
Fall Liana K.: Geheime Akten, ein Iraker und ein Staat, der nichts tat

Neue Behördenakten zum Tod der 16-jährigen Liana K. zeichnen ein verheerendes Bild. Der Iraker, der das Mädchen im August 2025 am Bahnhof Friedland vor einen Güterzug gestoßen haben soll, war den Unterlagen zufolge nicht nur seit Monaten ausreisepflichtig. Die Bundespolizei führte ihn auch als „Mitglied einer geheim gehaltenen Vereinigung oder Gruppen“, und der Verfassungsschutz will dazu nichts sagen.
Ein Mädchen, das in Deutschland Schutz suchte
Liana K. war 2022 mit ihrer Familie vor dem Krieg aus der Ukraine nach Deutschland geflohen. Am 11. August 2025 wartete die Auszubildende in Friedland auf ihren Zug. Ein Güterzug raste durch den Bahnhof, sie wurde gegen ihn gestoßen und war sofort tot.
Das Landgericht Göttingen sah es im April 2026 als erwiesen an, dass der heute 31-jährige Muhammad A. die Tat begangen hat. Ein Gutachten habe bei ihm eine paranoide Schizophrenie festgestellt, deshalb sei er zur Tatzeit schuldunfähig gewesen. Statt ins Gefängnis soll er dauerhaft in die Psychiatrie. Medienberichten zufolge haben beide Seiten Revision eingelegt, rechtskräftig ist das Urteil also noch nicht.
Die Chronik eines Versagens
Die Akten, über die zuerst das Portal Nius berichtete, lesen sich wie ein Drehbuch des Scheiterns. Die wichtigsten Stationen:
- August 2022: Drei Tage nach seiner Einreise soll der Iraker in Braunschweig eine Körperverletzung begangen haben. Eine Erstuntersuchung in Bad Fallingbostel habe keine psychische Erkrankung ergeben.
- September und November 2022: Niedersachsens Polizei-, Ausländer- und Aufnahmebehörden bekommen zweimal Sicherheitsbedenken gemeldet.
- Dezember 2022: Das BAMF lehnt den Asylantrag ab. Zuständig ist nach den Dublin-Regeln Litauen, das der Rücknahme sogar zugestimmt hatte.
- Januar 2023: Er klagt vor dem Verwaltungsgericht Göttingen. Weil das Gericht eine aufschiebende Wirkung anordnet, darf er vorerst nicht abgeschoben werden. Das Verfahren dauert mehr als zwei Jahre.
- 18. März 2025: Die Klage ist rechtskräftig abgewiesen. Der Mann ist ausreisepflichtig, aber schon seit Januar untergetaucht.
Festgenommen, eingesperrt und wieder freigelassen
Am 1. Juli 2025 nahm die Bundespolizei ihn in Hannover fest. Ab dem 8. Juli saß er in der JVA Sehnde eine Ersatzfreiheitsstrafe ab. Die Behörden beantragten Überstellungshaft, doch das Amtsgericht Hannover lehnte ab. Die Landesaufnahmebehörde verzichtete laut den Unterlagen auf eine Beschwerde. Am 20. Juli war der Mann wieder frei.
Am 10. August ließ er sich selbst in eine psychiatrische Klinik aufnehmen. Noch am selben Tag wurde er entlassen, weil die Ärzte weder eine Gefahr für ihn selbst noch für andere gesehen hätten. Einen Tag später war Liana tot.
Welche „Vereinigung“? Das Amt schweigt
Am meisten Sprengkraft hat ein Vermerk aus der Polizeiakte vom Tag der Festnahme. Dort steht, der Iraker sei „Mitglied einer geheim gehaltenen Vereinigung oder Gruppen“. Was das heißt, erklärt der niedersächsische Verfassungsschutz nicht. Wenn es bekannt würde, könne das dem Wohl des Landes schaden, heißt es. Nius berichtet außerdem, der Mann habe bis zu 15 verschiedene Identitäten gehabt.
Man darf fragen: Wer hier eigentlich wen schützt? Ein Mädchen ist tot, und die Öffentlichkeit bekommt als Antwort nur den Hinweis auf das Staatswohl.
Ein Fall, der für eine verfehlte Politik steht
Aus Sicht unserer Redaktion ist der Fall Liana K. kein tragischer Einzelfall. Er zeigt, wie Asyl- und Abschiebepolitik seit Jahren scheitern. Ein Mann ohne Bleiberecht, für den ein anderes EU-Land zuständig war und über den es mehrere Sicherheitswarnungen gab, blieb trotzdem jahrelang im Land. Das lag an Gerichtsverfahren, die sich endlos hinzogen, an Behörden, die nicht handelten, und an einem Rechtsstaat, der sich selbst lahmlegt.
Viele Bürger fragen sich zu Recht, warum niemand Verantwortung übernimmt. Die Dublin-Regeln, Rücknahmezusagen und Sicherheitswarnungen gab es alle, und doch hat nichts davon Liana geschützt. Eine Politik, die zuerst an die Sicherheit der Menschen in Deutschland denkt, müsste genau hier ansetzen, und zwar sofort.
- Themen:
- #AFD

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











