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19.10.2026
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Beute im Online-Shop: Plünderer verhökern Raubgut auf Vinted!

Beute im Online-Shop: Plünderer verhökern Raubgut auf Vinted!
Symbolbild: KI-generiert

Erst zerschlagen sie Schaufenster, dann eröffnen sie den Online-Shop. Nach den schweren Krawallen in Frankreich am Samstag, dem 17. Oktober, taucht die Beute aus geplünderten Geschäften Medienberichten zufolge massenhaft auf Second-Hand-Plattformen wie Vinted auf. Manche Anbieter geben in ihren Anzeigen sogar offen zu, woher die Ware stammt.

Diebstahlsicherung inklusive

Was dort angeboten wird, liest sich wie die Inventarliste einer verwüsteten Einkaufsstraße: Make-up, Turnschuhe, Parfums, Videospiele, Fußballtrikots. Auf etlichen Fotos hängen nach Berichten französischer Medien, darunter Le Dauphiné libéré, noch die Sicherheitsetiketten an der Ware. Dreister geht es kaum.

Le Figaro berichtet von Dutzenden solcher Anzeigen, die schon kurz nach den Ausschreitungen online gewesen seien. Einige Verkäufer hätten die Produkte ausdrücklich als Beute vom „17. Oktober" beworben. In Frankreich gilt das als Hehlerei, und darauf stehen laut französischen Medien bis zu fünf Jahre Haft.

Plattformen geloben Härte, Paris lädt zum Krisengespräch

Vinted reagierte schnell, zumindest auf dem Papier. Ein Sprecher erklärte gegenüber FashionNetwork.com, man habe „unverzüglich Maßnahmen ergriffen, um mit den Plünderungen in Verbindung stehende Angebote zu identifizieren und zu entfernen". Die Anzeigen würden nun strenger überwacht, bei Verstößen drohten auch Kontosperrungen. Auch Leboncoin spricht Berichten zufolge von „Null Toleranz".

Die Regierung hat für Montagabend Vertreter mehrerer Handelsplattformen einbestellt, darunter Vinted, Amazon und eBay. Das berichtete der Sender RTL. Ob ein Gesprächstermin den digitalen Flohmarkt für Diebesgut austrocknet, darf man bezweifeln. Ein gelöschtes Konto ist schnell durch ein neues ersetzt. Wer Hehlerei wirklich bekämpfen will, braucht Ermittler, nicht nur Moderatoren.

Ein Land im Ausnahmezustand

Die Bilder vom Wochenende haben selbst erfahrene Beobachter schockiert. Eigentlich ging es bei dem landesweiten Protesttag um hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem. Hunderttausende demonstrierten friedlich. Doch gewalttätige Gruppen machten aus den Protesten Straßenschlachten.

Nach Behördenangaben wurden mehr als 600 Polizisten verletzt und über 2.000 Menschen festgenommen. In Limoges ging das über 140 Jahre alte Rathaus in Flammen auf. Premierminister Sébastien Lecornu sprach von einem „entsetzlichen Ausmaß an Gewalt". Nach seinen Worten hätten die Randalierer gezielt die Machtzentren in Paris ins Visier genommen, vom Élysée-Palast bis zur Nationalversammlung.

Luxusboutiquen und Postfilialen geplündert

In weiten Teilen der Hauptstadt flogen Steine durch Schaufenster, Läden wurden leergeräumt und Autos angezündet. Unter anderem plünderten Randalierer eine Filiale der Luxusmarke Céline auf der noblen Avenue Montaigne. Die Polizei setzte Tränengas ein. Laut französischen Medien wurden landesweit sogar Tausende Geschäfte geplündert.

Besonders verstörend ist ein Bericht von Le Monde: Eine Gruppe sehr junger Randalierer soll eine Postfiliale im dritten Arrondissement ausgeräumt haben. Einer der Beteiligten sei noch keine zehn Jahre alt gewesen. Was sagt das über eine Gesellschaft, in der Grundschüler bei Plünderungen mitmachen?

Die Rechnung zahlen die Ehrlichen

Den Schaden haben am Ende die, die nichts damit zu tun haben: kleine Händler und Gastronomen, deren Existenz über Nacht zertrümmert wurde. Dazu kommen Versicherte, deren Beiträge steigen werden, und Steuerzahler, die für Wiederaufbau und Polizeieinsätze aufkommen.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt das Pariser Wochenende, was passiert, wenn ein Staat das Gewaltmonopol nicht mehr überall durchsetzen kann und Eigentum nur noch so sicher ist wie das nächste Schaufenster. Frankreich ist dabei kein fernes Sonderbeispiel. Auch in Deutschland melden die Statistiken Rekordwerte bei der Kriminalität. Ein Staat, der das Eigentum seiner Bürger nicht schützt, verspielt das Vertrauen, auf dem er steht. Wenn sich Plündern über Online-Marktplätze auch noch lohnt, ist das ein Alarmsignal für ganz Europa.

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