
China überrollt Europas Automarkt: Bis zu 30 Prozent bis 2035!

Chinas Autobauer greifen nach Europa – und sie kommen schneller voran als gedacht. Analysten der US-Großbank Citi rechnen laut einer am Mittwoch verbreiteten Studie damit, dass chinesische Hersteller bis 2035 zwischen 15 und 30 Prozent des europäischen Automarkts erobern könnten. Aktuell sind es rund zehn Prozent.
Wie weit der Vormarsch geht, hängt dem Bericht zufolge vor allem an einer Frage: Wie hart wird Brüssel? Das Team um Analyst Harald Hendrikse hat drei Szenarien durchgerechnet – und sie unterscheiden sich dramatisch.
Drei Szenarien – ein Weckruf für Wolfsburg
Bleibt alles beim heutigen Regelwerk, wären demnach 30 Prozent Marktanteil drin. Würden die bestehenden Zölle auf chinesische Elektroautos auch auf Plug-in-Hybride ausgeweitet, läge die Grenze bei rund 25 Prozent.
Der schärfste Bremsklotz wäre laut Citi die geplante "Made in Europe"-Regel im sogenannten Industrial Accelerator Act der EU-Kommission. Sie würde chinesische Anbieter zwingen, vor Ort zu montieren und europäische Lieferketten zu nutzen. Der Anteil fiele in den nächsten zwei Jahren auf fünf Prozent und läge 2035 bei 15 Prozent.
Lokale Fertigung in der EU gleiche Chinas Kostenvorteile aus und schmälere so künftige Marktanteilsgewinne, heißt es sinngemäß in der Analyse.
Zehn Jahre Schrumpfkur für Europas Hersteller?
Die Warnung der Analysten hat es in sich: Europas Autobauern drohten zehn Jahre mit Volumenverlusten und Restrukturierung. Auch die asiatische Konkurrenz aus Japan und Südkorea gerate unter Druck – ihr Anteil sinke im Basisszenario von 20 Prozent im vergangenen Jahr auf unter 16 Prozent bis 2035.
Wie rasant die Verschiebung läuft, zeigen Zahlen der Bremer Beratung Schmidt Automotive Research: In 18 westeuropäischen Ländern kletterte der Marktanteil chinesischer Marken im April auf zehn Prozent – nach 4,9 Prozent ein Jahr zuvor. Eine Verdoppelung binnen zwölf Monaten. Getrieben wird sie von BYD und MG aus dem SAIC-Konzern.
Zölle allein reichen offenbar nicht
Die EU hatte 2024 Zusatzzölle auf E-Autos aus China verhängt. Gebremst hat das den Vormarsch nicht – die Hersteller wichen auf Hybride aus und bauen längst Fabriken in Europa. Berichten zufolge will BYD Ende 2026 im ungarischen Szeged die Produktion starten, mit einem angestrebten Lokalisierungsgrad von bis zu 70 Prozent.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart das ein Grundproblem europäischer Industriepolitik: Man reguliert die eigenen Hersteller mit Flottengrenzwerten und Verbrenner-Ausstiegsplänen an die Wand – und wundert sich dann, dass der Wettbewerber aus Fernost die entstandene Lücke füllt. Zölle und Local-Content-Quoten sind Symptombehandlung, keine Therapie.
Was das für Sparer bedeutet
Die Autoindustrie ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – mit hunderttausenden Arbeitsplätzen und ganzen Regionen, die an ihr hängen. Gerät sie in eine zehnjährige Abwärtsspirale, trifft das Steueraufkommen, Renten und Wohlstand.
Wer sein Vermögen breit aufstellt, sollte solche Strukturbrüche im Blick behalten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind an keine Branche, keine Bilanz und keinen Brüsseler Rechtsakt gebunden – als Beimischung in einem gestreuten Portfolio können sie ein sinnvoller Stabilitätsanker sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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