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Kettner Edelmetalle
18.08.2026
14:01 Uhr
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Agrarpreise brechen aus: JPMorgan warnt vor Hunger-Schock 2027

Agrarpreise brechen aus: JPMorgan warnt vor Hunger-Schock 2027
Symbolbild: KI-generiert

Mais, Weizen, Soja: An den Rohstoffbörsen läuft ein Preisbeben an, das bald jeder an der Supermarktkasse spüren dürfte. Der Bloomberg Agriculture Spot Index kletterte auf rund 406 Punkte — den höchsten Stand seit Anfang 2023 und etwa 27 Prozent über dem Tief von 2024. Und die Großbank JPMorgan warnt bereits offen vor der nächsten globalen Nahrungsmittelkrise.

Enttäuschende Ernten in Amerikas Kornkammer

Auslöser der jüngsten Aufwärtsbewegung waren vorläufige Ergebnisse der Pro Farmer Crop Tour, jener alljährlichen Feldbegehung durch den US-Mittleren Westen. Medienberichten zufolge liegen die Maiserträge in Ohio rund drei Prozent unter dem Vorjahr, in South Dakota sogar 14 Prozent. Auch die Hülsenzahlen bei Soja gingen zurück.

Schwere Unwetter und Überflutungen in Indiana und Ohio verstärkten die Sorgen um weitere Ernteschäden. Eine Branchenexpertin der Bendigo Bank Agribusiness ordnete die Lage so ein:

"Die Crop Tour hat die Märkte bislang eher gestützt, angesichts der erwarteten niedrigeren Erträge und des ungünstigen Wetters."

Chicagoer Mais-Futures nähern sich ihren Jahreshochs, Weizen notiert nahe Niveaus, die zuletzt 2023 gesehen wurden.

Die "fünf W" — und ein sehr unangenehmes Szenario

Für richtig Zündstoff sorgt eine Studie von JPMorgan mit dem Titel "Food Security Is National Security: A Compounding Storm". Ein Team um die Londoner Volkswirtin Nora Szentivanyi macht laut Berichten fünf Belastungsfaktoren aus — Krieg, Wetter, Lagerhaltung, Wasser und Verschwendung.

Störungen rund um die Straße von Hormus und ein möglicherweise historisch starker El Niño könnten Erträge drücken und die Nahrungsmittelinflation bis weit ins Jahr 2027 hochhalten. Die Analystin habe gewarnt, dies sei kein kurzlebiger Schock; der Preiszyklus dürfte bis ins erste Halbjahr 2027 Druck ausüben.

Konkret rechne die Bank damit, dass die globale Nahrungsmittelinflation von 2,8 Prozent im ersten Halbjahr 2026 auf rund fünf Prozent im ersten Halbjahr 2027 anzieht — ein Aufschlag von etwa 0,6 Prozentpunkten auf die weltweite Gesamtinflation. Besonders exponiert seien Reis, Zucker, Kaffee und Kakao sowie Volkswirtschaften in Süd- und Südostasien, Westafrika und Lateinamerika.

Der Dünger ist das Nadelöhr

Der eigentliche Schwachpunkt liegt dem Bericht zufolge beim Dünger. Stickstoffdünger muss zur Aussaat auf dem Feld sein — später lässt sich nichts nachholen. Wer diesen Zusammenhang verstanden hat, weiß auch, warum teures Gas und teurer Diesel mit zeitlicher Verzögerung im Brotpreis landen. Die aktuell ausufernde Diesel-Crack-Spanne gilt Marktbeobachtern als weiteres Warnsignal.

Was das für deutsche Haushalte bedeutet

Für Deutschland ist das brisant. Eine Industrie- und Agrarpolitik, die Energie über Jahre systematisch verteuert hat, trifft Landwirte und Verbraucher doppelt: über die Betriebskosten und über die Regale. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier, wie gefährlich es ist, Versorgungssicherheit ideologischen Zielen unterzuordnen — während Brüssel die Bürokratie für Höfe weiter ausbaut.

Noch ist der Agrarindex weit von den Extremwerten der Krisen 2008 bis 2010 und 2021/22 entfernt. Doch die Dynamik dreht nach oben. Und Inflation frisst Sparguthaben schneller, als jede Nullzinspolitik es je gestand.

Wer sein Vermögen gegen Kaufkraftverluste absichern will, setzt traditionell auf Substanz. Physisches Gold und Silber haben in Phasen kräftiger Preisschübe historisch als stabilisierende Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio gedient — ohne Emittentenrisiko, ohne Vertragsklauseln, ohne Politik.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen oder fachlichen Rat einholen.

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