
Einladung nach Florida: Trifft Putin im Dezember Trump beim G20-Gipfel?

Die USA haben Russlands Präsidenten Wladimir Putin offiziell zum G20-Gipfel nach Miami eingeladen. Das erklärte US-Außenminister Marco Rubio am Mittwoch am Rande der UN-Vollversammlung in New York, nachdem er dort seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen hatte. Ob der Kremlchef im Dezember tatsächlich nach Florida kommt, ist allerdings offen.
Washington hofft auf eine Zusage
Die US-Regierung wünsche sich, dass Putin die Einladung annehme, sagte Rubio. Der Gipfel sei eine Gelegenheit, direkt mit US-Präsident Donald Trump zu sprechen, aber auch mit anderen Staats- und Regierungschefs. Trump und Putin hätten seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit nach Rubios Worten schon mindestens ein Dutzend Mal telefoniert.
Ideal sei aus Sicht Washingtons ein Treffen, das auch zu einem greifbaren Ergebnis führe, so Rubio. Dafür brauche es viel Vorarbeit. Wer Probleme lösen wolle, müsse sich auch mit Menschen an einen Tisch setzen, mit denen er nicht einer Meinung sei. Außerdem wolle Washington sich laut Medienberichten um eine Waffenruhe im Energiesektor zwischen Russland und der Ukraine bemühen.
Gipfel im Golfclub des Präsidenten
Das Treffen ist nach bisheriger Planung für den 14. und 15. Dezember angesetzt. Austragungsort ist das Trump National Doral Miami, ein Golfresort im Besitz des Präsidenten. Die USA richten den Gipfel der 20 führenden Wirtschaftsmächte damit zum ersten Mal seit 2009 aus. Damals war Pittsburgh der Gastgeber. In diesem Jahr fällt die US-Präsidentschaft mit dem 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit zusammen.
Inhaltlich hat Washington die Agenda deutlich verschlankt. Im Mittelpunkt stehen der Abbau von Regulierung, bezahlbare und sichere Energieversorgung sowie neue Technologien. Südafrika hat Washington dagegen ausgeladen. Pretoria hat sich deshalb Berichten zufolge für die Dauer der US-Präsidentschaft vorübergehend aus dem G20-Prozess zurückgezogen.
Sieben Jahre ohne persönlichen Auftritt
Für Putin wäre die Reise ein bemerkenswertes Comeback. Persönlich nahm er zuletzt 2019 im japanischen Osaka an einem G20-Gipfel teil. 2021 war er zum Treffen in Rom zwar eingeladen, schaltete sich aber nur per Video zu. Seit dem russischen Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022 ließ sich Moskau bei den Gipfeln in der Regel von Außenminister Lawrow vertreten.
Zusätzliche Brisanz hat der Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Putin. Die USA sind allerdings kein Vertragsstaat des Gerichts und damit nicht verpflichtet, ihn zu vollstrecken.
Moskau zeigt sich zurückhaltend
Die Signale aus dem Kreml sind bislang gemischt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete kürzlich, Putin wolle wohl eher den von China ausgerichteten APEC-Gipfel besuchen und den G20-Gipfel in den USA auslassen. Kremlsprecher Dmitri Peskow ließ zudem wissen, wer Putin treffen wolle, könne nach Moskau kommen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich zuvor bereit erklärt, Putin in Miami zu treffen. Medienberichten zufolge wies Moskau diesen Vorschlag für Gespräche am Rande des Gipfels aber zurück. Trump selbst sagte, er wisse nicht, ob Putin sich auf ein Dreiertreffen einlassen würde. Persönlich sind Selenskyj und Putin nur ein einziges Mal zusammengekommen, im Dezember 2019 in Paris.
Europa schaut genau hin
Schon im August hatte die US-Regierung Russlands Finanzminister Anton Siluanow zu einem G20-Finanztreffen in North Carolina eingeladen. Laut Berichten stieß das in Europa auf Kritik. Mit der Einladung an Putin selbst legt Washington nun noch einmal nach.
Für Berlin und Brüssel stellt sich damit eine unbequeme Frage: Wie geht man mit einem Gastgeber um, der den Kremlchef ausdrücklich an den Verhandlungstisch holen will? Eine Antwort gibt es frühestens im Dezember. Dann dürfte sich zeigen, ob der Gipfel in Florida Bewegung in die festgefahrene Diplomatie bringt oder ob Putins Platz leer bleibt.

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