Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
30.03.2026
13:49 Uhr

BlackRock-Chef Fink vollzieht die große Wende: „Woke Ära" offiziell gescheitert

Es ist eine jener Kehrtwenden, die man getrost als historisch bezeichnen darf – und die zugleich einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Larry Fink, Gründer und Chef des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, hat in einem Interview mit dem US-Sender Fox News die sogenannte „woke Ära" in der Wirtschaft für gescheitert erklärt. Ausgerechnet jener Mann, der über Jahre hinweg als einer der prominentesten Verfechter von ESG-Kriterien, Diversity-Quoten und nachhaltigem Investieren galt, rudert nun zurück. Das ideologische Pendel, so Fink, schwinge wieder in Richtung Pragmatismus.

Vom Vorreiter zum Reuigen: Finks erstaunliche Selbstkorrektur

Auf die direkte Frage, ob er die Woke-Ära – also den gesamten Vorstoß in Richtung ESG und DEI – als gescheitertes Experiment betrachte, antwortete Fink mit einem klaren Ja. Die Gesellschaft verändere sich, das Pendel schwinge ständig hin und her. Vor fünf Jahren sei es zu weit nach links ausgeschlagen. Heute sei man pragmatischer. Er selbst übrigens auch.

Man muss sich diese Worte auf der Zunge zergehen lassen. Hier spricht nicht irgendein mittelständischer Unternehmer aus dem amerikanischen Heartland, der schon immer skeptisch gegenüber dem bunten Zeitgeist war. Hier spricht der Mann, dessen Unternehmen mehr als 11 Billionen US-Dollar verwaltet und der mit seinen jährlichen Investorenbriefen über Jahre hinweg die Maßstäbe für nachhaltiges Investieren setzte. Wenn Larry Fink das Wort „gescheitert" in den Mund nimmt, dann hat das Gewicht – und zwar buchstäblich billionenschweres.

Die bequeme Ausrede: „War nie unsere Absicht"

Besonders bemerkenswert ist Finks Versuch, sich von der politischen Dimension seiner früheren Strategie zu distanzieren. BlackRock habe nie das Ziel gehabt, Unternehmen politisch zu beeinflussen, behauptete er. Die Aufgabe seines Hauses bestehe vielmehr darin, die Interessen der Anleger umzusetzen. Wer hundert Prozent in fossile Energieträger in Texas investieren wolle, dem werde man diesen Wunsch erfüllen. Wer ausschließlich in grüne Energie investieren wolle, dem ebenso. Es sei schließlich deren Geld.

Diese Darstellung dürfte bei vielen Beobachtern bestenfalls ein müdes Lächeln hervorrufen. Denn die Realität der vergangenen Jahre sah anders aus. BlackRock nutzte seine gewaltige Marktmacht, um auf Hauptversammlungen Druck auf Unternehmen auszuüben, die sich nicht den ESG-Kriterien unterwarfen. Republikanische Politiker in den USA warfen dem Konzern eine verdeckte politische Agenda vor – und sie hatten gute Gründe dafür. Dass Fink nun so tut, als sei alles nur ein Missverständnis gewesen, wirkt wie der Versuch eines Brandstifters, sich als Feuerwehrmann zu inszenieren.

Der Rückzug kam schleichend – und unter Druck

Tatsächlich vollzog BlackRock den Kurswechsel nicht über Nacht. Bereits Anfang 2025 zog sich das Unternehmen aus der „Net Zero Asset Managers Initiative" zurück und verlagerte seinen Schwerpunkt wieder stärker auf klassische Renditefelder wie Infrastruktur und Verteidigung. Der politische Druck, insbesondere aus republikanisch regierten US-Bundesstaaten, die ihre Pensionsfonds aus BlackRock-Produkten abzogen, dürfte dabei eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. Auch die Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus im Januar 2025 hat das politische Klima in den USA fundamental verändert – und mit ihm die Geschäftsstrategie der Wall Street.

Energie-Realismus statt grüner Träumerei

Besonders aufschlussreich sind Finks Aussagen zur Energiepolitik. Angesichts des wachsenden Energiebedarfs – nicht zuletzt durch den Boom der Künstlichen Intelligenz – sei ein einseitiger Fokus auf erneuerbare Energien schlicht nicht mehr tragfähig. Es könne heute nicht nur einen Weg geben, erklärte er. Stattdessen setze BlackRock auf einen breiteren Ansatz, der fossile Energieträger, erneuerbare Energien und neue Technologien gleichermaßen umfasse.

Man könnte auch sagen: Die Physik und die Ökonomie haben sich gegen die Ideologie durchgesetzt. Was konservative Kritiker seit Jahren anmahnen – dass eine moderne Industriegesellschaft nicht allein mit Wind und Sonne betrieben werden kann –, wird nun vom mächtigsten Vermögensverwalter der Welt bestätigt. Fink verwies dabei sogar auf China, wo parallel in Kernkraft, Solarenergie sowie Öl- und Gasimporte investiert werde. Ein pragmatischer Ansatz, den man sich auch in gewissen deutschen Ministerien zu Herzen nehmen sollte.

Deutschland: Woke bis zum bitteren Ende?

Während in den USA das ideologische Pendel offensichtlich zurückschwingt, stellt sich die berechtigte Frage, ob diese Erkenntnis auch den Weg über den Atlantik findet. Die Antwort fällt ernüchternd aus. In Deutschland scheint man von einem solchen Pragmatismus noch meilenweit entfernt zu sein. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar manches Versprechen gemacht, doch die Verankerung der Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz und das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen sprechen eine andere Sprache. Während BlackRock erkannt hat, dass ideologiegetriebenes Wirtschaften in eine Sackgasse führt, scheint man hierzulande fest entschlossen, genau diesen Weg weiterzugehen.

Es ist eine bittere Ironie: Der Chef jenes Konzerns, dem Kritiker vorwerfen, über seine Beteiligungen auch die deutsche Politik maßgeblich zu beeinflussen, erklärt die woke Ära für beendet – während seine vermeintlichen Schüler in Berlin munter weitermachen. Ob Friedrich Merz, der bekanntlich selbst beste Verbindungen zu BlackRock pflegt, die Botschaft seines ehemaligen Arbeitgebers vernommen hat, darf bezweifelt werden.

Ein Wendehals oder ein später Realist?

Die entscheidende Frage bleibt: Ist Larry Finks Kehrtwende ein Akt aufrichtiger Einsicht – oder schlicht opportunistisches Kalkül? Vieles spricht für Letzteres. Ein Mann, der 11 Billionen Dollar verwaltet, folgt keinen Überzeugungen, sondern dem Geld. Und das Geld fließt derzeit eben nicht mehr in Regenbogenfonds und ESG-Portfolios, sondern in Rüstung, Infrastruktur und fossile Energie. Fink tut das, was er immer getan hat: Er folgt dem Wind. Nur weht dieser Wind jetzt eben aus einer anderen Richtung.

Für die Millionen Menschen weltweit, die unter den Auswirkungen des „woke Kapitalismus" gelitten haben – von der Energiepreisexplosion über die Deindustrialisierung bis hin zur gesellschaftlichen Spaltung durch identitätspolitische Grabenkämpfe –, kommt diese Einsicht freilich reichlich spät. Der Schaden ist angerichtet. Und die Frage, wer dafür die Verantwortung trägt, wird mit einem lässigen „Das war nie unsere Absicht" sicherlich nicht beantwortet.

Eines aber steht fest: Wenn selbst der mächtigste Vermögensverwalter der Welt einräumt, dass das ideologische Experiment gescheitert ist, dann sollte das auch dem letzten Politiker in Berlin zu denken geben. Pragmatismus statt Ideologie – das wäre ein Motto, das nicht nur an der Wall Street, sondern auch am Bundestag gut aufgehoben wäre.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen