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25.09.2026
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Kettensäge gegen Net Zero: Australiens Opposition will Klimawende kippen

Kettensäge gegen Net Zero: Australiens Opposition will Klimawende kippen
Symbolbild: KI-generiert

Australiens konservative Opposition hat der Klimapolitik der Labor-Regierung den Kampf angesagt. Am 23. September 2026 legte die Koalition aus Liberalen und Nationals einen Acht-Punkte-Plan vor. Er würde fast alles abräumen, was Canberra in den vergangenen Jahren an Klimavorgaben beschlossen hat. Kommt die Koalition an die Macht, soll das innerhalb von nur 30 Tagen geschehen.

Acht Punkte, ein Ziel: bezahlbarer Strom

Oppositions-Energiesprecher Dan Tehan redet nicht um den Plan herum. Medienberichten zufolge will er mit der „Kettensäge“ gegen die aus seiner Sicht ideologiegetriebene Energiepolitik von Labor vorgehen. Die wichtigsten Punkte des Plans:

  • Das Klimaschutzgesetz, der Climate Change Act, soll aufgehoben werden. Damit fiele auch das Ziel Netto-Null bis 2050.
  • Vier Offshore-Windzonen sollen gestrichen werden, laut ABC vor Hunter, Illawarra, dem Southern Ocean und Bunbury.
  • Das Atomkraft-Verbot soll fallen.
  • Die COâ‚‚-Vorgaben fĂĽr Neuwagen sollen verschwinden, ebenso Auflagen fĂĽr die Schwerindustrie.
  • Investoren sollen in alle Energieformen investieren dĂĽrfen: Kohle, Gas und Kernkraft statt nur Wind und Sonne.
  • FĂĽr Erneuerbare soll ein Verhaltenskodex kommen, der ihre gesellschaftliche Akzeptanz sichern soll. Details dazu gibt es noch nicht.

Tehans BegrĂĽndung liest sich wie eine Abrechnung mit der Regierung:

„In den letzten viereinhalb Jahren wurde die Energiepolitik von Ideologie, politischen Zielvorgaben und einer Regierung bestimmt, die Gewinner auswählt, statt sich um die Grundlagen zu kümmern: dass das Licht anbleibt und australische Unternehmen wettbewerbsfähig sind.“

Drei Grundsätze seien für ihn nicht verhandelbar: Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Sicherheit.

Labor setzt voll auf Wind und Sonne

Die Regierung verfolgt das genaue Gegenteil. Labor will in den kommenden vier Jahren gut 80 Prozent des Stroms im nationalen Netz aus erneuerbaren Quellen gewinnen. DafĂĽr mĂĽssten mehrere Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Und das in einem Land, das auf riesigen Kohle- und Gasvorkommen sitzt.

Genau hier setzen Oppositionsführer Angus Taylor und Nationals-Chef Matt Canavan an. Beide lehnen die meisten neuen Investitionen in Erneuerbare ab. Australien habe genug fossile Rohstoffe, argumentieren sie, und die sollten genutzt werden, um die Strompreise zu senken. Laut ABC wirbt die Koalition außerdem dafür, dass die Bundesstaaten ihr Atomverbot überdenken. Kernkraft könne den erwarteten Ausbau von KI-Rechenzentren versorgen.

Machtkampf bei den Konservativen

Der Kurswechsel war intern heftig umkämpft. Im vergangenen November verabschiedete sich die Koalition nach langem Streit vom Ziel Netto-Null bis 2050. Der Konflikt kostete die damalige Vorsitzende Sussan Ley das Amt: Im Februar löste Angus Taylor sie ab.

Scharfe Kritik und eine hohe HĂĽrde im Senat

Die Gegner reagieren empört. Die unabhängige Abgeordnete Monique Ryan nannte den Plan „dumme, gefährliche und verzweifelte Klimaleugnung“. Die Australier hätten saubere Energie angenommen, weil sie funktioniere. Ryan vermutet hinter dem Plan einen Versuch, Wähler von One Nation zurückzugewinnen. Auch Ex-Premier Malcolm Turnbull, selbst ein Liberaler, soll den Plan laut Medienberichten scharf kritisiert haben.

Beim Atomverbot könnte der Plan an der Realität scheitern. Um es aufzuheben, braucht es Gesetze, die auch den Senat passieren. Dort hat die Koalition laut ABC ohne Labor oder die Grünen keine Mehrheit, und beide lehnen Kernkraft ab.

Was Deutschland daraus lernen kann

Der Zeitpunkt ist brisant. Australien soll später im Jahr bei der Weltklimakonferenz COP31 in der Türkei die Verhandlungen leiten. Zu Hause steht nun die ganze Klimapolitik zur Wahl.

Aus deutscher Sicht ist die Debatte vertraut. Hierzulande wurden die letzten Atomkraftwerke im April 2023 abgeschaltet, und die Klimaneutralität bis 2045 steht inzwischen im Grundgesetz. Industrie und Haushalte zahlen seit Jahren mit die höchsten Strompreise Europas. In Australien fragt die Opposition jetzt, was hier kaum noch eine Partei offen fragt: Wer bezahlt die Energiewende am Ende, und was ist, wenn der Strom nicht mehr sicher fließt?

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