
Entwicklungshilfe im Senegal: Wie deutsche Steuermilliarden am Ende bei der Wall Street landen

Es gibt Geschichten, die klingen so absurd, dass man sie für Satire halten könnte – wären sie nicht bittere Realität. Wer verstehen möchte, in welchem Zustand sich die deutsche Entwicklungspolitik befindet, der werfe einen nüchternen Blick auf das, was mit unseren Steuergeldern im westafrikanischen Senegal geschieht. Am Ende dieser Kette stünde nämlich, so muss man es formulieren, ausgerechnet der weltgrößte Vermögensverwalter. Ehrlicher wäre es fast, das Geld direkt nach New York zu überweisen.
Merz und die große Geste der Weltrettung
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Senegal offenbar in sein Herz geschlossen. Bei einem Auftritt im Bundestag verteidigte er die üppige Entwicklungshilfe mit den bekannten Formeln: Ein wohlhabendes Land wie die Bundesrepublik müsse dazu beitragen, dass sich Regionen dieser Welt stabil entwickeln könnten. Und man ahnt es bereits – dies werde man selbstverständlich auch in Zukunft fortsetzen.
Allein für das Jahr 2023 gehe es dabei um satte 288 Millionen Euro. Diese Summe hatte bereits die inzwischen zerbrochene Ampel-Koalition zugesagt. Merz hält daran nicht nur fest, er möchte die Zusammenarbeit sogar ausweiten – was in der Sprache Berliner Ministerien schlicht bedeutet: der Geldfluss soll steigen. Über die entscheidende Frage jedoch – was die Menschen vor Ort davon eigentlich haben – schweigt man sich lieber aus.
Eine Straße, ein Bergbau-Multi und ein interessanter Nutznießer
Schauen wir uns an, wohin die Millionen fließen. Rund 170 Millionen Euro sind laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für Projekte der sogenannten „gerechten Energiewende" vorgesehen. Die restlichen 118 Millionen Euro landen als direkte Budgethilfe im senegalesischen Staatshaushalt – die Regierung in Dakar könne damit also im Grunde tun, was ihr beliebt.
Präsident Bassirou Diomaye Faye erklärte bei seinem Berlin-Besuch, ein Großteil fließe in Infrastrukturprojekte. Und genau hier lohnt der zweite Blick. Das größte Vorhaben des Landes ist die 240 Kilometer lange Fernstraße Labé-Fongolembi. Was diese Asphaltpiste vor allem leistet? Sie erschließt ein gewaltiges Bergbauprojekt aus zwei Minen, das von der verbesserten Anbindung erheblich profitiert.
Betreiber beider Minen ist der Goldproduzent Endeavour Mining Plc. mit Sitz in London. Für den Konzern ist das ein glänzendes Geschäft – die Kosten des Straßenbaus trägt er nicht.
Der Staat zahlt, der Konzern kassiert
Man könnte nun annehmen, wenigstens der senegalesische Staat verdiene an dem Ganzen kräftig mit. Ein Trugschluss. An der Mine selbst hält Dakar lediglich zehn Prozent. An der Muttergesellschaft Endeavour Mining? Nichts. Der Konzern befindet sich im Besitz institutioneller Anleger, von Fondsgesellschaften und Vermögensverwaltern rund um den Globus.
Und der größte Einzelaktionär trägt einen Namen, der Kritikern des Kanzlers ein müdes Lächeln entlockt: BlackRock. Die Beteiligungsangaben schwanken je nach Quelle zwischen sechs und zwölf Prozent, ein strategischer Großinvestor sei der Finanzriese damit nicht – doch die Symbolik dieser Konstellation ist kaum zu übertreffen.
Der real existierende Entwicklungswahnsinn
Fassen wir das Meisterwerk deutscher Steuerverschwendung noch einmal zusammen: Der deutsche Bürger finanziert mit dreistelligen Millionenbeträgen eine Straße, von der vor allem ein Bergbauprojekt profitiert. Dieses Projekt gehört einem ausländischen Konzern, an dem der Senegal keinerlei Anteile hält und der sich am Straßenbau mit keinem Cent beteiligt. Die Gewinne wandern schließlich zu internationalen Fonds – allen voran zu jenem Vermögensverwalter, für dessen deutsche Tochter Friedrich Merz einst tätig war. Noch Fragen?
Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um hier ein System zu erkennen, das sich seit Jahren durch die Regierungen zieht. Schon bei der Griechenland-„Rettung" ging es weniger um die Menschen vor Ort als um die Rettung von Banken und Bilanzen. Die Muster wiederholen sich mit einer Beharrlichkeit, die nur zwei Erklärungen zulässt: entweder erschütternde Naivität oder kalkulierte Interessenpolitik. Beides ist für ein Land, dessen eigene Infrastruktur bröckelt und dessen Bürger unter Rekordinflation ächzen, gleichermaßen unerträglich.
Wenn im eigenen Land das Geld fehlt
Während Berlin die Welt beglückt, warten deutsche Kommunen auf Sanierungsgelder, ächzen Familien unter Abgabenlast und explodierenden Energiepreisen, und die versprochene Haushaltsdisziplin des Kanzlers – „keine neuen Schulden" – ist längst einem 500-Milliarden-Sondervermögen gewichen. Das Geld, so wird deutlich, ist durchaus vorhanden. Es fließt nur eben zuverlässig überallhin, nur nicht dorthin, wo der deutsche Steuerzahler es sich am dringendsten wünschte: in sein eigenes Land.
Es wäre an der Zeit, dass wieder Politiker Verantwortung übernehmen, die für Deutschland und seine Bürger arbeiten – und nicht als Erfüllungsgehilfen internationaler Finanzkonzerne. Diese Einschätzung teilt inzwischen ein wachsender Teil der deutschen Bevölkerung.
Was bleibt: die Frage nach echter Werterhaltung
Geschichten wie diese führen dem Sparer schmerzhaft vor Augen, wie sorglos in Berlin mit erarbeitetem Vermögen umgegangen wird. Wer sein Erspartes vor politischer Willkür, ausufernder Staatsverschuldung und schleichender Geldentwertung schützen möchte, denkt zunehmend über krisenfeste Alternativen nach. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie ihren Wert bewahren – unabhängig von der Fehlpolitik einzelner Regierungen. Als solide Beimischung eines breit gestreuten Vermögens erfüllen sie eine Funktion, die kein Politikerversprechen ersetzen kann: echte, greifbare Sicherheit.
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