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Kettner Edelmetalle
14.07.2026
21:56 Uhr

Milliardenpoker um Delivery Hero: US-Gigant Uber greift nach dem letzten deutschen Digital-Champion

Es ist ein Schauspiel, das man in Deutschland mittlerweile fast schon routiniert beobachten kann: Ein amerikanischer Konzern streckt seine Fühler nach einem der wenigen verbliebenen deutschen Tech-Vorzeigeunternehmen aus – und die Berliner Firma wird wohl kaum Nein sagen können. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, stehe der US-Fahrdienstvermittler Uber unmittelbar vor einem Übernahmeangebot für den Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero. Die Verhandlungen seien weit fortgeschritten, und schon in dieser Woche könne eine Einigung auf dem Tisch liegen.

Vom deutschen Vorzeigeprojekt zum amerikanischen Filetstück

Die Zahlen lesen sich beeindruckend – zumindest für die Amerikaner. Uber, ohnehin mit seinem eigenen Ableger „Uber Eats" im Liefergeschäft aktiv, war erst vor wenigen Monaten bei Delivery Hero eingestiegen. Inzwischen halte der US-Konzern satte 24,99 Prozent der Anteile, und rechne man die eingesetzten Derivate hinzu, hätten die Amerikaner sogar Zugriff auf knapp 37 Prozent des Unternehmens. Ein klassisches Anschleichmanöver, wie man es aus dem Lehrbuch der Wall Street kennt.

An der Börse zeigte man sich hocherfreut: Die Aktie von Delivery Hero schoss am Dienstagnachmittag um mehr als fünf Prozent nach oben und kletterte auf gut 39 Euro. Bei der geplanten Transaktion solle das Berliner Unternehmen mit „deutlich mehr" als den zuvor gehandelten rund 36 Euro je Aktie bewertet werden, so die Bloomberg-Quellen.

Ein weiteres Stück deutscher Innovationskraft steht kurz davor, in amerikanische Hände zu wandern – und kaum jemand in Berlin scheint sich daran zu stören.

Erst abgeblitzt, jetzt am Ziel?

Bereits Ende Mai hatte Uber eine Offerte von 33 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. Damals blitzten die Amerikaner am gestiegenen Kurs ab. Doch der Appetit war offenbar nur kurz gestillt. Nun holt man zum zweiten Anlauf aus – diesmal mit einer deutlich üppigeren Bewertung, die die deutschen Aktionäre kaum ablehnen dürften.

Kartellrechtliche Klippen voraus

Ganz reibungslos dürfte der Deal freilich nicht über die Bühne gehen. Eine vollständige Übernahme würde erhebliche kartellrechtliche Probleme aufwerfen, heißt es. Teile von Delivery Hero – etwa das Geschäft im Nahen Osten – könnten daher womöglich an andere Konkurrenten gehen. Das Berliner Unternehmen würde also möglicherweise filetiert und stückweise verteilt.

Das eigentliche Problem: Deutschlands Ausverkauf

Man muss sich die Frage stellen, warum ausgerechnet ein deutsches Digitalunternehmen von Weltrang zum Übernahmeobjekt eines US-Konzerns verkommt. Die Antwort liegt tiefer als in einem einzelnen Deal. Über Jahre hinweg hat die deutsche Politik es versäumt, ein Klima zu schaffen, in dem heimische Technologiechampions gedeihen und ihre Unabhängigkeit bewahren können. Statt Wagniskapital, Innovationsförderung und wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen dominieren Bürokratie, Überregulierung und eine Steuerlast, die Investoren eher abschreckt als anlockt.

So bleibt am Ende die bittere Erkenntnis: Während anderswo digitale Weltmarktführer geschmiedet werden, verkommt Deutschland zunehmend zum Selbstbedienungsladen für ausländisches Kapital. Ein Trauerspiel, das sich in schöner Regelmäßigkeit wiederholt.

Was Anleger daraus lernen sollten

Der Fall zeigt einmal mehr, wie volatil und fremdbestimmt der Aktienmarkt sein kann. Kurse schießen bei Übernahmegerüchten in die Höhe – und können bei geplatzten Deals ebenso schnell wieder abstürzen. Wer sein Vermögen langfristig und krisenfest aufstellen möchte, sollte über eine solide Beimischung physischer Edelmetalle wie Gold und Silber nachdenken. Diese unterliegen keinen Übernahmeschlachten, keinen kartellrechtlichen Bedenken und keinen Launen einzelner Konzernlenker – sondern behalten ihren Wert über Generationen hinweg.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er ersetzt weder eine individuelle Finanz-, Steuer- noch Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig ausreichend zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bei Bedarf sollte ein qualifizierter Berater hinzugezogen werden.

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