
Minus 96 Prozent: Trump dreht den Migrationshahn fast komplett zu

Die USA haben die legale Zuwanderung aus 45 mehrheitlich muslimischen Staaten innerhalb weniger als anderthalb Jahren nahezu auf null gedrückt. Das zeigt eine Analyse des libertären Cato-Instituts in Washington, die am Montag erschienen ist. Der Rückgang beträgt 96 Prozent. Hinter dieser Zahl steckt ein politischer Kurswechsel, wie ihn Europa seit Jahrzehnten nicht erlebt hat.
Von 21.096 auf 808: Die Zahlen im Detail
Den Ausgangspunkt der Auswertung bildet der Dezember 2024, also der letzte volle Monat vor Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus. Damals stellten die US-Behörden zusammen 21.096 Einwanderungsvisa aus oder erkannten Flüchtlinge aus diesen Ländern an. Im Februar 2026 kamen sie auf ganze 808 Fälle.
Noch drastischer sieht es bei den Flüchtlingen aus. Laut Cato sank ihre Zahl von 5.157 auf null. Im Februar 2026 nahmen die USA keinen einzigen Flüchtling aus den untersuchten Staaten auf. Die Einwanderungsvisa allein brachen um rund 95 Prozent ein.
Afghanistan: Fast vollständiger Stopp
Am härtesten traf es Afghanistan. Im Dezember 2024 erhielten noch 5.563 Afghanen ein Visum oder einen Schutzstatus. Das war mehr als ein Viertel der gesamten Zuwanderung aus den 45 Ländern. Im Februar 2026 bekamen gerade noch neun Afghanen ein Einwanderungsvisum. Ein Minus von 99,8 Prozent.
Pakistan folgt dicht dahinter mit einem Rückgang von knapp 98 Prozent. Das Bild ist allerdings nicht einheitlich. Bei der Türkei fiel das Minus mit acht Prozent vergleichsweise gering aus. In Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indonesien stiegen die Zahlen sogar an. Die Regierung wählt also offenbar sehr genau aus, wen sie ins Land lässt.
Das Werkzeug: Dekrete, Stopps, Obergrenzen
Den Absturz führen die Analysten auf eine ganze Reihe von Maßnahmen zurück. Schon an seinem ersten Amtstag setzte Trump per Executive Order das Flüchtlingsprogramm der USA aus und begann damit, die Einreise aus zahlreichen Staaten zu beschränken. Diese Politik baute er später weiter aus. Das Weiße Haus begründete den Schritt damals mit nationaler Sicherheit, öffentlicher Sicherheit, Integrationsfähigkeit und dem Schutz der Steuerzahler.
Zusätzlich deckelte Washington die Zahl der Flüchtlinge auf 7.500 pro Jahr. Füllen sollen dieses Kontingent vor allem weiße Südafrikaner, die Buren. Nach Darstellung der US-Regierung sind sie in ihrer Heimat zunehmend Gewalt und Hasskriminalität ausgesetzt.
Der Kontrast zum Rest der Welt
Auch die Zuwanderung aus anderen Weltregionen ging zurück, laut Cato jedoch „nur“ um 36 Prozent. Hält das Tempo aus dem Februar an, würden im Haushaltsjahr 2026 lediglich rund 40.000 Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern in die USA kommen. Das wäre der niedrigste Wert seit mindestens drei Jahrzehnten und knapp 80 Prozent weniger als 2024.
Kritik aus Washington, Nachdenken in Berlin?
Das Cato-Institut selbst sieht die Entwicklung kritisch. Es erinnert daran, dass der Kongress bereits 1965 eine Diskriminierung nach Herkunftsland bei Einwanderungsvisa untersagt habe. Die Denkfabrik fordert, das Recht der Amerikaner auf freie Verbindungen mit Menschen aus dem Ausland noch stärker zu schützen.
Ob man Trumps Methoden gutheißt oder nicht, eines zeigt die Statistik unmissverständlich: Wenn eine Regierung Migration steuern will, dann kann sie das auch. Genau das bekommen deutsche Bürger seit Jahren anders zu hören. In Berlin galt lange als unmöglich, was Washington jetzt binnen Monaten umgesetzt hat.
Zwar sieht auch der Koalitionsvertrag von Union und SPD vor, freiwillige Aufnahmeprogramme des Bundes weitgehend zu beenden. Kritiker bemängeln jedoch, dass zwischen Ankündigung und tatsächlicher Wirkung hierzulande oft Welten liegen. Die amerikanischen Zahlen setzen die Bundesregierung unter Zugzwang. Sie muss nun beweisen, dass sie nicht nur ankündigt, sondern auch liefert.
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