
Europas Bauern am Abgrund: Millionen Höfe verschwinden – und Brüssel schaut zu
Ein stiller Exodus vollzieht sich auf dem europäischen Land. Während die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen unbeirrt das umstrittene Mercosur-Freihandelsabkommen vorantreibt, kämpfen Millionen Landwirte ums nackte Überleben. Am Donnerstag werden rund 10.000 Bauern aus ganz Europa in Brüssel aufmarschieren – ein verzweifelter Hilferuf, der in den klimatisierten Büros der Eurokraten vermutlich ungehört verhallen wird.
Das große Sterben der kleinen Höfe
Die Zahlen sind erschütternd: Seit 2005 ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU um sage und schreibe 37 Prozent eingebrochen. Von einst über 14 Millionen Höfen existieren heute nur noch etwa 9,1 Millionen. In Deutschland schrumpfte die Zahl der Betriebe zwischen 2010 und 2024 von 299.100 auf 255.010 – ein Rückgang, der sich wie ein schleichendes Gift durch die ländlichen Regionen frisst.
Besonders dramatisch stellt sich die Lage in Frankreich dar. Dort sank die Zahl der Betriebe allein zwischen 2020 und 2023 von 390.000 auf 349.000. In Spanien verschwanden innerhalb von 24 Jahren fast 40 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe – von 1,3 Millionen auf gerade noch 784.141. Und das Höfesterben beschleunigt sich: Allein in den Jahren 2020 bis 2023 gaben 111.000 spanische Betriebe auf.
Mercosur: Der Todesstoß für Europas Landwirtschaft?
Als wäre die Situation nicht bereits prekär genug, plant die EU-Kommission nun die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur. Am 20. Dezember soll in der brasilianischen Stadt Foz do Iguaçu der Vertrag besiegelt werden, der Fleisch und Getreide aus Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay und Bolivien nahezu ungehindert auf den europäischen Markt schwemmen würde.
Die Landwirte sind außer sich. Während sie in Europa mit immer strengeren Umweltauflagen, Dokumentationspflichten und Kontrollen gegängelt werden, dürfen südamerikanische Produzenten unter völlig anderen Standards wirtschaften. Ein französischer Bauer brachte es auf den Punkt: „Wir wollen nichts weiter als die Einhaltung der europäischen Regeln, die für alle gleich sind. Ist das ein Wunschtraum?"
Frankreich stemmt sich gegen den Wahnsinn
Immerhin zeigt Frankreich Rückgrat. Die Nationalversammlung lehnte das Abkommen nahezu einstimmig ab. Wirtschaftsminister Roland Lescure stellte drei klare Bedingungen: eine wirksame Schutzklausel, die Anwendung europäischer Produktionsnormen auf Importe und strikte Importkontrollen. Solange diese nicht erfüllt seien, werde Frankreich das Abkommen nicht akzeptieren.
„Die Agrarpolitik, die unsere Regierungen seit Jahrzehnten betreiben, gräbt das Grab dieser Landwirtschaft, die sich die Mehrheit der Franzosen wünscht."
So formuliert es Coline Sovran von der Organisation „Terre de Liens" – und trifft damit den Nagel auf den Kopf.
Konzentration statt Vielfalt: Das Ende der Familienbetriebe
Was wir erleben, ist nichts weniger als die systematische Zerstörung einer jahrhundertealten bäuerlichen Kultur. Die kleinen Familienbetriebe verschwinden, während Agrarkonzerne immer größere Flächen unter ihre Kontrolle bringen. In Spanien stieg die durchschnittliche Betriebsgröße von 20,73 Hektar im Jahr 1999 auf 30,46 Hektar im Jahr 2023. Die Zahl der Rinderbetriebe kollabierte von 188.211 auf 79.279, bei den Schweinebetrieben blieben von einst 180.600 gerade noch 30.800 übrig.
Diese Entwicklung hat fatale Konsequenzen für die Ernährungssicherheit. Wie Hélène Béchet von Terre de Liens anmerkt, ist bereits die Hälfte des französischen Ackerlandes für den Export bestimmt. Die Abhängigkeit von internationalen Märkten wächst, während die regionale Versorgung erodiert.
Ukraine-Importe verschärfen die Krise
Als ob Mercosur nicht genug wäre, leiden die europäischen Getreidebauern zusätzlich unter massiven Importen aus der Ukraine. Die spanische Agrarvereinigung ASAJA warnt, dass diese Importe „tausende Familienbetriebe in den Ruin" treiben. Die Erzeugerpreise befinden sich im freien Fall, während die Betriebskosten in den vergangenen zehn Jahren regelrecht explodiert sind.
Die neue GAP: Noch mehr Bürokratie, noch weniger Hilfe
Und was plant die EU? Weitere Kürzungen der Hilfsleistungen durch die neue Gemeinsame Agrarpolitik. Alfredo Berrocal vom spanischen Viehzüchterverband warnt eindringlich: „Da wir über Budgetkürzungen von mehr als 30 Prozent sprechen, könnte dies zur Vernachlässigung ländlicher Gebiete führen."
Copa-Cogeca, die größte Landwirtschaftsorganisation der EU, bezeichnet die Entscheidung der Kommission, das Mercosur-Abkommen fortzusetzen, als „einen historischen Fehler für das europäische Projekt, seine Landwirte und Verbraucher".
Ein Weckruf für Deutschland
Die Proteste der Bauern sind mehr als nur Standesinteressen – sie betreffen uns alle. Wer glaubt, Lebensmittel kämen aus dem Supermarkt, wird eines Tages bitter erwachen. Die Ernährungssouveränität Europas steht auf dem Spiel. Bis 2030 wird ein Viertel der Landwirte in den Ruhestand gehen – und Nachfolger sind Mangelware.
Es ist höchste Zeit, dass die Politik aufwacht und die Interessen der eigenen Bevölkerung über ideologische Freihandelsträume stellt. Denn ohne Bauern gibt es kein Essen – so einfach ist das.
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