
Roter Teppich für Peking: Xi lobt Trump – und zielt auf Taiwan!

Kampfjets am Himmel, Soldaten auf Knien vor dem roten Teppich, der Präsident persönlich am Flughafen: Mit viel Pomp hat Donald Trump Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in Washington empfangen. Beim Gipfel im Weißen Haus am Donnerstag lenkte Xi das Gespräch dann gezielt auf das heikelste Thema überhaupt: Taiwan.
Laut der chinesischen Staatsagentur Xinhua forderte Xi die USA auf, an der „richtigen Haltung“ festzuhalten und eine Unabhängigkeit Taiwans abzulehnen. Klingt nach diplomatischer Floskel. Ist es aber nicht.
Ein Wort, das Weltpolitik verschieben könnte
Seit Jahrzehnten erklärt Washington, eine Unabhängigkeit der Insel „nicht zu unterstützen“. Das ist bewusst vage formuliert. Pekings Wunsch geht deutlich weiter: Die USA sollen sich aktiv gegen die Unabhängigkeit stellen.
Medienberichten zufolge ist es das erste Mal, dass Xi den US-Präsidenten öffentlich zu diesem Kurswechsel drängt. Eine frühere Beraterin im Nationalen Sicherheitsrat wird mit der Einschätzung zitiert, die Verschiebung möge semantisch wirken, ihre Folgen wären aber erheblich. Wie Trump reagierte, blieb zunächst offen. Eine US-Zusammenfassung des knapp zweistündigen Treffens lag nach Berichten zunächst nicht vor.
Brisant: Trump soll ein großes Waffengeschäft mit Taiwan bereits verschoben haben. Beobachter fürchten, die Insel könnte zur Verhandlungsmasse im Poker der Supermächte werden.
Harmonie-Show mit doppeltem Boden
Es war bereits der zweite Empfang für Xi und seine Frau Peng Liyuan durch Donald und Melania Trump. Schon am Vorabend hatte Trump seinen Gast am Flughafen abgeholt – ein Ehrenbeweis, der für Staatsgäste höchst ungewöhnlich ist. Beim Staatsbankett schwärmte Trump Berichten zufolge, die Verbindung zwischen beiden Ländern sei nie stärker gewesen.
Doch die Inszenierung überdeckt einen tiefen Graben. Offizielle US-Strategiepapiere führen China seit Jahren als Bedrohung. Peking tritt im Südchinesischen Meer immer aggressiver auf. Und es steht im Verdacht, Russland im Ukrainekrieg und den Iran im Konflikt mit den USA zu unterstützen.
Pikant obendrein: Erst im Juli hatte Trump China in einer seltenen Rede an die Nation vorgeworfen, die Präsidentschaftswahl 2020 manipuliert zu haben – jene Wahl, die er gegen Joe Biden verlor. Nun also Freundschaftsgesten. Wie passt das zusammen?
Xis langer Atem
Die Antwort liegt wohl in Pekings Strategie. Seit seinem Machtantritt 2012 hat Xi die Kontrolle über Taiwan zu einem Kernziel erklärt – notfalls mit Gewalt. Schon beim Gipfel in Peking im Mai 2026 hatte er gewarnt, ein falscher Umgang mit der Taiwan-Frage könne beide Länder in einen Konflikt stürzen. Jetzt, beim ersten US-Staatsbesuch seit 2015, legt er nach.
Warum das auch Deutschland angeht
Taiwan ist kein fernes Eiland für Geopolitik-Nerds. Die Insel ist der wichtigste Chip-Standort der Welt. Ohne Halbleiter aus Taiwan stehen in Wolfsburg, Stuttgart und München schnell die Bänder still. Der Chipriese TSMC baut gerade ein Werk in Dresden.
Jede Verschiebung im Machtgefüge zwischen Washington und Peking trifft also direkt die deutsche Industrie. Und Berlin? Die Bundesregierung wirkt in diesem Spiel wie ein Zuschauer auf der Tribüne – abhängig von Chips aus Asien, abhängig vom Schutzschirm aus Amerika.
Fazit: Lächeln für die Kameras, Poker hinter verschlossenen Türen
Der Gipfel zeigt, wie schnell sich vermeintlich feste Gewissheiten der Weltordnung verschieben können. Für Sparer ist das ein Weckruf. In Zeiten, in denen Supermächte Grundsatzpositionen neu verhandeln, gewinnen krisenfeste Werte an Bedeutung. Physisches Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als stabile Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen bewährt – unabhängig davon, wer gerade wem den roten Teppich ausrollt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
- Themen:
- #Energie

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











