
Milliardengrab Wolfsburg: VW versenkt 1,5 Milliarden Euro im autonomen Fahren – und steht mit leeren Händen da

Es ist ein Lehrstück über deutsche Industriepolitik, wie es kein Drehbuchautor besser hätte ersinnen können: Volkswagen, einst das Aushängeschild deutscher Ingenieurskunst, soll laut einem Bericht der Bild die prestigeträchtige Entwicklungspartnerschaft mit Bosch im Bereich des autonomen Fahrens beenden. Das Ergebnis dieser Allianz nach über vier Jahren? Rund 1,5 Milliarden Euro versenkt – und eine Technik, die intern als schlicht nicht wettbewerbsfähig gelte. Eine offizielle Bestätigung steht bislang noch aus.
Die teuerste Pleite seit langer Zeit
Man stelle sich vor: Zwei deutsche Schwergewichte, Bosch und die VW-Softwaretochter Cariad, schließen sich Anfang 2022 zur klangvoll betitelten „Automated Driving Alliance“ zusammen. Mehr als 1000 Fachkräfte sollten gemeinsam eine Softwareplattform erschaffen, die später sogar anderen Herstellern hätte angeboten werden können. Die großen Worte von damals klingen heute wie blanke Ironie. Von freihändigem Fahren auf Autobahnen, Landstraßen und im Stadtverkehr war die Rede – von der Großserie, von Kostensenkung, von einem Sprung in die Zukunft.
Und was bleibt übrig? Ein gigantischer Berg verbrannten Kapitals. Besonders bei den sogenannten Level-2++-Systemen, die zeitweise freihändiges Fahren im Stadtverkehr ermöglichen sollen, klaffe ein deutlicher Rückstand gegenüber der Konkurrenz. Während andernorts auf der Welt längst Fakten geschaffen würden, debattiere man in Wolfsburg offenbar noch über die Frage, warum die eigene Technik nicht funktioniere.
Symptom einer kränkelnden Schlüsselindustrie
Dieser Vorgang ist mehr als nur das Scheitern eines einzelnen Projekts. Er steht sinnbildlich für den schleichenden Niedergang der einst stolzen deutschen Automobilbranche. Während chinesische Hersteller den Weltmarkt mit innovativen, bezahlbaren Fahrzeugen fluten und amerikanische Konzerne bei der Software die Nase vorn haben, verheddert sich der deutsche Riese in Bürokratie, Fehlentscheidungen und einem politischen Umfeld, das jede unternehmerische Dynamik im Keim erstickt.
Wer eine Industrie mit ideologisch motivierten Verboten, überbordenden Vorschriften und einem erzwungenen Umbau zur E-Mobilität gängelt, darf sich über schwindende Wettbewerbsfähigkeit nicht wundern.
Ein Cariad-Sprecher erklärte gegenüber der Zeitung, man überprüfe Entwicklungspartnerschaften regelmäßig daraufhin, ob sie noch zu den strategischen Zielen passten. Markt und Technologie hätten sich anders entwickelt als ursprünglich erwartet. Eine elegante Formulierung – im Klartext heißt das: Man habe sich kolossal verschätzt.
Die Flucht nach vorn
Nun also will der Konzern künftig verstärkt Hard- und Software bei einem neuen Partner einkaufen, anstatt sie selbst zu entwickeln. Bis Ende September solle ein entsprechender Vertrag geschlossen werden. Man fragt sich unweigerlich: Ist das eine durchdachte Strategie oder schlicht das Eingeständnis, die eigene technologische Kompetenz verloren zu haben? Das Land der Tüftler und Erfinder muss sich seine Schlüsseltechnologien offenbar von anderen liefern lassen.
Was bedeutet das für den Anleger?
Während Konzerne wie Volkswagen Milliarden in den Sand setzen und ihre Aktionäre mit beunruhigenden Nachrichten konfrontieren, zeigt sich einmal mehr, wie fragil scheinbar solide Wertpapiere sein können. Aktien großer Industriekonzerne unterliegen den Launen des Marktes, politischen Eingriffen und unternehmerischen Fehlentscheidungen – ein Risiko, das viele Anleger unterschätzen.
Physische Edelmetalle wie Gold und Silber hingegen kennen keine gescheiterten Software-Allianzen und keine versenkten Milliarden. Sie bewahren ihren Wert über Generationen hinweg und entziehen sich dem Zugriff von Fehlplanungen in den Vorstandsetagen. Gerade in unsicheren Zeiten lohnt es sich, über eine Beimischung physischer Edelmetalle zur Absicherung eines breit gestreuten Vermögens nachzudenken.
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