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Kettner Edelmetalle
14.08.2026
18:43 Uhr
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Getreide-Falle am Schwarzen Meer: Droht die nächste Preisexplosion?

Getreide-Falle am Schwarzen Meer: Droht die nächste Preisexplosion?
Symbolbild: KI-generiert

Die Ukraine sitzt auf ihrem Getreide – und die Welt könnte den Preis dafür zahlen. Russische Angriffe auf Schiffe und Häfen haben den Seeweg praktisch stillgelegt, die Ausweichrouten über die EU stocken, und die Donau führt zu wenig Wasser. Kiews Landwirtschaftsminister Taras Wyssozkyj warnt bereits vor einem globalen Preisschub von 25 bis 30 Prozent.

Ein Drittel des normalen Tempos

Die Zahlen sind ernüchternd: In den ersten neun Augusttagen exportierte die Ukraine nach Angaben des Ministers lediglich 463.000 Tonnen Getreide – etwa ein Drittel des üblichen Volumens. Über 90 Prozent der ukrainischen Agrarausfuhren gingen bislang über See.

Seit Ende Juli hat kein einziger Getreidefrachter mehr die Häfen rund um Odessa angelaufen, obwohl diese offiziell geöffnet sind. Auslöser war Berichten zufolge ein russischer Raketentreffer auf einen auslaufenden Mais-Frachter, bei dem zehn Menschen an Bord starben; das Schiff sank eine Woche später.

„Reeder und Besatzungen haben schlicht Angst. Sie sind überhaupt nicht bereit, die Schiffe zu schicken“, wird Wyssozkyj zitiert.

Wenn die Schiene das Meer ersetzen soll

Kiew verhandelt nun mit Rumänien, Polen, Ungarn, der Slowakei und Moldau über mehr Landtransporte. Doch Bahn und Lkw kosten laut dem Minister 50 bis 70 Dollar mehr pro Tonne – bei den heutigen Preisen sei das schlicht unrentabel. Immerhin: Moldaus Regierungschef Vasile Tofan kündigte Medienberichten zufolge am 12. August an, bis Jahresende 600.000 Tonnen per Bahn Richtung Rumänien zu schleusen.

Und dann ist da noch die Natur. Niedrigwasser auf der Donau begrenzt die Ladungen, die den rumänischen Hafen Constanța erreichen. Bis November, wenn die neue Ernte eintrifft, droht der Ukraine schlicht der Lagerraum auszugehen.

Brüssel soll zahlen – Warschau bleibt hart

Kiew hat die EU-Kommission um 220 Millionen Euro gebeten: ein nicht rückzahlbarer Zuschuss, mit dem Kredite für kleine und mittlere Betriebe subventioniert werden sollen. Ob Brüssel zahlt, ließ ein Kommissionssprecher offen. Nachdem die Steuerzahler bereits Milliarden in die Ukraine-Hilfe gepumpt haben, dürfte auch diese Rechnung am Ende auf europäischen Schultern landen.

Polens Landwirtschaftsminister Stefan Krajewski erklärte im Sender Radio ZET, man tue alles, um das Einfuhrverbot für ukrainisches Getreide zu halten. Nach den Bauernprotesten und Grenzblockaden von 2023 und 2024 ist das Thema politisch hochexplosiv. Der Chef der Landwirtschaftskammer Lublin, Gustaw Jędrejek, äußerte den Verdacht, Ware werde als Transit deklariert, bleibe aber im Land – die polnische Regierung weist solche Vorwürfe zurück. EU-Quoten deckeln ukrainische Weizenverkäufe in die Union derzeit bei 1,3 Millionen Tonnen jährlich.

Was das für deutsche Verbraucher bedeutet

Russland und die Ukraine standen im Wirtschaftsjahr 2025/26 zusammen für rund 32 Prozent des Welt-Weizenhandels. Fällt dieser Strom aus, weichen Importeure auf EU-Ware aus. Laut dem Forschungsinstitut IFPRI lagen die internationalen Weizenpreise Anfang August bereits knapp 25 Prozent über dem Januarniveau – Höchststand seit zwei Jahren. Das US-Agrarministerium erwartet für 2026/27 zudem elf Prozent weniger Produktion bei den sieben größten Exporteuren.

Krieg, Dürre, Protektionismus – drei Krisen gleichzeitig treffen auf dünne Lager. Wer sein Erspartes gegen Inflationsschübe wappnen will, hält physische Edelmetalle traditionell als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Wir geben keine Empfehlungen für konkrete Anlageentscheidungen. Jeder Leser ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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