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13.01.2026
19:06 Uhr

Berliner Nahverkehr vor dem Kollaps: Gewerkschaften drohen mit Winterstreiks

Berliner Nahverkehr vor dem Kollaps: Gewerkschaften drohen mit Winterstreiks

Die Hauptstadt steht vor einem verkehrspolitischen Desaster. Während Schnee und Eis die Straßen bereits in ein Chaos verwandeln könnten, bahnt sich bei den Berliner Verkehrsbetrieben ein Tarifkonflikt an, der das öffentliche Leben in der Metropole zum Erliegen bringen könnte. Die Gewerkschaft Verdi hat die Kampfansage bereits formuliert: Eine Eskalation sei nicht ausgeschlossen.

Verhandlungsauftakt mit verhärteten Fronten

Am Dienstag trafen sich die Delegationen der BVG und Verdi beim Kommunalen Arbeitgeberverband in der Charlottenburger Goethestraße zur ersten Verhandlungsrunde. Was als formaler Auftakt geplant war, zog sich weit in den Nachmittag hinein. Von konstruktiven Gesprächen könne keine Rede sein, so der Tenor beider Seiten. Die BVG machte unmissverständlich klar, dass jede Verbesserung gegenfinanziert werden müsse – ein deutliches Signal an die Gewerkschaft, dass die Zeiten üppiger Zugeständnisse vorbei sein könnten.

Jenny Zeller-Grothe, Vorständin Betrieb und Personal bei der BVG, betonte zwar das Streben nach fairen und nachhaltigen Lösungen. Doch hinter den diplomatischen Floskeln verbirgt sich ein handfester Interessenkonflikt, der die fast 16.000 Beschäftigten des Landesunternehmens betrifft.

Die Forderungen: Mehr Freizeit, weniger Stress

Der neue Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt, ein 35-jähriger Elektroniker, fordert eine echte Entlastung für das Fahrpersonal. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem:

Drei zusätzliche Urlaubstage für alle Mitarbeiter, was den Jahresurlaub von 30 auf 33 Tage erhöhen würde. Das Urlaubsgeld soll von 500 auf 1000 Euro verdoppelt werden. Die Mindestruhezeit zwischen den Diensten soll auf elf Stunden steigen. Besonders brisant: Die Wendezeiten an Endstationen sollen ausnahmslos auf sechs Minuten erhöht werden.

Obwohl die 35-Stunden-Woche offiziell nicht auf der Forderungsliste steht, macht Canyurt deutlich, dass dieses Thema keineswegs vom Tisch sei. Spätestens Anfang 2027 müsse diese Forderung Wirklichkeit werden, so der Gewerkschaftssekretär.

Die BVG zweifelt am Entlastungsnarrativ

Interessanterweise scheint sich bei der BVG ein Umdenken anzubahnen. Das Landesunternehmen hinterfrage zunehmend, ob weitere Entlastungen tatsächlich die gewünschten positiven Effekte bringen würden. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Trotz der Absenkung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 37,5 Stunden im Jahr 2021 liegt der Krankenstand im Fahrdienst bei über zwölf Prozent. Die Fluktuationsrate pendelt um die zehn Prozent.

„Die bisherigen Verbesserungen haben dazu beigetragen, dass die BVG als attraktiver Arbeitgeber gilt. Doch die Entlastungen reichen noch nicht aus."

So argumentiert Verdi. Die BVG hingegen verweist darauf, dass die Beschäftigtenzahl von 2021 bis zum vergangenen Jahr von rund 14.800 auf 15.860 gestiegen sei, während die Fahrleistung stagnierte oder sogar sank. Die Produktivität sei gesunken – und damit auch der finanzielle Spielraum für weitere Zugeständnisse.

Doppelte Bedrohung: Auch die S-Bahn verhandelt

Als wäre die Situation nicht bereits angespannt genug, laufen parallel Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer fordert acht Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von nur zwölf Monaten. Die Friedenspflicht endet am 28. Februar – danach könnten auch dort die Räder stillstehen.

Das Horrorszenario gleichzeitiger Arbeitsniederlegungen bei S-Bahn und BVG ist bislang noch nicht eingetreten. Doch die Wahrscheinlichkeit steigt mit jedem gescheiterten Verhandlungstag. Für die Berliner Pendler könnte dieser Winter zum Albtraum werden.

Ein Symptom tieferliegender Probleme

Die drohenden Streiks sind letztlich nur ein Symptom der chronischen Unterfinanzierung des öffentlichen Nahverkehrs in Deutschland. Jahrzehntelang wurde die Infrastruktur vernachlässigt, während gleichzeitig immer höhere Anforderungen an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gestellt wurden. Die Zeche zahlen am Ende die Bürger – sei es durch ausgefallene Verbindungen, überfüllte Züge oder eben durch Streiks, die das tägliche Leben lahmlegen.

Die nächsten Verhandlungstermine sind für den 29. Januar und den 18. Februar angesetzt. Bis dahin bleibt den Berlinern nur die Hoffnung, dass die Vernunft siegt – oder zumindest der Winter mild ausfällt.

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