
CDU-Wirtschaftsflügel greift Teilzeitrecht an: Arbeitnehmer sollen sich künftig rechtfertigen

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU hat einen brisanten Vorstoß gewagt, der Millionen deutsche Arbeitnehmer direkt betreffen könnte. Unter der Führung von Gitta Connemann plant der Wirtschaftsflügel der Regierungspartei, den bisherigen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit massiv zu beschneiden. Was bisher als selbstverständliches Recht galt, soll künftig nur noch unter strengen Auflagen möglich sein.
„Lifestyle-Teilzeit" im Visier der Wirtschaftspolitiker
Der Antrag, der bereits für den CDU-Bundesparteitag Ende Februar vorbereitet wird, trägt den bezeichnenden Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit". Die Botschaft könnte kaum deutlicher sein: Wer seine Arbeitszeit reduzieren möchte, soll sich künftig vor seinem Arbeitgeber rechtfertigen müssen. „Wer mehr arbeiten kann, sollte mehr arbeiten", verkündet Connemann mit einer Direktheit, die an vergangene Zeiten erinnert, als Arbeit noch als Pflicht und nicht als verhandelbares Gut verstanden wurde.
Als akzeptable Gründe für eine Arbeitszeitreduzierung sollen nach den Plänen der MIT lediglich die Betreuung von Kindern, die Pflege von Angehörigen oder berufliche Weiterbildungen gelten. Die sogenannte freiwillige Teilzeit aus Gründen der persönlichen Lebensgestaltung würde damit faktisch abgeschafft.
Deutschland: Europameister in Sachen Teilzeit
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sprechen eine eindeutige Sprache: 29 Prozent der Deutschen arbeiteten 2024 in Teilzeit – ein historischer Höchststand. Besonders auffällig ist die Geschlechterverteilung: Während nahezu jede zweite Frau in Teilzeit beschäftigt ist, sind es bei den Männern gerade einmal zwölf Prozent. Deutschland nimmt damit europaweit eine Spitzenposition ein.
Doch halt – bevor man vorschnell von einer „Freizeitgesellschaft" spricht, lohnt ein genauerer Blick auf die Realität. Die überwiegende Mehrheit der Frauen arbeitet nicht etwa aus Bequemlichkeit in Teilzeit, sondern weil sie sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmern. Die viel beschworene „Lifestyle-Teilzeit" dürfte in der Praxis deutlich seltener vorkommen, als es die Rhetorik der Wirtschaftsunion suggeriert.
Kanzler Merz auf Linie mit dem Wirtschaftsflügel
Bundeskanzler Friedrich Merz dürfte den Vorstoß seiner Parteikollegen mit Wohlwollen betrachten. Bereits im vergangenen Frühjahr hatte er unmissverständlich klargestellt: „Wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten." Seine Reformagenda umfasst nicht nur die Abschaffung der täglichen Höchstarbeitszeit zugunsten einer flexibleren Wochenarbeitszeit, sondern auch die Streichung der telefonischen Krankschreibung.
Man mag von diesen Vorschlägen halten, was man will – eines muss man der neuen Bundesregierung zugestehen: Sie scheut sich nicht, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Der dramatische Fachkräftemangel, der die deutsche Wirtschaft zunehmend lähmt, erfordert tatsächlich ein Umdenken. Die Frage ist nur, ob die Einschränkung von Arbeitnehmerrechten der richtige Weg ist – oder ob nicht vielmehr bessere Rahmenbedingungen für Kinderbetreuung und Pflege geschaffen werden müssten, damit Menschen überhaupt in die Lage versetzt werden, mehr zu arbeiten.
Ein Kulturkampf um die Arbeitsmoral
Was sich hier abzeichnet, ist mehr als eine arbeitsrechtliche Detailfrage. Es geht um nichts weniger als die Frage, welchen Stellenwert Arbeit in unserer Gesellschaft haben soll. Die CDU-Wirtschaftsunion setzt ein klares Signal: Arbeit ist kein Lifestyle-Accessoire, sondern eine gesellschaftliche Verpflichtung. Ob diese Botschaft bei den Wählern ankommt, wird sich zeigen. Fest steht: Die Debatte um Leistungsbereitschaft und Arbeitsmoral ist zurück – und sie wird mit einer Schärfe geführt, die Deutschland lange nicht mehr erlebt hat.
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