
Condor auf Brautschau: Deutsche Ferienflieger-Perle bald in arabischer Hand?

Es ist ein Sinnbild für den Zustand unserer Wirtschaftsnation: Ein einst stolzes deutsches Traditionsunternehmen sucht händeringend nach einem Retter – und blickt dabei sehnsüchtig in Richtung Golfregion. Condor, der bekannte Ferienflieger mit den charakteristischen Streifen am Rumpf, macht keinen Hehl mehr daraus, dass die Zukunft womöglich nicht in deutscher, ja nicht einmal in europäischer Hand liegen wird.
Ein Konzernchef spricht Klartext – und das lässt tief blicken
Condor-Chef Peter Gerber gab sich gegenüber dem Magazin "Stern" bemerkenswert offen. Man müsse kein Prophet sein, so ließ er sich zitieren, um vorherzusagen, dass Condor sich wahrscheinlich an ein größeres Konglomerat andocken werde. Übersetzt in Klartext: Der Alleingang ist vorbei, die Braut steht bereit, es fehlt nur noch der zahlungskräftige Bräutigam.
Und wer kommt infrage? Der naheliegendste Partner, der zehnmal größere Marktführer Lufthansa, scheide aus wettbewerbsrechtlichen Gründen aus. Also richtet sich der Blick woanders hin – nach Dubai, Abu Dhabi und Doha. Emirates, Etihad oder Qatar Airways stünden als potente Interessenten bereit, so die Überlegungen des Condor-Chefs.
Warum ausgerechnet die Golf-Airlines zugreifen könnten
Die Argumentation Gerbers hat es in sich: Die Golf-Fluggesellschaften hätten nach ihren Erfahrungen mit den USA im Irankrieg möglicherweise ein Interesse daran, sich weniger abhängig von ihrem Heimatmarkt zu machen. Ein Standbein in Europa käme da gerade recht. Auch die türkische Turkish Airlines gelte als heißer Anwärter, sei sie doch stark am Wachstum auf dem europäischen Kontinent interessiert.
Ein deutscher Ferienflieger, dessen Zukunft in den Händen von Golf-Monarchien und türkischen Staatskonzernen liegen könnte – willkommen in der wirtschaftspolitischen Realität des Jahres 2026.
Wie der deutsche Steuerzahler zum Miteigentümer wurde
Man muss sich vergegenwärtigen, wie es überhaupt so weit kommen konnte. In der Corona-Krise, als das Land in einen medizinisch fragwürdigen Dauer-Lockdown gezwungen wurde und ganze Branchen kollabierten, musste die Bundesregierung Condor mit einem millionenschweren Kredit vor dem Aus bewahren. Seither hält der deutsche Staat – und damit letztlich der Steuerzahler – satte 49 Prozent an der Fluggesellschaft.
Diese Anteile muss der Staat nun wieder loswerden. Weitere 49 Prozent gehören bereits dem britischen Finanzinvestor Attestor, der 2021 eingestiegen war. Ein weiteres deutsches Filetstück, das über Umwege in ausländische Hände wandert – die Liste solcher Fälle wird von Jahr zu Jahr länger.
Ein Symptom des größeren Übels
Der Fall Condor ist kein Einzelschicksal, sondern ein Symptom. Deutschland, einst die unangefochtene Wirtschaftslokomotive Europas, verkauft nach und nach sein Tafelsilber. Explodierende Energiekosten, eine erdrückende Steuerlast, überbordende Bürokratie und eine Politik, die lieber über Klimaneutralität im Grundgesetz philosophiert als solide Standortpolitik zu betreiben – all das treibt Unternehmen in die Arme ausländischer Käufer. Man fragt sich unweigerlich: Wo bleiben die Rahmenbedingungen, unter denen deutsche Unternehmen aus eigener Kraft gedeihen könnten?
Was der kluge Anleger daraus lernt
Die Geschichte von Condor führt eindrücklich vor Augen, wie fragil selbst etablierte Unternehmen sein können – abhängig von Krediten, Investoren und politischen Launen. Wer sein Vermögen langfristig schützen will, sollte sich fragen, worauf im Ernstfall wirklich Verlass ist. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber unterliegen keinen Übernahmegerüchten, brauchen keinen Investor aus der Golfregion und lassen sich nicht durch politische Fehlentscheidungen entwerten. Als solider Baustein eines breit gestreuten Portfolios haben sie sich über Jahrhunderte bewährt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist selbst verpflichtet, sorgfältig zu recherchieren, und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich. Für eine individuelle Beratung wenden Sie sich bitte an einen entsprechenden Fachexperten.
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