
Berliner Buchhandlungen formieren sich gegen den Niedergang: Acht Indies schließen sich zusammen
Während das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr nur schleppend anläuft und die Umsätze einbrechen, greifen acht unabhängige Berliner Buchhandlungen zu einer bemerkenswerten Maßnahme: Sie gründen die IG Indie-Buchläden, eine Interessensgemeinschaft, die dem schleichenden Sterben des stationären Buchhandels entgegenwirken soll.
Dramatischer Umsatzrückgang im Weihnachtsgeschäft
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Eine Analyse von Media Control für das Branchenmagazin der Buchhändler und Verleger offenbart einen Umsatzrückgang von 7,3 Prozent in der Woche vor dem zweiten Advent im Vergleich zum Vorjahr. Ausgerechnet in jener Zeit, in der traditionell nach haltbaren und inspirierenden Geschenken gesucht wird, bleiben die Kassen erschreckend leer.
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig, doch sie spiegeln ein grundlegendes Problem wider, das weit über die Buchbranche hinausreicht: Der deutsche Einzelhandel ächzt unter explodierenden Mieten, während gleichzeitig immer mehr Bürger mit schrumpfenden Geldbeuteln kämpfen müssen. Die wirtschaftspolitischen Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre fordern ihren Tribut – und es sind die kleinen, inhabergeführten Geschäfte, die als erste unter die Räder kommen.
Jede vierte Buchhandlung musste schließen
Die Statistiken des Bundesamtes zeichnen ein düsteres Bild: Zwischen 2018 und 2023 musste rund jede vierte Buchhandlung in Deutschland ihre Türen für immer schließen. Das jüngste Opfer dieser Entwicklung ist die Buchhandlung Die Insel, die zum 31. Dezember den Betrieb aufgibt. Ein weiterer Verlust für die kulturelle Vielfalt der Hauptstadt.
Gegen diesen Negativtrend stemmen sich nun acht Berliner Buchläden aus Mitte, Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain. Der about bookshop, GOLDA books and more, die Buchkönigin, Stadtlichter, book affairs, ebertundweber, InterKontinental sowie Mouse and Bear wollen nicht zu einer gesichtslosen Kette wie Thalia oder Hugendubel mutieren – wohl aber zu einem tragfähigen Netzwerk, das gegenseitige Unterstützung ermöglicht.
Indies als demokratisches Rückgrat
Die Buchhändler verstehen sich selbst als „Teil des demokratischen Rückgrats dieser Gesellschaft". Eine Formulierung, die angesichts der zunehmenden Konzentration im Buchhandel durchaus berechtigt erscheint. Denn wo große Ketten das Sortiment bestimmen, droht kulturelle Verarmung. Unabhängige Buchhandlungen hingegen pflegen oft ein kuratiertes Angebot, das lokale Besonderheiten berücksichtigt und Nischen bedient, die für Konzerne uninteressant sind.
Ab 2026 planen die Indies gemeinsame Veranstaltungen, politische Kampagnen und Kooperationen mit Verlagen, Autoren und Leserinnen. Es ist der Versuch, in der Gemeinschaft jene Stärke zu finden, die dem Einzelnen längst abhandengekommen ist. Ob diese Strategie aufgeht, wird sich zeigen müssen. Fest steht jedoch: Ohne solche Initiativen droht dem unabhängigen Buchhandel das endgültige Aus – und damit ein weiterer Verlust an kultureller Substanz in unseren Städten.
Die Frage, die sich stellt, ist letztlich eine politische: Wie lange kann sich eine Gesellschaft leisten, ihre kulturellen Institutionen dem freien Spiel der Marktkräfte zu überlassen, während gleichzeitig die Rahmenbedingungen für kleine Unternehmer immer schwieriger werden?
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