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23.03.2026
18:42 Uhr

FDP am Abgrund: Gesamter Vorstand räumt die Plätze – doch die alten Gesichter drängen zurück

FDP am Abgrund: Gesamter Vorstand räumt die Plätze – doch die alten Gesichter drängen zurück

Was wie ein politisches Erdbeben klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als das vorhersehbare Finale einer Partei, die seit Jahren den Kontakt zu ihren Wählern verloren hat. Der gesamte Bundesvorstand der FDP hat am Montag seinen Rücktritt erklärt – nach zwei verheerenden Wahlschlappen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, die selbst hartgesottene Liberale erschüttert haben dürften. Doch wer nun auf einen echten Neuanfang hofft, wird bitter enttäuscht: Die üblichen Verdächtigen stehen bereits in den Startlöchern.

Desaströse Ergebnisse in einstigen Hochburgen

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. In Baden-Württemberg, einst ein Stammland der Liberalen, kam die FDP Anfang März auf klägliche 4,4 Prozent und verpasste damit den Wiedereinzug in den Landtag. Zwei Wochen später folgte der nächste Tiefschlag: In Rheinland-Pfalz erreichte die Partei gerade einmal 2,1 Prozent – ein Ergebnis, das man sonst eher von Splitterparteien kennt. Die FDP wird dort künftig weder im Parlament noch in der Regierung vertreten sein.

Man muss sich diese Dimension vor Augen führen. Eine Partei, die einst mit dem Versprechen „Mehr Netto vom Brutto" Millionen Wähler begeisterte, die sich als Hüterin der bürgerlichen Freiheiten und der wirtschaftlichen Vernunft inszenierte, dümpelt nun im Bereich der statistischen Irrelevanz. Und das nicht etwa in linken Hochburgen, sondern in Bundesländern, in denen das liberale Bürgertum traditionell zu Hause war.

Dürr will es nochmal wissen – ernsthaft?

Der bisherige Parteivorsitzende Christian Dürr kündigte trotz des kollektiven Rücktritts an, beim Bundesparteitag im Mai erneut für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Man reibt sich verwundert die Augen. Hier tritt ein Mann zurück, nur um sich sofort wieder zur Wahl zu stellen – als hätte sich in der Zwischenzeit irgendetwas geändert. Es ist diese Art von politischem Selbstbetrug, die die FDP überhaupt erst in diese Lage gebracht hat.

Dürr und Generalsekretärin Nicole Büttner waren gerade einmal zehn Monate im Amt – angetreten nach dem schmachvollen Ausscheiden der Partei aus dem Bundestag bei der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar 2025. Zehn Monate, in denen offenbar niemand in der Parteiführung eine überzeugende Antwort auf die Frage gefunden hat, wofür die FDP eigentlich noch steht.

Strack-Zimmermann und Kubicki: Die Wiedergänger

Kaum war der Rücktritt verkündet, meldeten sich die altbekannten Gesichter zu Wort. EU-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann warf der Parteiführung Fehlentscheidungen und strategische Planlosigkeit vor. „Nach Monaten ohne erkennbare Strategie fehlt vielen die Zuversicht, dass sich etwas zum Besseren ändert", ließ sie verlauten. Gleichzeitig bot sie an, den Parteivorsitz zu übernehmen – allerdings nur in einer Doppelspitze. Ein Modell, das die aktuellen Parteistatuten gar nicht vorsehen und das erst durch eine Satzungsänderung ermöglicht werden müsste.

Und dann wäre da noch Wolfgang Kubicki. Der 74-Jährige, der seine Kandidatur eigentlich bereits ausgeschlossen hatte, besann sich offenbar eines Besseren. „Ich kneife nicht", ließ er gegenüber der Bild-Zeitung verlauten. Man fragt sich unwillkürlich: Ist es Pflichtgefühl oder schlicht die Unfähigkeit, loszulassen? Ein Dreivierteljahrhundert auf dem Buckel, und der Mann glaubt allen Ernstes, er könne einer todkranken Partei neues Leben einhauchen?

Die Parteijugend hat genug

Deutlich klarer in der Analyse zeigte sich der Chef der Jungen Liberalen, Finn Flebbe. Er monierte, dass Dürr und Büttner es versäumt hätten, den Wählern zu vermitteln, wofür die FDP heute eigentlich stehe. Es brauche einen Neuanfang „mit neuen Köpfen, die nicht für eine FDP stehen, die aus dem letzten Bundestag geflogen ist". Eine bemerkenswert ehrliche Einschätzung, die man sich von den älteren Semestern der Partei gewünscht hätte. Flebbe mahnte zudem: „Wir müssen respektieren, dass uns die Wähler offenbar keine Kompetenz mehr für die Lösung der Probleme in diesem Land zutrauen."

Das eigentliche Problem: Inhaltliche Leere

Die Krise der FDP ist keine Personalfrage – sie ist eine existenzielle Sinnkrise. Die Partei hat in den vergangenen Jahren systematisch jedes Vertrauen verspielt, das ihr die Wähler entgegengebracht hatten. Von den großspurigen Steuersenkungsversprechen über die willfährige Beteiligung an der Ampelkoalition bis hin zum Heizungsgesetz-Debakel: Die FDP hat sich als Partei der leeren Worte entlarvt. Wer jahrelang wirtschaftliche Vernunft predigt und dann in einer Regierung sitzt, die Deutschland mit Schulden, Bürokratie und ideologiegetriebener Energiepolitik überzieht, der braucht sich über Wahlergebnisse im einstelligen Bereich nicht zu wundern.

Die bittere Wahrheit ist: Deutschland bräuchte durchaus eine echte liberale Kraft, die für niedrige Steuern, schlanken Staat und bürgerliche Freiheiten eintritt. Doch die FDP hat diesen Markenkern so gründlich demoliert, dass selbst wohlwollende Beobachter kaum noch Hoffnung auf eine Wiederbelebung hegen. Die Partei hat sich in den vergangenen Jahren als linksliberal positioniert – und damit in einem Segment, das bereits von Grünen und SPD besetzt ist. Eine weitere linke Partei braucht in Deutschland schlicht niemand.

Doppelspitze als Rettungsanker?

Die Idee einer Doppelspitze, wie sie Strack-Zimmermann vorschwebt, wirkt wie der verzweifelte Versuch, mit organisatorischen Tricks inhaltliche Defizite zu kaschieren. Als möglicher Co-Vorsitzender wird der bisherige stellvertretende Bundeschef Henning Höne gehandelt. Ob eine solche Konstruktion die FDP tatsächlich aus der Bedeutungslosigkeit führen könnte, darf bezweifelt werden. Die Grünen haben mit ihrer Doppelspitze zwar zeitweise Erfolge gefeiert, doch die Ausgangslage der FDP ist eine grundlegend andere.

Der Bundesvorstand wurde immerhin damit beauftragt, einen Satzungsänderungsantrag für den Parteitag im Mai vorzubereiten. Ob die Delegierten diesem zustimmen werden, steht in den Sternen. Fest steht nur: Die FDP steht vor der schwierigsten Phase ihrer Geschichte – und die Protagonisten, die sie dorthin geführt haben, wollen ausgerechnet jetzt die Rettung übernehmen. Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre.

„Wir müssen respektieren, dass uns die Wähler offenbar keine Kompetenz mehr für die Lösung der Probleme in diesem Land zutrauen." – Finn Flebbe, Vorsitzender der Jungen Liberalen

Vielleicht sollte die FDP diesen Satz ihres Jugendchefs als Leitmotiv über ihren Parteitag im Mai schreiben. Denn solange die Partei glaubt, mit denselben Gesichtern und derselben inhaltlichen Beliebigkeit einen Neuanfang wagen zu können, wird sie genau das bleiben, was sie für eine Mehrheit der Deutschen bereits geworden ist: verzichtbar.

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