
Irans neue Drohung: Kommt jetzt der Krieg im Indischen Ozean?

Teheran droht mit einer weiteren Ausweitung des Krieges. Yahya Rahim Safavi, Berater des iranischen Obersten Führers Mojtaba Khamenei, hat am Donnerstag gewarnt, die Front könne sich bis in den Indischen Ozean und darüber hinaus verschieben, falls die USA oder Israel erneut angreifen. Die Ölmärkte reagierten sofort: Die Nordseesorte Brent sprang auf rund 106 Dollar je Barrel.
Vom Persischen Golf bis nach Diego Garcia
Safavi argumentierte in einem Video, das die iranische Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte, sinngemäß so: Der Konflikt habe sich bereits vom Persischen Golf und der Straße von Hormus bis ins Rote Meer ausgebreitet. Bei weiteren Angriffen könne er also noch weiter reichen. Laut Berichten ist es das erste Mal, dass ein Berater des Obersten Führers Ziele im Indischen Ozean ausdrücklich als Drohkulisse nennt.
Gemeint sein dürfte vor allem Diego Garcia. Der britische Stützpunkt auf dem Chagos-Archipel wird intensiv von den US-Streitkräften genutzt und liegt rund 3.800 Kilometer vom Iran entfernt. Leere Worte sind das nicht: Im März, auf dem Höhepunkt der US-Operation „Epic Fury“, sollen bereits zwei Interkontinentalraketen Kurs auf die Insel genommen haben.
Laut dem „Wall Street Journal“ fiel eine davon im Flug aus. Die zweite wurde demnach von einer SM-3-Abfangrakete eines US-Kriegsschiffs attackiert. Ob die Abwehr traf, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Teheran selbst hat den Angriff offiziell bestritten.
Ein Krieg, der sich immer weiter frisst
Der Krieg begann am 28. Februar 2026, als die USA und Israel ihre gemeinsamen Angriffe starteten. Seitdem hat sich der Brand Schritt für Schritt ausgebreitet. Erst in diesem Monat flammten die Kämpfe zwischen der saudisch geführten Koalition und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen wieder auf.
Die Koalition meldete nun erneut, sie habe sechs ballistische Raketen der Huthis abgefangen. Frieden sieht anders aus. Diplomatische Gespräche laufen zwar, am Rande der UN-Generalversammlung in New York saßen Unterhändler beider Seiten diese Woche zusammen. Doch Teheran will von seinen harten Bedingungen für ein Kriegsende nicht abrücken.
Revolutionsgarden verschärfen den Ton
Der Sprecher der Revolutionsgarden, Brigadegeneral Hossein Mohbi, erhob gegenüber der Nachrichtenagentur AFP schwere Vorwürfe gegen Washington. Die USA hätten eine Vereinbarung gebrochen, weshalb Teheran seine Bedingungen nun verschärft habe. Ändere Washington seinen Kurs nicht, mache es sich das Leben nur selbst schwer.
„Wir sind nicht ihr Spielzeug, und sie können ein Abkommen, das sie unterzeichnet haben, nicht einfach einseitig brechen, wann immer es ihnen passt.“
Der General gab sich zudem siegesgewiss: Man glaube, den Krieg gewonnen zu haben, und baue diesen Sieg nun zu einer umfassenden Abschreckung aus. Ob Propaganda oder Überzeugung – Kompromissbereitschaft klingt anders.
Was das für deutsche Verbraucher bedeutet
Ein Ölpreis jenseits der 100 Dollar ist Gift für eine ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft. Energieintensive Industrien, Spediteure und Pendler zahlen die Zeche. Hinzu kommt der Staat, der über CO₂-Abgabe und Energiesteuern kräftig mitkassiert. In Berlin fehlt bislang eine überzeugende Antwort darauf, wie Bürger und Mittelstand vor diesem Preisschock geschützt werden sollen.
Jede neue Front, ob im Roten Meer oder im Indischen Ozean, bedroht zentrale Handelsrouten. Das schürt die Inflation und verteuert Importe. Für Sparer ist das eine bittere Lektion. In solchen Zeiten besinnen sich viele Anleger auf das, was seit Jahrtausenden als Krisenwährung gilt: physisches Gold und Silber. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen kann es helfen, sich gegen geopolitische Schocks und schleichende Geldentwertung abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser muss sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

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