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Kettner Edelmetalle
16.03.2026
06:18 Uhr

Deutschlands Chemiebranche im freien Fall: Wenn eine Schlüsselindustrie um ihr Überleben kämpft

Es sind Zahlen, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss – allerdings mit bitterem Nachgeschmack. Die deutsche Chemieindustrie, einst stolzes Aushängeschild der Industrienation Deutschland, versinkt immer tiefer im Krisensumpf. Die Jahresbilanz 2025 liest sich wie ein Abschiedsbrief: Produktion minus 3,3 Prozent, Umsatz minus 3,8 Prozent, und eine Kapazitätsauslastung, die mit 72,5 Prozent so weit unter der Rentabilitätsschwelle von 82 Prozent liegt, dass man sich fragt, wie lange die Unternehmen dieses Spiel noch mitspielen können.

„Die Industrie funkt SOS" – und niemand scheint zu hören

VCI-Präsident Markus Steilemann fand im Dezember deutliche Worte. Die Industrie funke SOS, das Jahr 2025 sei erneut sehr schwierig gewesen, und der Blick nach vorn werde nicht rosiger. Man möchte hinzufügen: Das ist die Untertreibung des Jahrzehnts. Im zweiten Quartal 2025 wurde mit einer Auslastung von lediglich 71,7 Prozent der niedrigste Stand seit 1991 gemessen. Seit der Wiedervereinigung also. Damals lag ein ganzes Land in Trümmern – heute liegt offenbar nur die Wirtschaftspolitik in Scherben.

Die Ursachen sind so offensichtlich wie schmerzhaft. Deutsche Chemieprodukte sind international schlicht nicht mehr wettbewerbsfähig. Nicht etwa, weil die Qualität nachgelassen hätte oder die Ingenieure plötzlich verlernt hätten, was sie seit Generationen beherrschen. Nein. Es sind die Rahmenbedingungen, die den Standort Deutschland systematisch erdrosseln.

Die Energiepreisfalle: Selbst verschuldet, politisch gewollt?

Gas ist für die Chemieindustrie nicht irgendein Kostenfaktor – es ist Lebensader und Rohstoff zugleich. Grundchemikalien wie Ammoniak lassen sich ohne Gas schlicht nicht herstellen. Und genau hier liegt das Problem. Die politisch forcierte Abkehr von russischem Pipelinegas hin zu teurem Flüssigerdgas aus den USA hat die Gaspreise nachhaltig in die Höhe getrieben. LNG muss verflüssigt, mit Spezialtankern über den Atlantik geschippert und anschließend wieder regasifiziert werden. Jeder einzelne dieser Schritte kostet Geld – viel Geld.

Die Zahlen eines mittelständischen Chemiebetriebs sprechen Bände. Martina Nighswonger, Geschäftsführerin der Firma Gechem, berichtete, dass sich die Stromkosten ihres Unternehmens von 152.000 Euro im Jahr 2023 auf 267.000 Euro nahezu verdoppelt hätten – und das trotz einer eigenen Photovoltaikanlage mit Speicher. Die Gaskosten? Ebenfalls fast verdoppelt, zuletzt bei 415.000 Euro. Obendrauf kamen noch rund 60.000 Euro für die CO₂-Abgabe. Man fragt sich unwillkürlich: Wie soll ein Mittelständler unter solchen Bedingungen noch gegen die internationale Konkurrenz bestehen?

Die Stromwende als Preistreiber

Auch beim Strom sieht es nicht besser aus. Die sukzessive Umstellung auf erneuerbare Energien hat ein fundamentales Problem geschaffen, das die Ideologen der Energiewende geflissentlich ignorieren: Wind und Sonne liefern Strom, wann sie wollen – nicht wann die Industrie ihn braucht. In sonnen- und windreichen Zeiten überlasten Überkapazitäten die Netze, in den kalten, dunklen Wintermonaten hingegen entstehen massive Engpässe, die die Preise explodieren lassen. Batteriespeicher? Können diese Lücke bei weitem nicht schließen. Es ist die bittere Ironie einer Energiepolitik, die das Wünschen mit dem Können verwechselt hat.

Der CO₂-Preis: Klimaschutz auf Kosten der Existenz

Als wäre die Energiekostenlawine nicht genug, kommt der europäische Emissionshandel erschwerend hinzu. Das EU-ETS-System zwingt energieintensive Industrien, für jede ausgestoßene Tonne CO₂ Zertifikate zu erwerben. Der Clou dabei: Die EU reduziert die Anzahl der verfügbaren Zertifikate schrittweise – ein künstlich erzeugter Verknappungseffekt, der die Preise unaufhörlich nach oben treibt. Von durchschnittlich 66,46 Euro pro Tonne im Jahr 2024 ist der CO₂-Preis auf mittlerweile 88,52 Euro im Jahr 2026 gestiegen. Ein Anstieg um mehr als ein Drittel in nur zwei Jahren.

Man muss kein Wirtschaftsprofessor sein, um zu verstehen, was das bedeutet: Deutsche Chemieunternehmen werden durch regulatorische Auflagen systematisch aus dem Markt gedrängt, während Konkurrenten in China, Indien oder den USA unter völlig anderen Bedingungen produzieren. Klimaschutz ist zweifellos wichtig – aber wenn er dazu führt, dass die Produktion lediglich in Länder mit niedrigeren Umweltstandards verlagert wird, ist dem Klima damit kein Deut geholfen. Es ist nichts weiter als industrieller Selbstmord mit grünem Gewissen.

34.000 Arbeitsplätze – einfach weg

Die Konsequenzen dieser verfehlten Politik lassen sich längst in harten Zahlen ablesen. Seit 2022 sind in der deutschen Chemieindustrie rund 34.000 Arbeitsplätze gestrichen oder ins Ausland verlagert worden. Hinter jeder dieser Zahlen stehen Menschen, Familien, Existenzen. Facharbeiter, die über Jahrzehnte ihr Handwerk perfektioniert haben und nun feststellen müssen, dass ihr Arbeitsplatz nicht etwa wegen mangelnder Leistung, sondern wegen politischer Fehlentscheidungen verschwunden ist.

Konzerne wie BASF, Lanxess und Evonik stehen ebenso unter Druck wie unzählige kleine und mittelständische Unternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden. Oder besser gesagt: bildeten. Denn mit jedem Betrieb, der schließt oder abwandert, bröckelt ein weiteres Stück dieses Fundaments.

Der Iran-Konflikt als Brandbeschleuniger

Als wäre die strukturelle Krise nicht schon verheerend genug, hat die Eskalation im Nahen Osten die Situation noch einmal dramatisch verschärft. Die LNG-Preise haben sich infolge des Iran-Konflikts nahezu verdoppelt. Für eine Branche, die ohnehin am Tropf der Gaspreise hängt, ist das der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Der Verband der Chemischen Industrie hat seine Prognose für 2026 bereits kassiert. Statt des ohnehin schon pessimistischen Rückgangs von einem Prozent bei der Produktion dürften Umsatz und Output nun deutlich stärker einbrechen.

Ein Standort, der sich selbst abschafft

Was wir hier beobachten, ist kein konjunktureller Abschwung, der sich mit dem nächsten Aufschwung von selbst erledigt. Es ist eine strukturelle Erosion des Industriestandorts Deutschland, die sich seit Jahren abzeichnet und von der Politik nicht nur nicht verhindert, sondern durch überbordende Bürokratie, ideologiegetriebene Energiepolitik und eine erdrückende Abgabenlast aktiv befeuert wird. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar vollmundige Versprechen gemacht – doch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur wird die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen mit Schulden belasten, statt die eigentlichen Probleme an der Wurzel zu packen.

Die deutsche Chemieindustrie war einmal Weltspitze. Unternehmen wie BASF, Bayer und Hoechst haben Industriegeschichte geschrieben. Dass diese Branche heute um ihr nacktes Überleben kämpft, ist kein Naturgesetz – es ist das Ergebnis politischer Entscheidungen. Entscheidungen, die von Menschen getroffen wurden, die offenbar mehr Interesse an ideologischen Experimenten haben als am Wohlstand der eigenen Bevölkerung.

In Zeiten wie diesen, in denen ganze Industriezweige wegbrechen und die wirtschaftliche Unsicherheit mit jedem Tag wächst, rückt die Frage der Vermögenssicherung für den einzelnen Bürger immer stärker in den Vordergrund. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn Währungen an Kaufkraft verlieren und politische Instabilität die Märkte erschüttert. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Absicherung des eigenen Vermögens leisten.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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