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09.10.2026
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Gold dreht wieder nach oben: Schwacher Dollar beendet den Ausverkauf

Gold dreht wieder nach oben: Schwacher Dollar beendet den Ausverkauf
Symbolbild: KI-generiert

Kaum lag der Goldpreis auf dem tiefsten Stand seit rund zwei Monaten, kam die Gegenbewegung. Am Donnerstag holte das Edelmetall einen Teil der jüngsten Verluste wieder auf, und am Freitag ging es im europäischen Handel weiter aufwärts. Angetrieben wurde die Erholung von einem nachgebenden US-Dollar und fallenden Renditen bei US-Staatsanleihen.

Wer jetzt schon einen Durchbruch ausruft, ist allerdings zu früh dran. Noch ist das eine Erholung und keine Trendwende. Interessant ist sie trotzdem.

Eine Anleiheauktion bringt die Wende

Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg sieht den Auslöser vor allem am US-Anleihemarkt. Bei einer Auktion amerikanischer Staatsanleihen sei die Nachfrage kräftig gewesen. Das habe die Renditen am Sekundärmarkt gedrückt. Auch Reuters nennt den schwächeren Dollar und die sinkenden Renditen als die beiden wichtigsten Treiber.

Warum ist das so wichtig? Gold bringt keine Zinsen. Je mehr sichere Staatsanleihen abwerfen, desto mehr Rendite entgeht dem Goldanleger. Ökonomen sprechen von Opportunitätskosten. Fallen die Renditen, wird das Edelmetall im Vergleich attraktiver. Eine gut nachgefragte Auktion beruhigt außerdem die Sorge, Washington könne den Markt mit neuen Schulden fluten.

Dabei liegt eine gewisse Ironie: Ausgerechnet das gewaltige Schuldenmachen der USA treibt Anleger langfristig in Richtung Gold. Kurzfristig hilft dem Edelmetall nun genau der Moment, in dem diese Schulden reibungslos Käufer finden.

Der Greenback bröckelt

Der zweite Impuls kommt vom Devisenmarkt. Ein schwächerer Dollar macht Gold, das in Dollar gehandelt wird, für Käufer aus anderen Währungsräumen billiger und stützt damit die Nachfrage. Ein Marktkommentar auf der Plattform TradingView beschreibt den Dollar als bröckelnd.

Für deutsche Anleger ist hier Vorsicht angebracht. Wer in Euro rechnet, verliert bei einem fallenden Dollar einen Teil des Kursgewinns wieder über den Wechselkurs. In heimischer Währung fällt der Anstieg deshalb oft kleiner aus, als die Schlagzeilen zum Dollarpreis vermuten lassen.

Alles hängt an der Fed

Dollar und Renditen hängen eng zusammen. Beide bewegen sich vor allem mit den Erwartungen an die US-Notenbank: Wie schnell und wie stark senkt die Federal Reserve ihre Leitzinsen noch? Jede neue Konjunkturzahl, die diese Erwartung verschiebt, trifft den Goldpreis deshalb gleich doppelt.

Iran: Ein Risiko, das noch nicht durchschlägt

Laut Bloomberg behalten Händler auch die Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Blick. Geopolitische Krisen treiben Anleger traditionell in sichere Häfen wie Gold. Diese Effekte halten aber oft nur kurz und lassen sich schwer vorhersagen. Entscheidend ist meist, ob ein Konflikt eskaliert oder abklingt.

Derzeit warten die Marktteilnehmer offenbar ab, eine Fluchtbewegung ist nicht zu erkennen. Die eigentlichen Kursimpulse kamen von der Auktion und den Renditen. Der Nahe Osten bleibt aber ein Pulverfass, das jederzeit für heftige Ausschläge sorgen kann.

Die magische Marke: 4.275 Dollar

Charttechniker beobachten eine bestimmte Zahl. Am Markt wird vielfach diskutiert, ob 4.275 US-Dollar je Unze die Rally neu entfachen könnten. Wird die Marke überwunden, wäre das mehr als eine kurze Gegenbewegung innerhalb der seit Wochen laufenden Seitwärtsphase.

Zum Vergleich: Erst im Oktober 2025 hatte Gold zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 4.000 Dollar übersprungen. Der langfristige Aufwärtstrend ist damit beeindruckend. Rücksetzer wie der jüngste wirken eher wie eine Atempause.

Für die nächsten Tage gibt es drei Dinge, auf die Anleger achten sollten:

  • die US-Renditen nach den nächsten Anleiheauktionen
  • die Richtung des Dollars
  • neue Signale der Fed zum weiteren Zinskurs

Fazit: Kurzfristig wird Gold von Zinsen und Wechselkursen hin- und hergeschoben. Langfristig zählen andere Faktoren: ausufernde Staatsschulden, lockere Notenbanken und eine unruhige Weltlage. Wer sein Vermögen gegen solche Risiken absichern will, kann physisches Gold und Silber als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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