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Kettner Edelmetalle
29.09.2026
20:05 Uhr
KI-generiert

Kupfer-Alarm aus Chile: Streik droht, Preis klebt am Rekordhoch!

Kupfer-Alarm aus Chile: Streik droht, Preis klebt am Rekordhoch!
Symbolbild: KI-generiert

In Chile braut sich etwas zusammen. Die Belegschaft der Kupfermine Centinela, die zum Bergbaukonzern Antofagasta gehört, hat für einen Streik gestimmt. An der Londoner Metallbörse hielt sich der Kupferpreis am Dienstag trotzdem stabil über der Marke von 14.400 US-Dollar je Tonne, und das in einem Markt, der ohnehin schon kaum Luft zum Atmen hat.

Ein Metall am Anschlag

Gegen Mittag Londoner Zeit notierte der Dreimonatskontrakt 0,2 Prozent fester bei 14.446 Dollar. Allein im September ging es um rund neun Prozent nach oben. Damit steuert Kupfer auf den dritten Monatsgewinn in Folge zu.

Anfang des Monats kletterte der Preis sogar auf das Allzeithoch von 14.875 Dollar. Wer sich an frühere Jahre erinnert, reibt sich die Augen: Das rote Metall, lange als nüchterner Konjunkturindikator verspottet, ist heute ein strategischer Rohstoff, um den Industrienationen regelrecht rangeln.

Chile: Das Nadelöhr der Welt

Für Unruhe sorgt Chile, das weltweit das meiste Kupfer fördert. Am Montag lehnten zwei Gewerkschaften bei Centinela das letzte Vertragsangebot des Unternehmens ab. Jetzt beginnt eine gesetzlich vorgeschriebene Schlichtungsphase. Erst wenn sie scheitert, dürften die Arbeiter tatsächlich die Arbeit niederlegen.

Auch anderswo knirscht es. Bei Escondida, der größten Kupfermine der Welt, die von BHP betrieben wird, verzögern sich die Lohnverhandlungen. Grund ist ein tödlicher Unfall. Zwei der wichtigsten Förderstätten des Planeten stehen damit gleichzeitig unter Druck. Das kann sich der Markt eigentlich nicht leisten.

Amerikas Lager saugen den Markt leer

Dazu kommt ein hausgemachtes Problem. In den USA haben sich große Mengen raffiniertes Kupfer in Lagerhäusern angesammelt. Händler rechnen dort mit möglichen Importzöllen und legen deshalb vorsorglich Vorräte an. Die Zollpolitik Washingtons wirkt damit wie ein Staubsauger, der dem Rest der Welt das verfügbare Metall entzieht.

Käufer in anderen Regionen haben das Nachsehen. Das zeigt sich auch in China: Die Yangshan-Importprämie, die als Gradmesser für die Nachfrage nach ausländischem Kupfer gilt, liegt Berichten zufolge nahe am höchsten Stand seit 2022.

Die nackten Zahlen

Die Internationale Kupferstudiengruppe (ICSG) liefert die Daten, die das Bild bestätigen:

  • Die Minenproduktion lag im Juli hochgerechnet bei 23 Millionen Tonnen pro Jahr, vier Prozent weniger als im Juni.
  • Die Nachfrage nach raffiniertem Kupfer stieg im Jahresvergleich um drei Prozent auf annualisiert 29 Millionen Tonnen.
  • Das Angebot an raffiniertem Kupfer sank dagegen um ein Prozent auf 28,4 Millionen Tonnen.

Unterm Strich fehlen damit hochgerechnet rund 600.000 Tonnen im Jahr. Wer braucht da noch einen Streik?

22.000 Dollar? Die kühne Prognose der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank hält einen Anstieg auf etwa 22.000 Dollar je Tonne bis zum zweiten Quartal 2027 für möglich, falls sich der Kampf um das knappe Angebot weiter verschärft. Das wären gut 50 Prozent mehr als heute. Nicht alle teilen diese Zuversicht. Einzelne Marktbeobachter warnen vor einer breiten Korrektur bei Metallen, die Kupfer um 20 bis 30 Prozent drücken könnte.

Für die deutsche Industrie ist das Rennen um Kupfer alles andere als eine Randnotiz. Stromnetze, E-Autos, Wärmepumpen: Die von Berlin und Brüssel verordnete Energiewende hängt am Kupferkabel. Doch eigene Förderung hat Deutschland praktisch nicht. Während andere Staaten ihre Lager füllen, bleiben hiesige Unternehmen den Launen des Weltmarkts ausgeliefert. Und das bei Energiepreisen, die ohnehin zu den höchsten der Welt gehören.

Fazit: Knappheit ist das neue Normal

Streiks, Unfälle, Zollspiele und strukturelle Defizite: Der Kupfermarkt zeigt, wie zerbrechlich globale Lieferketten geworden sind. Auch bei den Edelmetallen ging es Marktdaten zufolge am selben Tag deutlich nach oben. Silber legte um mehr als sieben Prozent zu, Gold um fast vier Prozent auf über 4.700 Dollar je Unze. In einer Welt voller Knappheit und politischer Unsicherheit können physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio einen sinnvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Rohstoffen, Edelmetallen oder anderen Finanzprodukten. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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