
Dieselpreis sprengt alle Rekorde – und der Staat kassiert kräftig mit
Was viele Autofahrer längst am eigenen Geldbeutel spüren, ist nun auch statistisch belegt: Der Dieselpreis in Deutschland hat ein historisches Allzeithoch erreicht. Laut einer Auswertung des ADAC kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt sage und schreibe 2,327 Euro – und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent. Wohlgemerkt: nicht inflationsbereinigt. Die reale Belastung für den Bürger dürfte also noch deutlich schmerzhafter ausfallen.
Neue Preisregel verpufft am ersten Tag
Besonders pikant ist der Zeitpunkt dieses Rekords. Denn ausgerechnet am Tag des Inkrafttretens einer neuen Preisregelung, die den Verbraucher eigentlich entlasten sollte, explodierten die Spritpreise förmlich. Die neue Vorschrift – nach österreichischem Vorbild – erlaubt es Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags, ihre Preise anzuheben. Senkungen sind dagegen jederzeit möglich. Klingt vernünftig. In der Praxis jedoch nutzten die Mineralölkonzerne diese eine erlaubte Erhöhung offenbar schamlos aus: Im Schnitt stiegen die Preise am ersten Tag um rund 7,5 Cent auf einen Schlag.
Auch beim Superbenzin E10 sah es nicht besser aus. Der bundesweite Durchschnittspreis kletterte auf 2,129 Euro je Liter – ein neuer Jahreshöchststand. Wer also gehofft hatte, die neue Regulierung würde den Preisdruck mildern, wurde eines Besseren belehrt. Wieder einmal zeigt sich: Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht.
ADAC schlägt Alarm – Konzerne machen „Risikoaufschlag"
Der ADAC fand deutliche Worte. Die Preiserhöhungen seien unangemessen, da der Rohölpreis zwischen dem 31. März und dem 1. April sogar gesunken sei. Ein Preisexperte des Autoclubs bestätigte, was viele Kritiker von Anfang an befürchtet hatten: Die Mineralölkonzerne würden im Zweifel einen „Risikoaufschlag" einpreisen, weil sie ihre Preise nur noch einmal täglich anheben dürften. Die Neuregelung reduziere das hohe Preisniveau offenbar eher nicht. Der ADAC forderte das Bundeskartellamt auf, die Konzerne zur Mäßigung zu bewegen.
Doch Hand aufs Herz – wann hat das Bundeskartellamt jemals spürbar in die Preisgestaltung der Ölmultis eingegriffen? Die Hoffnung auf regulatorische Zähmung der Branche gleicht dem Versuch, einen Ozean mit einem Teelöffel auszuschöpfen.
Der Staat als stiller Profiteur
Was in der öffentlichen Debatte gerne unter den Tisch fällt: Je höher der Spritpreis, desto mehr verdient auch der Staat. Über die Mehrwertsteuer, die prozentual auf den Endpreis erhoben wird, steigen die Steuereinnahmen mit jedem Cent, den der Liter Diesel oder Benzin teurer wird. Energiesteuer, CO₂-Abgabe, Mehrwertsteuer – der Fiskus greift an jeder Ecke zu. Der Bürger zahlt also doppelt: einmal an die Konzerne und einmal an den Staat, der sich als Beschützer der Verbraucher inszeniert, während er selbst kräftig mitkassiert.
Als Hintergrund der weltweiten Preissteigerungen werden die geopolitischen Spannungen rund um den Iran genannt. Doch die Frage bleibt: Warum trifft es den deutschen Autofahrer stets besonders hart? Die Antwort liegt in einer Steuerlast, die im europäischen Vergleich ihresgleichen sucht, und einer Politik, die den Individualverkehr offenkundig als Melkkuh betrachtet, statt ihn zu entlasten.
Für Millionen Pendler, Handwerker und Spediteure, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, ist die Situation längst existenzbedrohend. Wer in ländlichen Regionen lebt, wo der öffentliche Nahverkehr bestenfalls rudimentär funktioniert, hat schlicht keine Alternative. Die Spritpreise sind damit nicht nur ein wirtschaftliches, sondern zunehmend auch ein soziales Problem – eines, das die Politik mit wohlklingenden Regulierungen offensichtlich nicht in den Griff bekommt.

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