem historischen Tiefpunkt angelangt ist, wirkt ein solcher Vorfall wie ein Brandbeschleuniger. Wer Desinformation bekämpfen will, darf nicht selbst zum Desinformanten werden. Diese simple Erkenntnis scheint in den Redaktionsstuben des Mainzer Lerchenbergs noch nicht angekommen zu sein.
Die Debatte um eine grundlegende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – von der Abschaffung der Zwangsgebühr bis hin zur Umstellung auf ein freiwilliges Abo-Modell – dürfte durch diesen Skandal neuen Auftrieb erhalten. Und das zu Recht. Denn wer mit dem Geld der Bürger arbeitet, schuldet diesen Bürgern zumindest eines: die Wahrheit.
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