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07.05.2026
06:31 Uhr

Pjöngjangs Bruch mit der Geschichte: Kim streicht die Wiedervereinigung aus der Verfassung

Pjöngjangs Bruch mit der Geschichte: Kim streicht die Wiedervereinigung aus der Verfassung

Es ist ein Schritt mit historischer Tragweite, der in den westlichen Hauptstädten erstaunlich wenig Aufmerksamkeit findet: Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat das jahrzehntealte Staatsziel der Wiedervereinigung mit Südkorea aus der Verfassung des kommunistischen Regimes streichen lassen. Was Generationen von Koreanern auf beiden Seiten des 38. Breitengrades als nationales Sehnsuchtsmoment galt, ist für das Regime in Pjöngjang offiziell Geschichte. Eine politische Zäsur, deren Bedeutung kaum überschätzt werden kann.

Ein Tabubruch nach mehr als sieben Jahrzehnten

Seit der Teilung der koreanischen Halbinsel im Jahr 1948 galt die Wiedervereinigung als unverrückbarer ideologischer Grundpfeiler beider Staaten. Selbst in Zeiten erbitterter Feindschaft hielten Nord wie Süd zumindest formal an der Vorstellung eines geeinten Korea fest. Nun verabschiedet sich das stalinistische Regime in Pjöngjang ausgerechnet von jener Idee, die es selbst stets propagandistisch instrumentalisierte. Der Süden gilt fortan offiziell nicht mehr als verlorener Bruderstaat, sondern als feindliches Ausland.

Wie ist dieser Kurswechsel zu deuten?

Die Experten sind sich uneins, wie dieser Schritt zu bewerten sei. Die einen interpretieren ihn als Eingeständnis der eigenen Schwäche – ein Regime, das die ökonomische und gesellschaftliche Überlegenheit des Südens nicht länger leugnen könne und sich daher ideologisch abschotten müsse. Andere sehen darin eine gefährliche Eskalationsstufe: Wer den Nachbarn nicht mehr als Bruder betrachte, der könne ihn umso leichter als Feind bekämpfen. Die jüngsten Raketentests und die zunehmend aggressive Rhetorik aus Pjöngjang sprächen für die zweite Lesart.

Auch eine Lehre für Europa

Während sich Europa mit immer neuen Krisen, einem eskalierenden Nahost-Konflikt und einem nicht enden wollenden Ukraine-Krieg konfrontiert sieht, droht im fernen Asien ein neuer geopolitischer Brandherd. Das nordkoreanische Atomwaffenprogramm ist längst keine theoretische Bedrohung mehr, und die Allianz Pjöngjangs mit Moskau hat in den vergangenen Jahren spürbar an Qualität gewonnen. Wer glaubt, die deutsche Sicherheitspolitik könne sich darauf beschränken, Klimaziele ins Grundgesetz zu schreiben und Gendersprache in Behörden zu erzwingen, der wird vom Lauf der Weltgeschichte irgendwann unsanft eingeholt werden.

Wenn Wiedervereinigung plötzlich entwertet wird

Für deutsche Beobachter hat dieser nordkoreanische Verfassungsbruch eine besondere Note. Wir Deutsche wissen, was es heißt, getrennt zu sein – und wir wissen ebenso, welches Geschenk die Wiedervereinigung 1990 für unser Land gewesen ist. Dass ein Regime ein solches nationales Ziel mit einem Federstrich aus der Verfassung tilgt, zeigt einmal mehr, wie wenig autoritäre Diktaturen mit den Sehnsüchten ihrer eigenen Bevölkerung im Sinn haben. Die koreanische Halbinsel bleibt damit auf absehbare Zeit gespalten – mit einem zunehmend unberechenbaren Akteur im Norden, der jede diplomatische Tür Stück für Stück zuschlägt.

In unsicheren Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Brandherde an immer neuen Stellen aufflammen, gewinnt die Frage nach krisensicheren Werten neue Aktualität. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie politische Verwerfungen, Kriege und Währungskrisen überdauern – ein zeitloser Anker in einem Portfolio, das den Stürmen des 21. Jahrhunderts standhalten soll.

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