
Friedensplan aus Kiew: Selenskyj warnt vor Putins Herbst-Mobilmachung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den USA nach eigenen Angaben neue Vorschläge für ein Kriegsende übermittelt. Verkündet hat er das in seiner nächtlichen Videoansprache – Details blieb er schuldig. Zugleich warnte er vor einer neuen russischen Mobilmachung im Herbst.
«Wir haben unsere Vorschläge der amerikanischen Seite übermittelt»
Mehr war aus Kiew nicht zu erfahren. Was in dem Papier steht, welche Zugeständnisse es enthält – und ob es überhaupt welche enthält: unbekannt. Nur die Stossrichtung ist klar. Washington solle die ukrainische Flugabwehr stärken und gleichzeitig den Druck auf Moskau erhöhen, damit Russland auf ein Ende und nicht auf eine Verlängerung des Krieges hinarbeite.
Ein Plan, der auffällig nach Wunschzettel klingt
Medienberichten zufolge bittet Kiew die USA parallel darum, ihm fünf Prozent ihrer Patriot-Raketenbestände zu verkaufen – als Schutzschild für den kommenden Winter. Für Kritiker ist genau das der wunde Punkt: Wo endet der Friedensplan, wo beginnt die Bestellliste?
Die Verhandlungen liegen ohnehin weitgehend auf Eis. Moskau verlangt Berichten zufolge für eine Einigung unter anderem die vollständige Abtretung von vier Regionen, die es für sich beansprucht. Immerhin: Beide Seiten deuteten zuletzt an, dass US-Unterhändler bald reisen könnten.
Hunderttausende neue Soldaten – behauptet Kiew
Brisanter ist Selenskyjs zweiter Vorwurf. Der ukrainische Geheimdienst verfüge über Beweise, dass Russland die Parlamentswahl im September als Vorwand für eine neue Einberufungswelle nutzen wolle.
«Sie bereiten sich auf eine Mobilisierung im Herbst vor, unmittelbar nach der Imitation von Parlamentswahlen»
Bis Jahresende könnten demnach mehrere Hunderttausend zusätzliche Russen eingezogen werden, im Folgejahr noch einmal eine ähnliche Grössenordnung. Unabhängig überprüfbar sind diese Angaben nicht. Und: Kiew hat schon mehrfach vor einer neuen Mobilmachung gewarnt – gekommen ist sie bislang nicht.
Aus Moskau klang es zuletzt anders. Der frühere Präsident Dmitri Medwedew erklärte im Juli, eine weitere Mobilmachung sei überflüssig, allein im ersten Halbjahr 2026 hätten 200.000 Freiwillige Verträge unterschrieben. Eine offizielle russische Stellungnahme zu Selenskyjs Vorwürfen gab es nicht. Die einzige echte Teilmobilmachung hatte der Kreml im Herbst 2022 ausgerufen – sie löste damals eine Fluchtwelle junger Russen aus.
Wahl ohne Gegner
Die russische Parlamentswahl ist für den 18. bis 20. September angesetzt. Anfang der Woche schloss das Oberste Gericht die liberale Jabloko-Partei von der Abstimmung aus – die einzige offiziell registrierte Partei, die sich offen gegen den Krieg stellt. Die Partei kündigte laut Medienberichten Berufung an und sieht politische Motive.
Für Europa ist das keine ferne Nachricht. Jeder weitere Kriegswinter bedeutet neue Milliardenpakete, neue Schulden, neue Belastungen für Steuerzahler – während Berlin ohnehin mit einem 500-Milliarden-Sondervermögen jongliert. Aus Sicht unserer Redaktion wäre etwas mehr Transparenz darüber, was da eigentlich verhandelt wird, das Mindeste, was Bürger erwarten dürfen.
Geopolitische Dauerkrisen, wachsende Staatsschulden und schleichende Geldentwertung sind seit jeher die Kulisse, vor der physische Edelmetalle ihre Rolle als krisenerprobter Vermögensanker spielen – als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschliesslich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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