
Sprit-Wende in Washington: Trump kassiert Bidens Verbrauchsregeln!

Die USA drehen das Rad der Autoregulierung kräftig zurück. Auf Anweisung von Präsident Donald Trump hat die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA die finalen Verbrauchsvorgaben für Neuwagen der Modelljahre 2027 bis 2031 veröffentlicht. Statt der unter Joe Biden beschlossenen 50,4 sollen 2031 im Flottenschnitt nur noch rund 34,9 Meilen pro Gallone Pflicht sein.
Umgerechnet sind das etwa 6,7 Liter auf 100 Kilometer. Laut Behördenunterlagen hat NHTSA-Chef Jonathan Morrison die Regel am 25. September 2026 unterzeichnet. In Kraft treten soll sie 60 Tage nach der Veröffentlichung im amerikanischen Bundesanzeiger.
Was sich konkret ändert
Die Regel gilt für Limousinen und Kompaktwagen, aber auch für SUVs, Pick-ups und Vans, die in den USA als „Light Trucks“ geführt werden. Gemeint ist ein rechnerischer Durchschnitt über die gesamte Flotte eines Herstellers, nicht der Verbrauch eines einzelnen Autos.
- Die Vorgaben werden jedes Jahr nur noch um 0,25 Prozent strenger. Bisher waren es bei Pkw 2 Prozent, Biden hatte für 2024 bis 2026 sogar 8 bis 10 Prozent verlangt.
- Elektroautos und Plug-in-Hybride zählen bei der Festlegung der Standards nicht mehr mit.
- Gutschriften für Klimaanlagen und sogenannte Off-Cycle-Technologien fallen weg.
- Ab Modelljahr 2028 dürfen Hersteller keine Verbrauchsgutschriften mehr untereinander handeln.
Heikel ist vor allem, dass die Regel rückwirkend gilt: Die Standards werden ab Modelljahr 2022 neu berechnet. Hat ein Konzern die alten Vorgaben verfehlt, könnte er am Ende sogar ein Guthaben haben.
Billigeres Auto, teurere Tankfüllung?
Die NHTSA stellt Käufern eine Ersparnis von rund 1.300 Dollar pro Neuwagen in Aussicht, falls die Hersteller sie weitergeben. Die Verbraucherorganisation Consumer Reports widerspricht: Strengere Effizienzregeln hätten Verbrauchern in der Vergangenheit unterm Strich Geld gespart.
Die Behörde rechnet selbst mit rund 100 Milliarden Gallonen zusätzlichem Kraftstoff bis 2050. Das entspreche etwa 185 Milliarden Dollar höheren Tankkosten und rund fünf Prozent mehr CO₂-Ausstoß. Mit dem Spritverbrauch steigt auch die Abhängigkeit von schwankenden Ölpreisen.
Dabei entstanden die CAFE-Regeln 1975 als Antwort auf den Ölschock, um Amerika unabhängiger vom Öl zu machen. Ausgerechnet auf dieses Gesetz beruft sich nun die Lockerung. Die Behörde argumentiert, die bisherige Anrechnung von E-Autos habe nicht zum gesetzlichen Auftrag gepasst.
Der Markt statt Vorschriften?
Befürworter sprechen von mehr Marktlogik: Gebaut werden soll, was die Kunden kaufen wollen. Davon dürften margenstarke Benzin-SUVs und Pick-ups profitieren. Unter Druck geraten dagegen große Elektrofahrzeuge und sparsame Limousinen, die bisher vor allem den Flottenschnitt drückten. Auch Hybride, Leichtbau oder Start-Stopp-Systeme lohnen sich womöglich weniger.
Der Branchenverband Alliance for Automotive Innovation, zu dem unter anderem GM, Toyota, Volkswagen, Hyundai und Ford gehören, begrüßt die niedrigeren Vorgaben grundsätzlich. Er will aber den Gutschriftenhandel behalten und lehnt die geplante Neueinstufung bestimmter Fahrzeuge ab.
Zwei Regelwerke für deutsche Autobauer
VW, BMW, Mercedes-Benz und Porsche stehen vor einer schwierigen Aufgabe. In den USA sinkt der Druck, in Europa gelten weiter Brüssels strenge CO₂-Flottengrenzwerte. Zwei Märkte mit unterschiedlichen Regeln bedeuten doppelten Entwicklungsaufwand, und das in einer Zeit, in der Trumps Zölle die Branche ohnehin belasten.
Endgültig ist die Sache noch nicht. Umweltverbände und mehrere Bundesstaaten haben Klagen angekündigt. Sie greifen unter anderem die Rückwirkung, die Kosten-Nutzen-Rechnung und die ihrer Ansicht nach unzureichende Berücksichtigung von Gesundheits- und Klimafolgen an. Die Umweltorganisation Sierra Club hatte schon 2025 gewarnt:
„Wenn wir unsere Fahrzeuge weniger kraftstoffeffizient machen, schadet das den Familien, da sie an der Zapfsäule mehr bezahlen müssen.“
Öl, Inflation und Vorsorge
Ein höherer Benzinverbrauch macht die größte Volkswirtschaft der Welt anfälliger für Ölpreisschocks, die sich schnell in steigenden Preisen niederschlagen. Wer sein Vermögen gegen solche Risiken absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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